Es gehört schon Mut dazu, den Hauptcharakter zum Auftakt einer neuen Staffel nur am Ende auftreten zu lassen.
Ein blutiger Krieg
Lady (Scout Taylor-Compton) sitzt vor dem eingefrorenen Dante und erzählt ihm von dem, was in der letzten Zeit geschehen ist. Sie berichtet davon, wie sie die Hölle infiltriert hat, derweil jede Menge amerikanische Soldaten zur Ablenkung ihr Leben ließen. Ihr Ziel war die Zitadelle von Mundus, der, als er auf dem Schlachtfeld persönlich aktiv, abwesend war. Sie stahl ein mächtiges Objekt und lieferte es anschließend bei ihren Vorgesetzten ab. Sie wollte dann kündigen, wurde allerdings mit der Beförderung zum Oberkommando über alle Streitkräfte davon abgehalten. Was sie stark beschäftigt.
Unterdessen ist Vergil (Robbie Daymond) auf der Seite der Dämonen nicht glücklich. Er kriegt eine Warnung vor Uroboros, die angeblich nichts Gutes vorhaben. Und muss sich gleichzeitig damit auseinandersetzen, dass ihn alle Dämonen als Sapien, als normalen Mensch ansehen. Bis ihm sein König Mundus eine Mission gibt, die ihn in die Menschenwelt führt. Wo er allerdings schon erwartet wird.
Für eine Videospieladaption war Devil May Cry in Ordnung. Nicht überragend, aber auch nicht sonderlich schlecht. Es war eine Serie, die die Vorlage sehr frei interpretierte. Und immerhin so erfolgreich war, dass sie eine zweite Season erhielt. Die ab jetzt auf Netflix verfügbar ist.
Kleine Veränderungen
Hinter den Kulissen hatte sich nur wenig geändert. Dieses Mal war Showrunner Adi Shankar alleine für die Geschichten zuständig, die er gemeinsam mit diversen anderen Autoren in Drehbücher umwandelte. Neu zum Maincast hinzu stieß Graham McTavish (The Witcher), der den Charakter Arius von Erenburg sprechen sollte, der der CEO von Uroboros Corporation und der Gründer von Darkcom sein sollte.
Die Folge beginnt mit einer sehr langen Actionsequenz, in der man sieht, wie zum einen das US-Militär einen blutigen und verlustreichen Krieg gegen die Höllendämonen kämpft. Derweil parallel Lady ebenfalls in die Hölle eindringt, wenn auch eher hinter den feindlichen Linien. Und mit einem bestimmten Ziel.
Die Sequenzen, in denen dies geschieht, werden gut in Szene gesetzt. Man sieht, wie die US-Soldaten nacheinander dezimiert werden, ehe sie einen besonders großen Dämon ausschalten können. Derweil Lady zwischendurch von ihrer Mission abweicht, um harmlose Dämonen aus dem Gefängnis zu befreien, um sich danach wieder ihrem eigentlichen Hauptziel zu widmen.
Nervige Musik
Präsentiert wird dies mit viel Nu-Metal-Musik. Die nur ab und an von Dialogen unterbrochen werden, die sie dann allerdings übertönt. Ehe anschließend die musikalische Untermalung ungestört fortgesetzt werden kann.
Das Problem ist, dass irgendwann die Musik anfängt zu stören. Man hat fast den Eindruck, dass die Serie dadurch wie eine Art überlanges Musikvideo wirken sollte, denn wie etwas Eigenständiges, wie eben eine Videospieladaption. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Sequenz abzukürzen, eigene Musik oder solche aus der Vorlage zu übernehmen.
Immerhin wird es danach etwas spannend. Als man nämlich sieht, wie Uroborus und Darkcom deutliche Propaganda betreiben. Derweil sie gleichzeitig ihre eigene Pläne vorantreiben, die vermutlich nichts Gutes bedeuten werden.
Leidlich interessant
Diese Ereignisse bilden die erste Hälfte von Die Gefallenen. Die zweite handelt von Vergil, Dantes Bruder, der auf der Seite der Dämonen kämpft. Er wird in eine Verschwörung verwickelt und wird so zu einem unfreiwilligen Handlanger Uroborus und Darkcoms. Wobei das Ende darauf hindeutet, dass er nicht wirklich bereit ist, sich vollständig an ihre Pläne zu halten.
Dieser Part der Folge ist leidlich interessant. Man merkt ihr an, dass besonders hier vieles für die aktuelle Season vorbereitet wird. So das es zum Beispiel interessant wird, ob Vergil wirklich weiterhin an der Seite Mundos kämpft, wo doch dessen Handlanger ihn alle verachten.
Was die Hölle angeht, wird natürlich nicht auf den obligatorischen Verräter verzichtet. Der selbstverständlich ein Hofnarr ist, der seine eigenen Pläne hat und im Hintergrund die Fäden zieht. Der Charakter ist jetzt schon sehr nervig und zwar nicht im positiven Sinne.
Keine gute Entscheidung, den Hauptprotagonisten nicht auftreten zu lassen
Die ganze Zeit über tritt Dante selbst nicht auf. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis gelegt. Und das ist eine durchaus mutige Entscheidung, da so die Hauptfigur der Reihe nicht selber aktiv ins Geschehen eingreift. Stattdessen müssen die Nebencharaktere versuchen, diese Lücke zu schließen. Was nur bedingt funktioniert, da man die Serie eben wegen Dante und seinen Sprüchen schaut. Die in dieser Episode natürlich entsprechend fehlen.
Am Ende ist dies kein Auftakt nach Maß. Viele Entscheidungen, die hier getroffen werden, wirken merkwürdig. Und könnten sich auf lange Sicht rächen.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar, Geschrieben vonAlex Larsen and Adi Shankar
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Han Seung Woo
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