Im Zentrum der Galaxie wartet Das Geheimnis von Megas-Tu.

Handlung

Die Enterprise unter dem Kommando von Captain Kirk wird zum Zentrum der Galaxie geschickt. Dort sollen Forschungen zu der Theorie, dass das Zentrum fortwährend neue Materie erschaffen könnte, durchgeführt werden.

Im Mittelpunkt angekommen, wird das Schiff von einem heftigen Wirbel erfasst und hineingezogen. Kurz darauf gerät es mitsamt der Crew in ein Paralleluniversum, in dem völlig andere Naturgesetze herrschen. Dadurch fallen nahezu alle Schiffsysteme aus.

Auf der Brücke erscheint ein fremdes Wesen, welches sich hocherfreut über den Besuch der Menschen zeigt und die Schiffsysteme wieder aktiviert. Lucien hat die Ankunft der Menschen bereits erwartet und möchte dies gebührend feiern. Dazu nimmt er Kirk, Spock und McCoy mit in seine fremdartige Heimatwelt. In Megas-Tu erzählt Lucien von den Megasiern, welche vor vielen tausend Jahren die Erde besiedelt und die Menschen lange mit ihren magischen Fähigkeiten unterstützt hatten, bis ihnen ihre Kräfte zum Verhängnis wurden. Die Menschen verurteilten die Megasier als Hexen und begannen, sie zu töten. Einige konnten entkommen. Lucien selbst gilt unter den Megasiern als Unruhestifter, weil er die Menschen sehr mag.

Das Geheimnis von Megas-Tu

Als die Enterprise-Mannschaft selbst beginnt, die megasische Magie anzuwenden, ruft dies Luciens Volk auf den Plan. Der Anführer Asmodi entscheidet, dass die Crew und auch Lucien stellvertretend für die Taten der Menschheit verurteilt werden sollen. Als Hintergrund dient die Stadt Salem des Jahres 1691, wo alle Angeklagten buchstäblich an den Pranger gestellt werden. Spock beginnt, sie zu verteidigen. Dann wirft Kirk ein, dass die Menschen sich in all der Zeit sehr zum Positiven verändert hätten und beweist dies anhand der historischen Aufzeichnungen der Bord-Datenbank. Asmodi kommt zu dem Schluss, dass Kirk recht hat, allerdings soll Lucien für seinen Verrat bezahlen. Dabei stellt sich heraus, dass Lucien Luzifer ist. Kirk will Luciens Bestrafung trotzdem verhindern und stellt sich Asmodi zum Kampf. Am Ende gibt Asmodi zu, mit Luciens angeblicher Bestrafung einen letzten Charaktertest durchgeführt zu haben, den Kirk und seine Mannschaft bestanden haben.

Die Megasier werden nun zu Freunden der Menschheit, die Zustände auf der Enterprise normalisieren sich und das Schiff verlässt Megas-Tu.

Das Geheimnis von Megas-Tu

Rezension

Wie oft bezeichnen wir etwas, das wir nicht verstehen, als Zauberei oder Magie? Es ist denkbar, dass uns Fähigkeiten außerirdischer Völker als reine Magie vorkommen würden, auch wenn sie einfach nur den natürlichen Gegebenheiten und der Evolution der jeweiligen Welt und ihrer Bewohner entsprechen.

Megas-Tu

Ein fremder, aber klangvoller Name für eine Stadt in einem Paralleluniversum. Megas-Tu ist die Heimat der sogenannten Megasier, in der die Magie eine natürliche Fähigkeit ist. Die Megasier sind den Menschen nicht sonderlich wohlgesonnen, was völlig verständlich ist, wenn man einmal näher betrachtet, was geschehen ist.  Vor tausenden von Jahren besuchten die Megasier die Erde, wurden sesshaft und unterstützten die noch junge Menschheit. Dazu nutzten sie ihre natürlichen Fähigkeiten, welche den Menschen wie Zauberei erschienen. Wie es den Menschen eigen ist, oder zumindest einigen Vertretern unter ihnen, streben sie nach Macht. Da kam ihnen die vermeintliche Magie der Megasier wie gerufen. Da die Megasier sich jedoch weigerten, den Machtstrebern zu helfen, säten diese Hass und Misstrauen unter ihren Mitmenschen. Es endete in einer Hexenjagd, welche in der berühmten Stadt Salem ihren Höhepunkt fand. Viele Megasier ereilte der Tod auf dem Scheiterhaufen.

Die Hexenprozesse von Salem sind keine literarische Erfindung, sondern haben tatsächlich stattgefunden, wobei sie ihren Weg als Schauplatz in der Literatur, sowie in Film und Fernsehen gefunden haben. Hier verbindet die Geschichte eine Reihe von Geschehnissen im Salem des 17. Jahrhunderts mit Star Trek.

Insgesamt ist die Idee von mächtigen, aber wohlgesonnenen Aliens, welche die Erde besuchen, zwar nicht neu, aber auch nicht völlig unwahrscheinlich, wenngleich sie sehr phantastisch klingt. Ich will mich an dieser Stelle gar nicht erst über die Theorien über die Prä-Astronautik auslassen, sondern lieber beim Thema bleiben.

Wenige Megasier haben die Jagd überlebt. Nach allem, was sie erleben mussten, ist ihre heftige Abneigung den Menschen gegenüber völlig verständlich. Sie lassen nicht einmal gelten, dass viel Zeit verstrichen ist und die Menschen sich weiter entwickelt haben (könnten). In der Tat sind die Menschen in Kirks Jahrhundert wohl keine schwer religiösen, abergläubischen Zeitgenossen mehr. Deshalb können die Megasier am Ende überzeugt werden, ihren Prozess gegen die Menschheit nicht durchzuziehen.

Das Geheimnis von Megas-Tu

Lucien? Asmodi?

Lucien ist einer der wenigen Überlebenden der Salem-Prozesse. Sein Aussehen kam mir gleich verdächtig vor und richtig: Lucien ist Luzifer. Dafür, dass er der „Teufel“ sein soll, hat er die Menschen richtig gern. Er schätzt ihre Neugierde. Auch Asmodis (im englischen Original Asmodeus) Name klingt verdächtig dämonisch. Asmodi bzw. Asmodäus ist ein Dämon aus der jüdischen Mythologie. Tatsächlich ist Asmodi als jüdischer Dämon auf der Erde bekannt gewesen.

Sind die Megasier also demnach die Vorbilder für die menschlichen Mythen rund um Geister, Dämonen, Spuk und Teufel? Die noch unwissende, dem Aberglauben verfallene Menschheit zeigte sich wahrscheinlich höchst erstaunt und verängstigt von der Hexerei der Megasier. Zwar sind diese von der Erde verschwunden, die Legenden um sie sind jedoch geblieben. Als düstere Gestalten, welche den Menschen schaden wollen, spuken sie durch die Geschichten und Märchen.

Und die Moral von der Geschichte?

Diese lautet: „Gebt euch gegenseitig eine Chance“. Statt Gleiches mit Gleichem zu vergelten und Unschuldige zu bestrafen, setzt euch doch lieber an einen Tisch. Moralische Themen machen sich immer gut in Star Trek. Hier ist sie eingebettet in eine interessante Idee über Magie, die eigentlich gar keine ist – amüsant, wie Spock ein Pentagramm zeichnet und anschließend „zaubert“ – dem Ursprung der irdischen Dämonenwelten und einer Reise durch den Mittelpunkt der Galaxie. So seltsam der Mix erscheint, so sehr überzeugt er, weil er in sich stimmig ist. Am Ende fügen sich die Puzzleteile zusammen und obendrein gibt es ein Happy End, man trinkt gemeinsam und schon schwebt die Enterprise neuen Abenteuern entgegen. Gut, etwas zu übertrieben happy für meinen Geschmack, aber annehmbar. Allein die Tatsache, dass Megasier und Menschen ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten konnten, versöhnt mich ein wenig mit diesem etwas überschwänglichen Schluss.

Fazit

Das Geheimnis von Megas-Tu ist kurzweilig und positiv überraschend.

Funfacts

  • Lucien wird im Original von James Doohan gesprochen.
  • Das Geheimnis von Megas-Tu ist die einzige Die EnterpriseEpisode, in der die Erde vorkommt.
  • Wie alle weiteren Folgen der Serie, erschien auch diese 1976 in einer sehr gekürzten Version, wurde 1994 neu synchronisiert und 2016 erstmals in der 94er Version im deutschen Free-TV ausgestrahlt.

Der deutsche Titel

Der Originaltitel lautet The Magicks of Megas-Tu. Hier sieht man den deutlichen Bezug zur vermeintlichen Magie der Megasier. Der deutsche Titel hält sich da etwas mehr zurück und belässt es bei Das Geheimnis von Megas-Tu.


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