[warpKids] Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Lesezeit circa: 7 Minuten

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt ist ein Kinderbuch von Boy Lornsen, welches zweimal verfilmt wurde.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt Cover des Buches
©Thienemann-Esslinger Verlag GmbH

Fliewa-was?

Der Name erklärt sich ganz schnell:

1. Ein Fliewatüüt kann fliegen wie ein Hubschrauber, deshalb Flie.

2. Es kann wie eine Ente auf dem Wasser schwimmen, deshalb wa.

3. Es kann aber auch auf der Straße fahren. Wie ein Auto, nur viel langsamer. Autos „tüüten“ sehr häufig, deshalb tüüt.

Ergibt zusammen: Fliewatüüt. Angetrieben wird das vielseitige Gefährt mit Himbeersaft.

Worum geht es?

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt erschien 1967 im Verlag K. Thienemann. Die Geschichte handelt von einem Roboter namens Robbi, der in die dritte Klasse der Robotschule geht. Die Robotschüler müssen jährlich eine Prüfung ablegen. Robbis Aufgabe lautet diesmal: Baue eine Erfindung nach. Obendrein muss er zusätzlich drei rätselhafte Fragen beantworten. Als Unterstützung darf er sich ein Menschenkind suchen.

Bei der Suche begegnet er Tobbi. Tobbi ist neun Jahre alt und besucht ebenfalls die dritte Klasse, allerdings auf einer Menschenschule. Eigentlich wohnt Tobbi bei seinen Eltern. Diese sind jedoch verreist und so wurde Tobbi vorübergehend bei seiner Tante einquartiert. Dort tüftelt er an einer Erfindung, dem Fliewatüüt.

Robbi möchte das Fliewatüüt für seine Prüfung nutzen. Tobbi ist einverstanden und so gehen die beiden auf eine tolle Reise, denn Robbi soll ja auch noch drei Fragen beantworten:

1. Suche den gelb-schwarz-geringelten Leuchtturm. Frage: Wie viele Treppenstufen hat er?

2. Wer steht am Nordpol und fängt mit „Z“ an?

3. Suche die dreieckige Burg mit den dreieckigen Türmen und ergründe ihr Geheimnis.

Ganz schön schwierig! Aber mit einem guten Freund und einem so fantastischen Fahrzeug kann Robbi das sicher schaffen.

Die Reise

Proviant für das Menschenkind, Himbeersaft für das Fliewatüüt, dazu eine Portion Mut und das Wissen, nicht alleine zu sein. So starten Robbi und Tobbi in ihr Abenteuer, nachdem sie das Fliewatüüt auf einer ruhigen Straße kurz erprobt haben.

Auf der Suche nach dem richtigen Leuchtturm wird es brenzlig, weil man das Fliewatüüt für ein Ufo hält. Am Ende finden sie den Glücklichen Matthias und dessen schwarz-gelb-geringelten Leuchtturm. Danach geht es Richtung Nordpol, wo sie ihre zweite Aufgabe lösen müssen. Wer steht am Nordpol und fängt mit „Z“ an? Nur so viel sei verraten, die Lösung ist etwas knifflig, zumal die betreffende Person sich zunächst weigert, mit der Antwort herauszurücken. Schließlich ist auch dies geschafft, sodass die dritte und letzte Frage in Angriff genommen werden kann. Diese führt nach Schottland, wo Robbi und Tobbi das Seeungeheuer Nessie kennenlernen, einen Geist treffen und sich mit einem Zaubergraf anlegen müssen.

Die ganze Reise dauert sage und schreibe 16 Tage, 23 Stunden und 13 Minuten. Gut, dass Tobbi seiner Tante eine Nachricht hinterlassen hat, damit sie sich keine Sorgen macht.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt - Szene aus der Verfilmung von 2016
Szene aus der Verfilmung von 2016

Verfilmungen

1972 sollte die Geschichte um Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt verfilmt werden. Den Regisseur kennt ihr bestimmt: Armin Maiwald aus Die Sendung mit der Maus. Die Realisierung der vierteiligen Verfilmung war anfangs sehr schwierig. Eigentlich sollte es eine Realverfilmung werden. Allerdings stellte man fest, dass das ganz schön teuer geworden wäre. Vor allem der Roboter Robbi wäre, so wie er sein sollte, finanziell gar nicht möglich gewesen. Daher entschied man sich damals für einen Puppentrick, gemischt mit Realfilm. Das bedeutet, dass die Puppen sich in der echten Welt bewegen.

Beispielsweise wurde der Nordpol auf dem Großglockner-Gletscher aufgebaut, sodass man eine reale Kulisse hatte, in der die Puppen agieren konnten. Auch die Szenen in Schottland wurden nicht wirklich vor Ort gedreht. Als Kulisse hielt eine Bucht am Rursee her.

2016 wurde Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt noch einmal neu verfilmt. Diesmal mit echten Schauspielern. Was 1972 nicht möglich war, konnte nun realisiert werden. Allerdings wurde das Buch hier gewaltig umgeschrieben und von der alten Vorlage ist nur wenig wiederzufinden. Robbi und seine Eltern stürzen auf der Erde ab und brauchen Hilfe. Die Idee zum Fliewatüüt stammt tatsächlich von Tobbi, aber zusammengebaut hat er es mit Rockern auf einem Schrottplatz. Die dreieckige Burg Plumpudding Castle wird hier zur Technikfirma PlumPudding, dessen Unternehmer Robbi entführen will.

Meinung

Aus meiner Sicht: Ich habe das Buch als Kind einmal geliehen bekommen. Ich mochte die fantasievolle Geschichte um den Jungen und den Roboter sehr. Die Mischung aus Fantasy und Science-Fiction war genau mein Ding. Ich weiß noch, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte, weil ich so gespannt auf die Lösung der drei Fragen war. Die Verfilmung von 1972 habe ich in den 1980ern in einer Wiederholung gesehen. Ich mochte auch die Augsburger Puppenkiste, daher fand ich den Puppenfilm sehr schön.

Aus Sicht der Erwachsenen, die ich heute bin, kann ich nur sagen, dass sowohl das Buch als auch der Puppentrick immer noch eine empfehlenswerte Geschichte für Kinder darstellt. Es mag ein wenig veraltet anmuten, wenn man sich den alten Film anschaut, dafür ist er definitiv in liebevoller Handarbeit entstanden und sorgt immer noch für Spannung.

Was ich persönlich schade finde, ist, dass manches im Film weggelassen wurde. So treffen Robbi und Tobbi nicht auf Karl-Eduard Fruchtpelle, den sie im Buch mit ihrer Probefahrt zu Tode erschrecken. Auch die Reise zum Nordpol wurde verkürzt und das schottische Gespenst Ghosty fehlt leider ebenfalls.

Aus Sicht meiner Kinder:  Die beiden kennen das Buch nicht, dafür haben sie sich die alte Verfilmung nach und nach mit mir zusammen angeschaut. Ich gebe zu, erst waren sie nicht so erbaut, sich einen so „ollen Film“ anzusehen. Aber offenbar funktioniert die Geschichte immer noch. Sie waren sofort voll dabei und fieberten mit. Dabei staunten sie über das futuristisch-fantasievolle Fliewatüüt und erst recht über den seltsamen Treibstoff: „HIMBEERSAFT? Klebt das nicht? Was ist, wenn Tobbi Durst hat?“ Gute Frage.

Empfehlung

Sowohl das Buch von Lorsen als auch der Puppentrickfilm sind sehr empfehlenswert. Mit FSK 0 ausgezeichnet können auch jüngere Kinder den Film anschauen. Ich persönlich empfehle jedoch mindestens Vorschulalter, um der Handlung folgen zu können.

Das Buch ist eine tolle Lektüre für Grundschulkinder und natürlich auch bestens zum Vorlesen geeignet.


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Kirsten Pevestorf
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Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

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