The Eye of the World
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Review: The Wheel of Time 1 – The Eye of the World

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das Rad der Zeit zählt zu den Streaming-Highlights auf Amazon Prime.

The Eye of the WorldViele Fans warten schon sehnsüchtig auf Staffel 2, die bereits für Ende 2022 angekündigt wurde.

Die Serie basiert auf dem erfolgreichen 14-bändigen Romanzyklus von Robert Jordan. Zwischen 1990 und 2013 entstand eine fantastische Welt, die vom Kampf Gut gegen Böse definiert wird. In insgesamt 14 Büchern können wir eintauchen in Magie, Ränkespiele und Kämpfe, die Alt und Jung gleichermaßen begeistern.

Zum Autor

Robert Jordan (1948 – 2007) schuf ein großartiges Fantasy-Epos. Im Jahr 2006 erhielt er jedoch die Diagnose Amyloidose, eine sehr seltene Blutkrankheit, die schnell tödlich verlaufen kann. Zunächst gab es Grund zur Hoffnung und Jordan hielt seine Fans regelmäßig über seinen Blog auf dem Laufenden. Letzten Endes verlor er seinen Kampf und verstarb am 16. September 2007. Seiner Witwe, der Lektorin Harriet McDougal, gelang es in Zusammenarbeit mit dem Autor Brandon Sanderson, Jordans Vision zu erfüllen. Denn dieser hatte umfangreiche Notizen sowie den Wusch hinterlassen, seine Familie möge die Romanreihe beenden. Da jedoch der letzte Band an die 1500 Seiten umfasst hätte, entschlossen sich McDougal und Sanderson, die Handlung auf drei Bücher aufzuteilen.

Romanreihe

In Deutschland wurden Jordans Bücher zunächst im Heyne-Verlag veröffentlicht. Die Handlung der 14 Bände wurde auf insgesamt 37 Bücher aufgeteilt. Im Jahr 2004 gingen die Rechte für den Romanzyklus an den Piper-Verlag über, der unter dem Titel Das Rad der Zeit – Das Original die Bände entsprechend der englischen Originalausgaben neu herausbrachte. Die Rezension basiert auf der englischen Version The Eye of the World.

Handlung

Die Welt, die Robert Jordan geschaffen hat, wird geprägt von der Philosophie der Wiederkehr, die auch von verschiedenen Religionen wie dem Hinduismus oder dem Buddhismus zugrunde liegt. Die Zeit ist zyklisch und die einzelnen Zeitalter wiederholen sich. Jordan symbolisiert dies in seinem Werk mit einem Webstuhl. Menschen können wiedergeboren werden und jeder spinnt seine eigenen Fäden. Manche Fäden sind wichtig für das Muster, andere nicht. In Jordans Welt spielen zudem Träume eine wichtige Rolle. Das, was den Protagonisten im Traum wiederfährt, wirkt sich auch auf die Realität aus.

Die Geschichte startet am Ende eines Zeitalters, d.h. wir nähern uns einer schicksalhaften Entscheidung, die erneut in einer Art Armageddon enden könnte. Während des letzten Zyklus wurde der Dunkle König in ein Gefängnis gebannt, gesichert durch verschiedene Siegel. Diese werden nun jedoch brüchig und ein Wiedererstarken des Dunklen Königs droht. Sein historischer Widersacher, der Drache, könnte ihm Paroli bieten, doch wo ist er, der Wiedergeborene Drache?

Im letzten Zyklus hat der Drache nicht nur dafür gesorgt, dass der Dunkle König besiegt wurde, er hat auch unfreiwillig die fortschrittliche zivilisierte Welt zerstört. Hier kommt der Gedankte des Ying und Yang ins Spiel.

Die Magie in Jordans Welt liegt der Einen Quelle zugrunde. Diese wird Saidar genannt und ist nur von wenigen besonderen Menschen nutzbar. Es gibt einen weiblichen und einen männlichen Pool der Magie. Am Ende des letzten Zyklus gelang es dem Dunklen König, den männlichen Pool zu vergiften. So wird jeder Junge oder Mann wahnsinnig, sobald er Magie nutzt. Er verliert den Verstand und tötet wahllos, auch diejenigen, die er liebt. Die weiblichen Magienutzerinnen, genannt Aes Sedai, beobachten und verfolgen nun alle männlichen Begabten und nehmen ihnen ihre Fähigkeit, auf die Quelle zugreifen zu können, was den Betroffenen oft den Lebenswillen raubt und sie in den Selbstmord treibt.

Bei den Aes Sedai gibt es verschiedene Untergruppen, genannt Ajah, die im ersten Band noch nicht vollkommen erklärt werden. Für das Dämpfen der männlichen Begabten sind die roten Ajah verantwortlich, die blauen Ajah sammeln Informationen und agieren als eine Art Spioninnen.

Dieser Ajah gehört unsere Hauptprotagonistin Moraine an, die gemeinsam mit ihrem Behüter Lan im Dorf unserer jungen Helden auftaucht. Es gibt Grund zur Annahme, dass einer von ihnen der Wiedergeborene Drache ist, ohne jedoch davon etwas zu ahnen. Es handelt sich dabei um Rand al Thor, den Sohn des Schäfers, Perrin Aybara, den Lehrling des Schmiedes und Mat Cauthon, ein Tunichtgut, der oft für Auflockerung sorgt.

Aber nicht nur Moraine ahnt, dass einer der Jungen der Drache sein könnte. In der Nacht vor dem großen Fest der Lichter überfällt eine Armee von Trollocks das Dorf und tötet scheinbar wahllos. Die Trollocks sind tierähnliche humanoide Wesen, die für die Dorfbewohner in Sagen und Geschichten gehören, nicht jedoch in die Realität. Am nächsten Morgen kann Moraine die Jungen schnell davon überzeugen, mit ihr zu fliehen, da sie das Ziel des Angriffs waren. Begleitet werden sie von der jungen Egwene Al’Vere, Rands Jugendfreundin und Love Interest, die sich im Laufe der Geschichte als magiebegabt herausstellt. Später stößt noch Nynaeve, die Dorfheilerin hinzu, die sich als Kontrahentin zu Moraine positioniert, aber auch in der Lage ist, die Quelle zu berühren.

Wir werden nun Zeugen dieser abenteuerlichen Reise zur Weißen Burg, wo die Jungen unter dem Schutz der Aes Sedai ihrer Bestimmung zugeführt werden sollen. Falls der Dunkle König den Wiedergeborenen Drachen in die Finger bekommt, könnte alles verloren sein. Auf dieser Reise werden die Gefährten getrennt und können sich mithilfe neuer Mitreisenden dennoch bewähren, bis sie wieder aufeinandertreffen und versuchen, am Auge der Welt dem Dunklen König entgegen zu treten. Auf dem Weg dorthin wird sich Rand immer mehr bewusst, dass er nicht in seinem Heimatdorf geboren wurde und eventuell wirklich dieser Drache ist. Perrin entdeckt, dass er eine besondere Verbindung zu Wölfen hat und macht sich Sorgen um seine Menschlichkeit. Mat jedoch kommt in der verlorenen Stadt Shadar Logoth in Berührung mit dunklen Kräften. Kann er sich langfristig dagegen wehren? All diese jungen Leute sind Taveren, Personen, die das Muster nachhaltig beeinflussen. Sie müssen ihrem Schicksal folgen, ob sie wollen oder nicht.

Am Ende ist es wirklich Rand, der sich alleine dem Dunklen König entgegenstellt und diese Konfrontation anscheinend siegreich zum Abschluss bringt. Allerdings musste er dafür die Quelle berühren. Wird er nun vom Wahnsinn überrollt und hat er es wirklich geschafft, den Dunklen König in seine Schranken zu weisen?

Fazit

Die Geschichte zentriert sich schnell auf Rand, was ein bisschen schade ist. Dies schadet der Spannung jedoch nicht. Romanreihen sind immer so eine Sache, da die Handlung oft abrupt unterbrochen wird. Hier hat man aber das Gefühl, dass der Autor einen Plan hat und bei 14 Büchern, weiß man auch, worauf man sich einlässt, wenn man mit Buch 1 beginnt. Natürlich weist die Handlung durchaus Parallelen zu Herr der Ringe auf, was aber nur der Tatsache geschuldet ist, dass J.R.R. Tolkien Bahnbrechendes für die Literatur geleistet hat.

 

Warpskala

Warpskala
9 10 0 1
9/10
Total Score

Positiv

  • vielschichte Welt, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt
  • gelungene Analogie des Rad des Schicksals als Webstuhl

Negativ

  • Die Jugendlichen lassen sich extrem schnell davon überzeugen, das Dorf zu verlassen.
  • Schnelle Ausrichtung auf eine Person
Melanie Frankl
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