Es zeigt sich, dass es im Sonnensystem immer noch Leute gibt, die den großen Krieg wollen.

Es wird geklotzt, nicht gekleckert
Auf dem Mond Ganymed kommt es zu einem Vorfall. Truppen der Erde und des Mars schießen aufeinander und nur die Soldatin Roberta „Bobbie“ Draper überlebt, nachdem sie gesehen hat, wie ein Alienkrieger alle anderen massakriert hat. Derweil der Wissenschaftler Praxidike „Prax“ Meng mit vielen anderen fliehen muss und den Kontakt zu seiner vierjährigen Tochter Mei verliert, die unter einer Immunschwäche leidet.
Der Konflikt hat massive Auswirkungen. Die Rosinante, die mittlerweile für die OPA arbeitet, hilft den Flüchtlingen. Derweil in der UN Kräfte daran arbeiten, dem Mars den Krieg zu erklären. Etwas, was die hochrangige UN-Offizielle Chrisjen Avasarala verhindern möchte. Am Ende wird sie jedoch Teil eines Machtkampfs, bei dem alles auf dem Spiel steht.
Mit Calibans Krieg kleckert James Corey nicht, er klotzt. Von Anfang wird man als Leser von dem Geschehen gefesselt. Und lernt dabei im Roman diverse interessante Figuren kennen.
Eine mit allen Wassern gewaschene Politikerin
Von denen vor allem Chrisjen Avasarala hervorsticht. Die Fernsehadaption hatte ihr Charakterdebüt bereits in die erste Staffel vorgezogen, wobei sie in dieser im Vergleich zu ihrem Romandebüt etwas negativer dargestellt wurde. Schließlich war eine ihrer ersten Taten in der Serie die Folter eines Gürtlers, um an Informationen zu kommen.
Die Roman Chrisjen Avasarala ist da anders. Man erlebt hier eine Politikerin, die mit allen Wasser gewaschen ist und stets das große Ganze im Auge hat. Die politisches 4D-Schach mit Bravour spielt und selbst die Momente, die für sie eigentlich eine Niederlage sein könnten, mit viel Geschick und Intelligenz in einen Sieg umwandelt. Und sie hat die Fähigkeit, die richtigen Personen auszuwählen.
Wie eben die marianische Soldatin „Bobbie“ Draper, die sie einfach so in Beschlag nimmt und diese schon bald zu ihrer rechten Hand macht. Die Soldatin wird als intelligent dargestellt, die sich nicht ins Bockshorn jagen lässt und viel Interesse daran hat, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Und dass die Schuldigen dafür büßen. Wobei die Frage, wer diese sind, sich nicht so einfach beantworten lässt.
Ein Vater auf der Suche nach seinem Kind
Und dann hat man Prax Meng, den Wissenschaftler. Wobei er in diesem Roman nicht als so sehr solcher auftritt, sondern eher als besorgter Vater. Der seine Tochter verloren hat und trotz aller Schicksalsschläge weiter nach ihr sucht. Wofür er am Ende die Rosinante mitsamt ihrer Crew anheuert.
Für diese ist dieser Roman ein weiterer Wendepunkt. Einfach, weil sie zu Beginn der Geschichte für die OPA arbeiten. Nur um dann später sich von ihr loszusagen und auf eigene Faust agieren. Dabei liest man auch, wie sich das Schiff im Laufe der Handlung nach und nach einen besonderen positiven Ruf aufbaut.
Natürlich kommt auch das Protomolekül in diesem Roman vor. Denn auch, wenn es eigentlich auf der Venus abgestürzt ist und dort anscheinend etwas baut, gibt es andere Überreste davon noch woanders und zwar leider in den falschen Händen. Die es dann für ihre Zwecke einsetzen, was eben zu den Ereignissen auf Ganymed führt.
Das Buch ist wieder ein wahrer Pageturner geworden. Das außerdem mit einer Überraschung endet, die die Spannung auf den nächsten Band umso mehr erhöht. Hier wurde also erneut alles richtig gemacht.
Info
Autoren: James Corey
Originaltitel: Calibans War
Übersetzung: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Erschienen: 02/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 672
ISBN: 978-3-453-31802-1
Sonstige Informationen: Produktseite
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