Mit dieser Folge widmet sich die Serie dem Genre der Soap-Opera zu. Mit gemischten Erfolg.
Ein Unfall und alles ändert sich
Captain Christopher Pike (Anson Mount) kommt nach einem Shuttle-Unfall wieder zu sich. Er ist auf der Krankenstation, doch etwas ist anders. Seine Mannschaft verhält sich anders, so als ob sie in einer Art Soap Opera sind.
Unterdessen muss La’an (Christina Chong) Spocks Halbbruder Sybok (Ethan Peck) aus dem Gefängnis holen, damit dieser seinem beim Unfall schwer verletzten Bruder hilft. Doch hat der Gefangene kein Interesse und fordert die La’an bei jeder Gelegenheit heraus. Es fliegen im wahrsten Sinne des Wortes die Funken.
Doch niemand ahnt, dass sie alle Teil eines Projekts sind. Der mysteriöse Barkeeper (Rhys Darby) aus der Hochzeit der dritten Staffel ist wieder da. Und die Vorkommnisse sind Teil seines Versuchs, eine Hausarbeit zu erfüllen, in dem er der Mannschaft hilft.
Den kennt man doch von früher
Mittlerweile setzt sich der Eindruck fest, als ob die Macher von Star Trek – Strange New Worlds die vierte Staffel vor allem als Experimentierfeld nutzen. Sie scheinen herausfinden zu wollen, welches Genre im Kontext von Star Trek funktioniert und welches nicht. Mit der Konsequenz, dass die aktuelle Season sich gefühlt von Gimmick zu Gimmick hangelt. Und in dieser Woche ist in Wie Chronitonen durch das Stundenglas das Soap Opera-Genre als Gimmickquelle dran.
Zugegeben, man versucht den Zuschauer jetzt nicht für dumm zu verkaufen. Die Macher wissen, dass dieser weiß, dass es unglaubwürdig wäre, wenn auf ein Mal die Serie sich soaplastig gibt, ohne eine glaubhafte Erklärung dafür zu haben. Und diese wird damit geliefert, dass der Verursacher von den ganzen Ereignissen niemand geringeres als der Trelane-Ähnliche Q aus Hochzeitsglocken-Blues ist.
Rhys Darby spielt erneut diese Figur. Und es ist ihm und seiner Darstellung zu verdanken, dass er verhindert, dass diese Folge ein kompletter Reinfall wird. Einfach, weil die Art und Weise, wie er in die Handlung integriert wird, mal als eine Art Regisseur, dann als ein Schauspieler, dafür sorgt, dass man am Ball bleibt. Seine „Bemühungen“ sorgen am Ende hierfür, dass das Chaos ja im Prinzip noch größer wird. Weshalb man sich auch jedes Mal amüsiert, wenn er auftritt.
Und wieder Gimmicklastig
Der Gegenpart von der Figur ist Captain Christopher Pike. Und mit dieser Folge kann Anson Mount einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit beweisen. Er ahnt von Anfang, dass etwas faul ist. Derweil er gleichzeitig einige persönliche Traumata verarbeitet. Zu sehen, wie er damit umgeht, wie er allgemein versucht, in der aktuellen Lage den Überblick zu behalten, das ist wirklich großartig rübergebracht.
Doch ansonsten ist das eben auch eine weitere Gimmick-Folge. Noch dazu eine, die nicht wirklich jemanden ansprechen würde. Ganz zu schweigen davon, dass dies ebenso eine Episode sein dürfte, die man gefühlt entweder super oder schlecht findet. Ein dazwischen dürfte bei vielen nicht vorhanden zu sein.
Das Problem ist, dass sich der Innovationsfaktor extrem abnutzt. Irgendwann ist der Gedanke daran, dass die nächste Folge höchstwahrscheinlich erneut gimmicklastig wird, einer, der Augenrollen hervorruft. Es wäre schön, wenn Strange New Worlds sich wieder mehr auf die Tugenden der ersten beiden Season besinnt, die längst nicht so von Gimmicks abhängig waren, wie es in der aktuellen Staffel der Fall ist.
Genre-Fan muss man sein
Das Problem ist außerdem, dass nicht jede Figur gleichermaßen von so einer Gimmicklastigen Folge profitiert. In diesem Fall ist es einmal mehr La’an, die das Nachsehen hat. So nett das Spiel mit Sybok auch sein mag, sie kommt hier nicht wirklich gut weg. Spocks Halbbruder, von Ethan Peck wirklich großartig verführerisch dargestellt, scheint ihr immer einen Schritt im Voraus zu sein. Er spielt mit ihr, sie ist für ihn nicht mehr ein Hindernisse für seine eigentlichen Ziele.
Es mag sein, dass hierdurch die Trennung von La’an und Spock aufgearbeitet wird. Aber das hätte man deutlich besser lösen können. Und vor allem auf eine Art und Weise, die nicht Probleme mit der Kontinuität hervorrufen.
Und man muss schon ein ziemlicher Soap-Opera-Fan sein, um diese Folge wirklich genießen zu können. Wer, wie ich, mit diesem Genre nichts am Hut hat, der wird schnell seine Probleme haben. Weil hier vieles dafür getan wird, um sie so zu drehen, wie man es von der Vorlage her erwarten könnte. Inklusive dramatischer Redepausen und sehr merkwürdigen Zooms.
Am Ende ist es eine eher durchschnittliche Folge. Eine, die deutlich macht, dass Strange New Worlds dringend normale Episoden braucht, deren Dreh- und Angelpunkt mal kein Gimmick ist. Sondern ein normales Star Trek-Abenteuer, wie es die Serie früher öfters hatte.
Info
Regie: Anna Dokoza
Drehbuch: Dana Horgan & Bill Wolkoff
Showrunner: Akiva Goldsman, Henry Alonso Myers
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