Spotlight: Ben Mendelsohn

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ben Mendelsohn wurde am 03.04.1969 geboren. 

Er war, so erfahren wir in Rogue One – A Star Wars Story, einst der schärfste Konkurrent von Grand Moff Wilhuff Tarkin, dem Oberbefehlshaber auf dem legendären ersten Todesstern des galaktischen Imperiums. Und trotz seiner Unterlegenheit im Wettkampf um das Kommando über die Raumstation noch immer gegenüber dem mächtigen Darth Vader befehlsbefugt. Sein Darsteller Ben Mendelsohn begeht heute seinen 51. Geburtstag.

Eins „dieser Gesichter“

Ben Mendelsohn wurde am 3. April 1969 als Nachfahre deutsch-polnischer Vorfahren in der australischen Großstadt Melbourne geboren. Sein Vater ist der in Australien hochgeachtete Arzt Frederick Mendelsohn, der das renommierte Howard Florey Institute in Melbourne leitet. Dr. Mendelsohns Sohn Ben ist indes ein wahres Musterbeispiel für „diese Gesichter“ in großen Filmen: Gesichter, die man als Zuschauer kennt und deren vorherige Rollen man gar mühelos benennen kann, auf deren wirkliche Namen man jedoch nur selten kommt. Ben Mendelsohn kann sicherlich ausgezeichnet damit leben, dass er bisher nur selten in Hauptrollen zu sehen war: Schließlich kann er auf eine Vielzahl einprägsamer Nebenrollen zurückblicken.

Ben Mendelsohns Karriere begann wie die vieler anderer populärer australischer Prominenter auch (darunter beispielsweise Pop-Hupfdohle Kylie Minogue und Liam Hemsworth) in der populären Seifenoper Nachbarn, in den 80er- und 90er-Jahren hierzulande von Sat.1 ausgestrahlt. Zwischen 1986 und 1987 war der damals 17-jährige in der Rolle des aufmüpfigen Warren Murphy zu sehen. In den australischen und später auch internationalen Kinos sah man ihn dann im ebenfalls 1987 inszenierten Jugend-Drama Das Jahr meiner ersten Liebe, wo er die Rolle des Trevor Leishman spielte.

Ab dann ging es Schlag auf Schlag mit Ben Mendelsohns Karriere als wirklich populärer Nebendarsteller: Nach Quigley der Australier (1990) neben Ex-Magnum Tom Selleck und dem späteren „Professor Snape“ Alan Rickman folgten unter anderem Verführung der Sirenen (1994) neben Hugh Grant, Elle Macpherson und Sam Neill oder Vertical Limit (2000) neben Chris O’Donnell, Izabella Scorupco und Alexander Siddig (Dr. Bashir aus „Star Trek: Deep Space Nine“), Australia (2009) neben Hugh Jackman und Nicole Kidman oder Knowing – Die Zukunft endet jetzt (2009) neben Nicholas Cage.

Bis er 2016 schließlich in seiner Star-Wars-Rolle zu sehen war, wirkte er ferner noch in Christian-Bale-Batmans zweitem Leinwandauftritt The Dark Knight Rises (2012) oder der Bibelverfilmung Exodus: Götter und Könige (2014) sowie 24 Episoden der TV-Serie Bloodline (2015) mit, in der er die Rolle des Danny Rayburn verkörpert. Hierfür wurde er 2016 gar mit dem begehrten TV-Oscar Emmy ausgezeichnet.

Ben Mendelsohn als Krennic

Ein verhalten-charmanter Bösewicht

Obwohl Ben Mendelsohn nicht zwangsläufig immer den Filmbösewicht gibt, macht er in diesen Rollen doch zumeist eine recht gute Figur: Die von ihm verkörperten Antagonisten sind keine platten gewalttätigen Fieslinge, sondern stets gebildete und auf ihre Weise höchst charmante Figuren, die sich nur selten selbst die Hände schmutzig machen, wenn es um die Angriffe auf die jeweiligen Helden geht.

Nicht anders verhält es sich auch mit Direktor Orson Krennic: Der clevere imperiale Würdenträger ist eine der eigentlichen Schlüsselfiguren hinter dem Bau des Todessterns: Er war es, der das immense Wissen des Konstrukteurs Galen Erso erfolgreich einzusetzen verstand, obwohl dieser sich bereits seit Langem vom Imperium zurückgezogen hatte. Allerdings bekommt Krennic die allgemeine Bereitschaft zum Verrat innerhalb des galaktischen Imperiums am eigenen Leibe zu spüren, als ihm der Imperator das Kommando über den von Krennic konzipierten Todesstern verwehrt und er stattdessen den aalglatten Gouverneur Grand Moff Tarkin (ursprünglich gespielt von Horrorfilm-Ikone Peter Cushing) vor die Nase gesetzt bekommt.

Obwohl Krennic auf diese Weise ebenso verliert wie auch die tragischen Helden in Rogue One – A Star Wars Story gehört die von Ben Mendelsohn mit Leben erfüllte Figur zu den ausgesprochenen Fan-Favoriten von Warslern, die sich mehr mit der dunklen als der hellen Seite der Macht verbunden fühlen: Bereits kurz nach dem Kinostart von Rogue One konnte man die ersten Kostüme auf Conventions und anderen Veranstaltungen sehen, die der blütenweißen imperialen Uniform von Direktor Orson Krennic nachgebildet waren. Krennics ranghöherer Konkurrent Tarkin kann ihm in dieser Hinsicht jedenfalls nicht das Wasser reichen.

Auch nach Rogue One gut im Geschäft

Obwohl Rogue One sicherlich einen Höhepunkt in der Karriere von Ben Mendelsohn darstellen dürfte, ist sein Auftritt in der Star Wars Story keineswegs seine bislang letzte Arbeit: Danach sah man ihn in der Rolle des britischen Königs Georg VI. im Historien-Drama Die dunkelste Stunde, als fiesen Cyber-Kriminellen Nolan Sorrento in Steven Spielbergs grandiosem Ready Player One (2018) sowie als den berühmten Sheriff von Nottingham in der 2018er-Verfilmung von Robin Hood. Mit seiner Darstellung des zur Alien-Rasse der Skrull gehörenden Generals Talos in den beiden MCU-Filmen Captain Marvel und Spider-Man: Far From Home (beide von 2019) hat das im Privatleben absolut sympathische „Allerweltsgesicht“ Ben Mendelsohn auch Eingang in die filmischen Comic-Welten von Marvel gefunden.

Musiker aus Leidenschaft

Zu seinen Gratulanten an seinem heutigen Geburtstag dürfte sicherlich Ben Mendelsohns 2014 geborene Tochter aus der 2016 geschiedenen Ehe mit der britisch-amerikanischen Journalistin Emma Forrest gehören. Sein Geburtstagsständchen kann sich „Direktor Krennic“ möglicherweise gar selbst spielen: Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler ist Mendelsohn begeisterter Musiker und spielt sehr engagiert in einer Band.

Wir von Warp-Core.de wünschen wie üblich: Möge die Macht an deinem Ehrentag (und natürlich auch darüber hinaus) mit dir sein!

„I think if you have to kiss or kill someone on screen then it’s a good idea to talk about it beforehand, just because it makes it easier to go where you need to go.“

Ben Mendelsohn im Web

IMDb

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Thorsten Walch
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Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im letzten November im Mülheimer iFuB-Verlag erschienen ist. Bei warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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