Ein Supervollmond verändert die menschliche DNS und erschafft damit Werwölfe.
Zwischen Katastrophenfilm und Familiendrama
Ein Supervollmond hat bei den Menschen ein latentes Gen aktiviert, welches alle für eine Nacht in Werwölfe verwandelt, die ins Mondlicht treten. In der kommenden Nacht ist es wieder so weit, weshalb der Prepper Cody Walker (James Michael Cummings) sich schon mal fleißig im Schießtraining übt. Dabei gefährdet er das Leben seines Nachbarn Wesley Marshall (Frank Grillo), der sein Grundstück lieber hermetisch abriegelt. Seine Schwester Lucy (Ilfenesh Hadera) und deren Tochter Emma (Kamdynn Gary) muss er allerdings allein lassen, da der ehemalige Marine bei einem Forschungsprojekt arbeitet, welches an einem Heilmittel sucht.
Kaum geht der Vollmond auf, bricht im Labor das Chaos aus. Die zu Werwölfen mutierten Probanden brechen aus und so bleibt Wesley und Dr. Amy Chen (Katrina Law) nur die Flucht. Sie müssen sich durch eine Stadt voller Werwölfe kämpfen, wobei ihre Vollmondlichtblocker nur eine Stunde wirken. Unterdessen wird Marshalls Nachbar Cody von Werwölfen überrannt und bekommt dabei Mondlicht ab. Er schwingt sich zum Alphawolf auf, tötet eine Nachbarin und bedroht Wesleys Familie. Im Haus der Marshalls kommt es zum finalen Showdown.
Wissenschaftlicher Nonsens
Während in so ziemlich allen anderen Werwolf-Filmen ein durch Bisse übertragenes Virus oder ein Fluch die Menschen in Wölfe verwandelt und der Vollmond nur ein Katalysator ist, wird in Werewolves der Vollmond selbst zur Ursache. Natürlich nicht irgendein Vollmond, denn dann müssten ja seit jeher alle Menschen Werwölfe sein. Da braucht es schon einen Supervollmond – also ein astronomisches Ereignis, bei dem der Mond der Erde besonders nahe kommt und daher extragroß am Himmel steht.
Ergibt das irgendeinen Sinn? Natürlich nicht! Solche Supermonde gibt es ebenfalls in regelmäßigen Abständen und bisher hat das noch keine Werwolfseuche verursacht. Und wie soll das mit dem latenten Gen überhaupt funktionieren? Wie wird es aktiviert? Durch die Gravitationskräfte oder das helle Licht, was ja im Prinzip nur reflektiertes Sonnenlicht ist? Damit nicht genug, gibt es zwar schlafende Gene im menschlichen Körper, doch keines davon würde uns in Wölfe verwandeln. Immerhin tauchen in unserer Ahnenreihe keine Wölfe auf, sondern Primaten, davor Amphibien und Fische.
Theoretisch könnten sich frühere evolutionäre Zustände durchaus wiederherstellen lassen. Das Steißbein ist ein Zeugnis dafür, dass unsere Urahnen einst Schwänze hatten, und manche Menschen werden sogar mit verkümmerten Kiemenüberbleibseln geboren. Doch wenn man unsere latenten Gene aktivieren könnte, würden wir uns eher zu einer Art Affe zurückverwandeln, aber niemals in einen Wolf. Das ist in etwa so unsinnig wie Reginald Barcleys Rückverwandlung in eine Spinne in der Star Trek TNG-Episode Genesis.
Als wäre der Film damit nicht schon absurd genug, wird der Handlungsbogen um die Gewinnung eines Heilmittels schnell abgebrochen. Das Experiment gerät außer Kontrolle und alles endet in einem Gemetzel. Man will einfach keine Auflösung präsentieren, weil diese schlichtweg genauso unsinnig wäre wie das Problem an sich. So endet der Plot umgehend in einer Sackgasse und die Handlung schlägt erst in einen Survival-Horror und später in ein Familiendrama um.
Fazit zu Werewolves: Effekthascherei ohne Tiefgang
Die Maskeneffekte sind zugegeben ziemlich gut und es mangelt dem Film nicht an Splatterszenen. Das alles macht das hanebüchene Drehbuch jedoch nicht wett. Auch Hauptdarsteller Frank Grillo, bekannt als Crossbones aus den Marvel-Filmen sowie aus zwei Filmen der Purge-Reihe, kann dieses Machwerk nicht retten. Während Werewolves in den USA im Kino lief, wurde er hierzulande direkt auf Blu-Ray veröffentlicht. Wer einfach nur sein Hirn abschalten will, wird sich im Heimkino vielleicht halbwegs gut unterhalten fühlen, doch wer auch nur ein Minimum an Anspruch erwartet, wird eher enttäuscht werden.
Info
Drehbuch: Matthew Kennedy
Regie: Steven C. Miller
Musik: James Burkholder, The Newton Brothers
Kamera: Brandon Cox
Schnitt: Greg MacLennan
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