Spotlight: Wil Wheaton

Lesezeit circa: 5 Minuten

Am 29. Juli 1972 wurde Wil Wheaton geboren. Bekannt ist er vor allem als Wesley Crusher aus »Star Trek – The Next Generation«.

Wil Wheaton
Stand by Me

Stand by Star Trek

Der Schauspieler wurde als Richard William Wheaton III in Burbank, Kalifornien, geboren. Seine Eltern waren Debra »Debbie« Nordean, eine Schauspielerin, und Richard William Wheaton jr., ein Medizinspezialist. Er war nicht ihr einziges Kind, da er ebenso noch einen Bruder, Jeremy, und eine Schwester, Amy, hat. Beide tauchten in der Episode »Die Sorge der Aldeaner« als nicht genannte Gastfiguren auf, derweil Amy auch an der Seite ihres Bruders in dem Horrorfilm »The Curse auftauchte«.

Seine Schauspielkarriere startete 1981, als er in dem Fernsehfilm »A Long Way Home« auftrat. Danach hatte er weitere Auftritte im Film und Fernsehen, von denen sein bekanntester die Stephen King-Verfilmung »Stand by Me: Das Geheimnis eines Sommes« aus dem Jahr 1986 sein dürfte. Er hatte dort die Hauptrolle inne und arbeitete an der Seite solch prominenter Darsteller wie River Phoenix, Kiefer Sutherland oder John Cussack.

1987 war dann das Jahr, in dem er »Star Trek – The Next Generation« beitrat. Er erhielt die Rolle von Wesley Crusher, dem Sohn der Schiffsärztin Beverly Crusher. Sein Charakter war hochintelligent und erhielt von Beginn an Zugang auf die Brücke. Oft genug war er es sogar, der die Enterprise rettete, wenn sie mal in Schwierigkeiten geriet.

Wil Wheaton
Star Trek

Ein tödliches Allzweckmittel

Doch der Charakter brachte dem Schauspieler kein wirkliches Glück. Das Problem war, dass die Drehbuchautoren ihn vor allem in der Anfangszeit zu oft als Allzweckmittel nutzten, um eine ausweglose Situation zu lösen. Dadurch ließ er die anderen Figuren wie Idioten dastehen. Erst später wurde diese Vorgehensweise aufgeweicht, für Wil Wheaton war es allerdings zu spät. Nach vier Staffeln als regulärer Stammschauspieler verließ er 1991 die Serie und tauchte nur noch für sporadische Auftritte auf.

Es brauchte seine Zeit, um Wil Wheaton wieder mit diesem Teil seines Lebens zu versöhnen. In einem Interview 2008 verriet er, dass er über die Jahre wiederholt Mails erhielt oder Kommentare von Leuten, die ihn auf Cons ansprachen, die seine Rolle und seine Schauspielarbeit so schlecht nicht fanden.

Nach »Star Trek« arbeitete er weiterhin als TV- und Fernsehschauspieler. So spielte er in dem Film »Toy Soldiers« mit und trat in den Jahren in vielen Indepdentfilmen auf, darunter auch 2001 in dem Kurzfilm »The Good Thing.

Leben nach „Star Trek“

In jenen Jahren veränderte sich sein Leben drastisch. Zum einen zog er für eine Zeit nach Topeka, Kansas, wo er bei der Firma NewTek half, den Videotoaster zu entwickeln. Derweil lernte er, mit seinen Wutproblemen fertig zu werden. Er zog später zurück nach Los Angeles und besuchte für fünf Jahre eine Schauspielschule.

Gleichzeitig heiratete er 1999 Anne Prince. Sie brachte zwei Söhne mit in die Ehe. Das schönste Erlebnis mit der Familie für Wil war, als einer der beiden ihn mit 19 Jahren fragte, ob der Schauspieler ihn adoptieren würde, was er gerne tat.

Seit »Star Trek – The Next Generation« hatte er nie wieder eine feste Rolle in einer Fernsehserie. Stattdessen war er Gastschauspieler, der neben einmaligen Auftritten ein regelmäßig wiederkehrender Charakter in Serien wie »The Big Bang Theory« oder »Eureka« war.

Wil Wheaton
The Big Bang Theory

Erfolg im Netz und als Geek

Doch das heißt noch lange nicht, dass er deshalb nicht mehr erfolgreich war. Im Gegenteil: Er fand Erfolg in anderen Gefilden. So stellte er sein Geektum in den Mittelpunkt seiner Karriere und arbeitete in vielen Webshows mit. Er stellte den Fawkes in der Serie »The Guild« dar, wo eine seiner Kolleginnen Felicia Day war, die in der Serie eine Hauptrolle innehatte. Genau wie er ist sie ein Nerd, weshalb beide zusammen die Reihe »Table Top« produzierten.

Ebenso ist er auch ein erfolgreicher Synchronsprecher, dessen Stimme in vielen Videospielen und Zeichentrickserien zu hören war. So sprach er Aqualad in »Teen Titans Go« oder Abraham Lincoln in »Code Name: S.T.E.A.M.«

Doch vor allem ist er inzwischen eins: Ein Autor! Zum einen hat er einen eigenen Blog unter wilwheaton.net, wo er regelmäßig darüber schreibt, was in seinem Leben passiert. Zum anderen hat er seine eigene Biografie »Just a Geek« geschrieben, die 2009 herauskam. Oder er steuerte eine Kurzgeschichte zur »Star Wars«-Anthologie »From a Certain Point of View« bei. Leider hat es kein einziges seiner Werke geschafft, hierzulande zu erscheinen.

Das restliche Leben

Wil Wheaton ist ein Fan des Eishockeyteams Los Angeles Kings, ebenso wie von dem Baseball Los Angeles Dodgers. Er lebt mit einer Angststörung sowie einer chronischen Depression, weshalb er Nonprofit-Organisationen unterstützt, die auf diese Krankheiten aufmerksam machen. Und er ist Atheist.

Der Schauspieler ist auf vielen sozialen Medien aktiv, die alle auf seiner Homepage verlinkt sind.

Wil Wheaton in der IMDb.

Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.
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