Mit dieser Folge zeigen sich zwei Problematiken, die hoffentlich die Staffel nicht beeinflussen werden.
Das könnte gefährlich werden
Calvin Chadwick (Currie Graham) trifft den Rat der Neun, die ihm klar machen, dass sie seine Forschungen nicht mehr finanzieren. Er willigt ein, als sie ihm klar machen, dass sie seine Kandidatur für den Senat finanzieren und erzählt später Whitney Frost (Wynn Everett) von der Entscheidung. Die davon nicht gerade angetan ist.
Unterdessen versucht Peggy Carter (Hayley Atwell) mehr über die Firma Isodyne herauszufinden. Doch trotz eines Durchsuchungsbefehls kommt sie nicht weiter. Weshalb sie es über den Wissenschaftler Jason Wilkes (Reggie Austin) probiert. Allerdings scheint es so, als ob sie schon bald in ihm mehr sieht, als eine bloße Quelle.
Nullmaterie ist eine Folge, die einen zwiegespaltenen Eindruck hinterlässt. Einerseits hat sie spannend Momente, genauso, wie sich der gesamte Fall großartig weiterentwickelt. Andererseits gibt es aber ebenfalls Augenblicke, wo man merkt, dass sich hier etwas entwickelt, was der Reihe potenziell gefährlich werden könnte.
Der Serie den Zahn gezogen
Gemeint sind zwei Sachen: Die eine ist, dass man merkt, dass dadurch, dass Peggy mit dem Tod von Steve Rogers abgeschlossen hat, sie jetzt offen für eine neue Beziehung ist. Es werden hier zwei Kandidaten aufgebaut. Einmal ihr Vorgesetzter Daniel Sousa, der allerdings seinerseits kurz davor ist, seiner Geliebten einen Antrag zu machen. Und andererseits der Wissenschaftler Jason Wilkes, der sie spürbar fasziniert.
Was die Reihe nicht braucht, ist ein klischeehaftes Liebesdreieck oder eine unglückliche Beziehung. Das würde der Titelfigur nicht guttun und damit auch der Serie an sich. Nichts gegen die Suche von Peggy nach einer neuen Beziehung. Aber wenn, dann bitte nicht klischeehaft.
Das andere ist, dass durch den Standortwechsel ein Element aus der ersten Season fehlt. In jener musste sie heimlich handeln, weil sie offiziell immer nur als nettes Mädchen angesehen wurde. Es wäre spannend gewesen, wenn man gesehen hätte, wie sich ihr Status im SSR etwas verbessert hat, allerdings nicht so viel. Das ist nun leider nicht so. Stattdessen kann sie ohne Hindernisse agieren, was zwar einerseits nett ist. Aber andererseits auch ein wenig der Season den Zahn zieht.
Eine interessante Firma
Nicht, dass die deswegen spannungslos ist. Im Gegenteil: Der Plot rund um Isodyne und das, was sie entdeckt haben, sorgt für ordentlich Spannung. Vor allem, weil hier einige wichtige Infos eingebaut werden.
Man erfährt zum Beispiel, was genau die Firma da entdeckt hat. Es wird spektakulär eingeführt. Und man kann sich sicher sein, dass es im Laufe der restlichen Season noch für ordentliche Turbulenzen sorgen wird. Was ja auch das Ende der Folge zeigt.
Ebenso erfährt man mehr darüber, wer bei Isodyne wirklich das Sagen hat. Einerseits ist Calvin Chadwick jemand, der skrupellos genug ist, um über Leichen zu gehen. Aber andererseits steht er unter der Knute von Whitney Frost. Die ihrerseits genau weiß, wie sie ihn zu behandeln hat, derweil sie gleichzeitig unter dem Sexismus des damaligen Hollywoods leidet.
Ein dunkles Spiegelbild
Whitney Frost ist deshalb eine interessante Figur. Eine, die wie ein Spiegelbild der Peggy der ersten Season wirkt. Auch sie leidet unter Sexismus, obwohl sie mehr kann. Doch wo die Agentin sich für andere, fürs Gute einsetzte, scheint Whitney sich mehr auf sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse zu fokussieren.
Was ebenso erklären würde, wieso sie Calvin Chadwick geheiratet hat. Er ist für sie eine Möglichkeit, Macht und Kontrolle auszuüben. Er scheint gänzlich unter ihrer Knute zu stehen, auch wenn er, wie sie selber anmerkt, diverse Affären hat. Die aber für sie weniger Grund zur Aufregung sind, als vielmehr, dass er so anstandslos dem Rat der neun gehorcht.
Für Humor wird auch gesorgt. Vor allem Edwin Jarvis und seine Eskapaden sind ein steter Quell dafür. Sei es zu Beginn, wo er trainiert und mit seinen Judokenntnissen angibt, nur um dann von Peggy im wahrsten Sinne des Wortes aufs Kreuz gelegt zu werden. Oder später, als er die „Besonderheiten“ von Howard Starks Auto vorstellt.
Insgesamt ist dies eine überwiegend gute Folge. Trotzdem muss die Serie aufpassen, dass bestimmte negative Aspekte sich nicht verstärken.
Info
Drehbuch: Eric Pearson & Lindsey Allen
Showrunner: Tara Butters, Michele Fazekas & Chris Dingess
Regie: Lawrence Trilling
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