Mit der Ankündigung, dass Star Trek – Starfleet Academy mit der zweiten Season eingestellt wird, steht das Franchise vor einer ungewissen Zukunft.
Wie soll es weitergehen?
Es war die Überraschung der vergangenen Woche: Star Trek – Starfleet Academy würde mit der zweiten Staffel beendet werden. Womit die ursprünglich auf vier Seasons ausgelegte Serie vorzeitig eingestellt worden ist, vermutlich noch dazu auf einem Cliffhanger, falls nicht Nachdrehs passieren. Und man kann davon ausgehen, dass dies auch bedeuten dürfte, dass der Vertrag von Alex Kurtzman, der die Geschicke des Franchise die letzten Jahre geleitet hat, nicht mehr verlängert wird.
Doch wie soll es jetzt mit Star Trek weitergehen? Es gibt meines Erachtens verschiedene Szenarien, die ich im Folgenden vorstellen werde und kurz darüber spekulieren möchte, ob und wie wahrscheinlich sie sind.
Szenario 1: „Star Trek“ ist (mal wieder) tot
2027 endet vorerst die aktuelle Ära von Star Trek. Das ist das Jahr, wo die fünfte und letzte Season von Strange New Worlds gestreamt wird. Und vielleicht ist dies auch das Jahr, wo wir dann wieder in eine Phase eintreten, in dem Star Trek denselben Zustand hat, wie nach dem Ende von Enterprise: Das es auf absehbare Zeit keine neue Serie mehr gibt und das Franchise wie wir es kennen, erstmal wie tot ist. Bis es vielleicht irgendwann im Serienformat wiederbelebt wird.
Wahrscheinlichkeit: Gut möglich. Denn wenn es um die Zukunft von Star Trek geht, dann betont Paramount Skydance zwar immer wieder, wie wichtig das Franchise für sie ist. Aber andererseits versprechen sie, sobald sie Warner Bros. übernommen haben, dass sie 30 Filme im Jahr herausbringen wollen. Und da würden Star Trek-Filme perfekt zu passen.
Szenario 2: Es gibt einen Nachfolger von Alex Kurtzman und nach einer kleinen Pause wird „Star Trek“ wieder als Serie fortgeführt
Auch wenn zuletzt die Star Trek-Serien vielleicht nicht so erfolgreich waren, kann das Franchise auf eine neun-jährige Zeit zurückblicken, in denen es äußerst lebendig und vielfältig war. Eventuell entstand die aktuelle Situation auch dadurch, dass das Fandom sich erst mal sattgesehen hat und eine Auszeit braucht. Und das deshalb Paramount Skydance nach einer kleinen Cool-Down-Phase einen Nachfolger von Alex Kurtzman auswählt, der das Franchise anschließend wiederbelebt.
Wahrscheinlichkeit: Eher nicht. Sollte Paramount Warner Bros. erfolgreich übernehmen, werden Paramount+ und HBO Max zusammengelegt. Und dann gibt es erstmal einen kleinen Überfluss an Reihen. Star Trek ist zwar eines der Aushängeschilder von Paramount, aber, wie man in den letzten Jahren gesehen hat, keines der absolut erfolgreichsten. Serien wie Yellowstone sind erfolgreicher und beliebter und vermutlich auch billiger zu produzieren, als eine SciFi-Reihe. Wenn überhaupt, dürfte das Medienunternehmen die Zukunft auf der Leinwand sehen. Und ob es dann jemanden ähnlich wie Kevin Feige bei Marvel Studios gibt, der die Geschicke Star Treks allgemein lenkt, hängt sicherlich auch davon ab, wie erfolgreich der erste Film ist.
Szenario 3: Die Zukunft von „Star Trek“ liegt auf den Kinoleinwänden.
Ein neuer Star Trek-Film, der in die Kinos kommt, das hätte was. Vor allem, weil man dieser dann ohne den „Balast“ der Serienkontinuität spielen kann. Und das Franchise hat auch einige Blockbuster produziert, eben wie Star Trek (2009). Außerdem hat Paramount Skydance, wie bereits geschrieben, 30 Filme im Jahr versprochen. Star Trek kann auf eine gewisse Leinwandtradition zurückblicken. Also würde sich das anbieten.
Wahrscheinlichkeit: Hoch! Eben wegen diesem Versprechen, 30 Filme im Jahr herauszubringen. Und ist es sogar bereits ein neuer Star Trek-Film in der Mache. Ein SciFi-Kinofilm kostet zwar Geld. Aber wenn es gut läuft, dann spielt er das Budget locker wieder rein. Zwar muss man betonen, dass Star Trek-Filme im Kino Erfolgs- und kassentechnisch teilweise Hit und Miss waren. Doch das dürfte dem Rechteinhaber egal sein, solange die Zuschauer in die Kinos kommen.
Szenario 4: „Star Trek“ wird verkauft
Ich habe in meinem Text wiederholt davon geschrieben, das Paramount Warner Bros. übernehmen möchte. Und dieses Szenario ist aktuell sehr wahrscheinlich. Allerdings hat das erhebliche Folgen. Das neue Unternehmen muss einen enormen Schuldenberg stemmen und gucken, wie es diesen möglichst schnell und gut reduzieren kann. Dazu kann es entweder auf den bei Fans verhassten Trick zurückgreifen, bereits fertig produzierte Sachen von der Steuer abzusetzen und sozusagen im Giftschrank zu verstecken. Oder aber es trennt sich von Sachen. Damit sind nicht nur Mitarbeiter gemeint, sondern auch von Filmstudios und Franchise.
Wahrscheinlichkeit: Gering. Trotz der aktuellen Misere von Star Trek ist und bleibt es immer noch eines der Vorzeige-IPs Paramounts. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Vorstand des Medienunternehmens darauf setzt, dass sie Star Trek wieder erfolgreich in den Kinos etablieren können und so genügend Geld einnehmen können, um den Schuldenberg Stück für Stück zu reduzieren. Da würde ein Verkauf der IP eher kontraproduktiv sein. Außerdem stellt sich die Frage, wer überhaupt ein potenzieller Käufer wäre? Weil so viele finanziell potente Mediengiganten gibt es in Amerika nicht mehr. Um mal ein paar zu nennen.
Amazon? Eher nicht. Amazon hat sich auf Videospieladaptionen wie Fallout und das The Boys-Franchise spezialisiert. Das optimistische Star Trek passt da nicht zu.
Apple? Steht nicht für „Stangenware“, sondern für SciFi mit einem gewissen Anspruch. Serien wie For All Mankind oder Foundation sind da ein gutes Beispiel für.
Disney: Der Maus-Konzern wäre zwar ein sehr wahrscheinlicher Kandidat. Aber ich glaube Star Trek würde ihnen keinen Mehrwert bringen, da es sich nicht so sehr monetarisieren lässt, wie ein Star Wars beispielsweise.
Netflix: Nein. Zwar hat der Streamingdienst die zweite Staffel von Star Trek – Prodigy übernommen und gestreamt. Doch das das lag nur daran, dass diese schon fertig produziert war und Netflix nicht nochmal extra Geld reinbuttern musste. Und das Unternehmen hat bereits viele andere erfolgreiche Serien im Portfolio, weshalb ein „Star Trek“ allerhöchstens als Füll-Material dienen könnte. Sprich: Wenn überhaupt, würden sie nur die alten Reihen senden, aber nicht neues Material erstellen.
Szenario 5: Die Fans gewinnen
Auch wenn das Fandom von Star Trek zuletzt eher toxisch war, so hat es immer noch die großartige Angewohnheit, ein vorzeitiges Ende nicht einfach so hinzunehmen. Die Historie des Franchise hat einige Momente, wo sie erfolgreich für einen Weiterbetrieb sorgten. Zuletzt taten sie dies mit der vorzeitigen Absetzung von Star Trek – Prodigy nach der ersten Season. Und Petitionen zum Weiterbetrieb von Star Trek – Starfleet Academy laufen aktuell bereits.
Wahrscheinlichkeit: Gering! Und das ist noch optimistisch geschätzt. Eine erfolgreiche Fankampagne ist ungefähr genauso wahrscheinlich, wie vom Blitz getroffen zu werden. Es müsste schon jede Menge Aufwand betrieben werden, um die Verantwortlichen zu einem Weiterbetrieb zu überzeugen. Und selbst wenn sie dies erreichen, wäre dies von Dauer? Star Trek – Prodigy dient da als Negativbeispiel. Die zweite Staffel hat nicht genügend Zuschauer erreicht, um eine dritte zu ermöglichen. Und es steht zu befürchten, dass dies auch Starfleet Academy blühen dürfte, sollte eine Petition erfolgreich sein. Außerdem wäre das nur ein kurzfristiger Erfolg. Wie es langfristig mit dem Franchise weitergehen soll, das bliebe weiterhin ungeklärt und offen.
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