Aus dem Nichts schlägt ein neuer Feind zu und drängt die Helden der Rosinante an den Rand der Niederlage.
Es wird wieder spannend
Nachdem die Rosinante lange Zeit im Einsatz war, landet das Schiff auf der Tycho Station. Dort soll es generalüberholt werden, weshalb die Crew beschließt, derweil auf Urlaub zu gehen. James Holden bleibt zurück und überwacht die Reparatur. Amos Burton reist zur Erde, weil da jemand gestorben ist, die für ihn wie ein Elternteil war. Alex Kamal zieht es hingegen zum Mars, um dort mit seiner Ex-Frau einen Abschluss zu machen. Und Naomi fliegt offiziell zur Ceres Station, wo sie eine Nachricht von Marco Inaros erhält, ihrem ehemaligen Geliebten. Was sie dazu bringt, still und heimlich weiterzureisen.
Doch dann stellt sich heraus, dass Marco Inaros mit Hilfe eines marsianischen Admirals eine Flotte an Raumschiffen aufgebaut hat, die mit besonders radikalen Anhängern der OPA besetzt sind. Da Leute von ihm ein Jahr zuvor eine Stealth-Technologie gestohlen haben, schlägt er jetzt gnadenlos zu. Er schickt Asteroiden los, die auf der Erde und dem Mars einschlagen. Sein Ziel ist deren Vernichtung, so das am Ende nur die Gürtler noch das Sagen haben.
Nachdem die letzten beiden Romane der The Expanse-Reihe eher langweilig waren, sieht es mit Nemesis Spiele völlig anders aus. Dieses Buch ist eine Rückkehr zur alten Stärke. Es ist eine spannende und abwechslungsreiche Erzählung, wo man nicht weiß, was als Nächstes geschehen wird.
Aufgeteilt und damit nicht widerstandsfähig
Dabei wenden James Corey einen besonderen Kniff an. Zum ersten Mal in der Historie ihrer Romanreihe teilen sie die Crew der Rosinante auf. So das diese nicht auf ihrem Schiff sind und dazu beitragen können, dass die Gegenspieler in ihre Schranken verwiesen wird.
Und dementsprechend liest man, wie die jeweiligen Crewmitglieder dann auch teilweise am Strampeln sind, um auf die Ereignisse zu reagieren, die gerade im Sonnensystem stattfinden. Was nicht immer einfach ist, wenn rings um einen herum Felsbrocken aus dem Himmel auf den jeweiligen Planetenboden einschlagen. Es gelingt den Autoren wirklich gut, ein Gefühl der Not und Panik zu erzeugen.
Wobei sie aber auch gleichzeitig ihre Figuren in überraschende Richtungen weiterentwickeln. So erfährt man ein wenig mehr über Amos Burton, von dessen Privatleben man ja nicht sehr viel erfahren hat. Oder das Alex Kamal versucht, wieder etwas mit seiner Ex-Frau anzufangen. Doch die größte Überraschung ist Naomi.
Ein grandioser Antagonist
Von ihr erfährt man, dass sie nicht nur früher ebenfalls Teil dieser radikalen Gürtler war. Sondern dass sie sogar mit Marco Inaros einen Sohn hatte. Den sie dann bei ihrer Flucht vor langer Zeit zurückgelassen hat. Insofern ist diese Reise zu ihrem Ex auch eine Wiederbegegnung mit ihrem Sohn, der sich jedoch als sehr radikalisiert zeigt.
Dabei ist den Autoren mit Marco Inaros ein Antagonist gelungen, den man von tiefsten Herzen hasst aber ebenso bewundert. Hier haben sie einen Gegenspieler eingeführt, der sowohl intelligent, wie ebenfalls gerissen ist. Der außerdem über jede Menge Charisma verfügt, weshalb es ihm auch überhaupt erst gelingt, so viele Gürtler mitzureißen. Und jemand, der seinen Gegnern immer einen Schritt im Voraus scheint.
Definitiv also eine Figur, auf deren Weiterentwicklung man sich freut. Wobei er ja nicht der Einzige ist, der sich weiterentwickelt hat. Denn in dem Roman treten außerdem wieder die marianische Soldatin Bobbi und Clarissa Mao auf. Vor allem wie Letztere dargestellt wird, ist ein massiver Fortschritt zu früher.
Fortsetzung folgt
Es ist ein grandioser Roman, der noch dazu auf einem kleinen Cliffhanger endet. Zum ersten Mal in der Historie dieser Reihe gibt es eine direkte Fortsetzung. Die, garniert mit den Enthüllungen, die es am Ende gibt, dafür sorgt, dass man es kaum erwarten kann, zu lesen wie es weitergeht.
Absolute Spitzenklasse!
Info
Autoren: James Corey
Originaltitel: Nemesis Games
Übersetzung: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Erschienen: 08/2018
Einband: Taschenbuch
Seiten: 608
ISBN: 978-3-453-31940-0
Sonstige Informationen: Produktseite
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