Die Zeit von Aang ist vorbei. Womit jetzt die Ära seiner Nachfolgerin Korra anfängt.
Überzeugt
Zwei Jahre waren vergangen, seitdem mit Avatar Aang das Ende von Avatar: Der Herr der Elemente damals über die Mattscheiben flimmerte. Die Abenteuer des jungen Luftbändigers wurden in Form von Comics weiter fortgeführt. Doch war da immer noch das Bedürfnis nach neuem, animierten Material. Was schließlich am 22. Juli 2011 auf der San Diego Comicon angekündigt wurde.
Denn dort wurde verlautbart, dass eine Nachfolgereihe in Produktion sei. Der Titel sollte ursprünglich Avatar: Legend of Korra lauten, dann wurde der Name auf The Last Airbender: The Legend of Korra umgeändert, ehe er schließlich The Legend of Korra, auf Deutsch Die Legende von Korra, heißen sollte. Ursprünglich als zwölfteilige Miniserie konzipiert wurde der Starttermin am Ende auf den 14. April 2012 verlegt.
Dabei war Nickelodeon ursprünglich von der Idee eines weiblichen Avatars nicht angetan. Man befürchtete, dass dadurch, das die Titelheldin ein Mädchen sei, die männlichen Zuschauer sie sich nicht anschauen würden. Erst als Testvorführungen durchgeführt wurden, die das Gegenteil bewiesen, ließ sich der Fernsehsender überzeugen. Gleichzeitig sollte die Staffel auch weniger Folgen umfassen, damit so keine Füllerfolgen erschienen würden.
Ein neuer Avatar für eine neue Ära
Die erste Episode sollte Willkommen in Republic City lauten und eine Laufzeit von 24 Minuten haben.
Aang ist tot, weshalb der nächste Avatar gefunden werden muss. Der Orden des weißen Lotus wird schnell fündig, als sie in einem Dorf der Wasserbändiger die noch sehr junge, vierjährige Korra kennenlernen. Die zu ihrem Erstaunen bereits Wasser, Erde und Feuer bändigen kann. Sie wird schließlich in der Festung im Umgang mit diesen Elementen unterrichtet.
13 Jahre später ist aus dem kleinen ein großes Mädchen geworden. Sie (Janet Varney) ist 17 Jahre alt und sehr selbstbewusst. Sie kann es kaum erwarten, das Luftbändigen zu lernen. Doch ihr Lehrmeister, Tenzin (J.K. Simmons), Sohn von Aang, kann nicht in der Festung bleiben, weil ihn seine Pflichten in Republic City zu sehr in Anspruch nehmen. Er reist wieder ab und kurzerhand beschließt Korra abzuhauen, um selber in die Stadt zu reisen. Wo sie jedoch bald in Schwierigkeiten gerät.
Sie ist nicht Aang. Zum Glück!
Von Anfang an macht diese Auftaktepisode klar, dass Korra nicht Aang ist. Im Gegenteil: Sie ist in vielerlei Hinsicht der komplette Gegensatz. Angefangen von der Tatsache, dass sie schon von Beginn an drei Elemente bändigen konnte. Bis hin zu ihrem sehr selbstbewussten und rebellischen Charakter. Sie ist jemand, der gewohnt ist, sich durchzusetzen, was man in der Auftaktfolge wiederholt merkt.
Doch gleichzeitig zeigt sich auch, dass sie vor gewissen Personen durchaus Respekt hat. Vor allem Katara gegenüber führt sie sich völlig anders auf. Was aber vielleicht daran liegen mag, dass diese sie anders behandelt, als ihre anderen Lehrmeister. Die scheinen sie in Watte packen zu wollen, pochen darauf, dass sie ihre Ausbildung in der Festung beendet. Was jedoch das Gegenteil erreicht, was sie möchten.
Es ist dabei interessant, wenn man hierbei so en passant mitkriegt, wer von dem Team Avatar anscheinend noch am Leben ist und wer nicht. Katar dürfte zwischen 80 und 90 Jahren alt sein und ihr Bruder und Aang sind beide tot. Wie es mit den anderen aussieht, ist unbekannt. Gleichzeitig ist es auch interessant, wer Kinder gekriegt hat und wer nicht.
Eine neue Welt
So führt Tenzin das Luftbändigererbe seines Vaters fort. Er scheint ein strenger Mensch zu sein, auch wenn er die Eskapaden seiner zahllosen Kinderschar stoisch über sich ergehen lässt. Es wird gleichzeitig aber ebenfalls angedeutet, dass er nicht das einzige Kind von Katara und Aang ist. Wer die anderen sind und ob sie ebenfalls Luftbändiger sind, ist unklar.
Spannend ist die Einführung von Lin Beifong. Sie ist die Tochter von Toph, scheint aber nicht so rebellisch oder gegen den Strich gebürstet zu sein, wie ihrer Mutter. Stattdessen ist sie als Chefin der Polizei sehr auf Regel und Gesetzestreue aus.
Allgemein ist es interessant zu sehen, wie sich die Welt gewandelt hat. Wirkte sie am Ende von Der Herr der Elemente spät mittelalterlich bis Anfang Industriezeitalter, wirkt sie jetzt wie eine asiatische Steampunk-Version der 1920er Jahre. Man sieht Automobile, Dampfschiffe, Radios und Grammophone. Republic City wirkt außerdem wie eine moderne Großstadt, was auch ein ungewohnter Eindruck ist.
Wie ein Fisch aus dem Wasser
Weshalb die Folge ab dem Moment, wo Korra hier aufschlägt, ein wenig wie ein „Fisch aus dem Wasser“-Plot wirkt. Sie eckt überall an, kann kein Essen für sich und ihren tierischen Begleiter bezahlen, grillt Fische verbotenerweise im Stadtpark und legt sich aus Versehen mit der Polizei an. Zum Glück übertreibt es die Episode nicht mit dieser naiven Charakterisierung.
Noch ist nicht klar, wer der Big Bad der Staffel oder der Serie sein wird. Es scheint, als ob diese Anti-Bändiger-Gruppierung dies sein wird. Hier kommt es dann auf die Darstellungsweise an. Noch wirken sie interessant.
Es ist ein guter Auftakt.
Info
Regie: Joaquim Dos Santos, Ki Hyun Ryu
Drehbuch: Michael Dante DiMartino & Bryan Konietzko
Showrunner: Michael Dante DiMartino, Bryan Konietzko
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