Das sich das Dasein als Superheld und ein Privatleben nur mühsam ausbalancieren lassen, ist nichts neues.
Ironisch
Invincibles (Steven Yeun) Superheldenkarriere macht Fortschritte. Er rettet sogar die Erde vor einem Asteroiden. Doch gleichzeitig kriselt es in seinem Privatleben. Seine Beziehung zu Amber leidet unter seinem Dasein als Superheld.
Gleichzeitig wird er von dem mit Superkräften ausgestatteten Handlanger des Schurken Machinehead (Jeffrey Donovan), Titan (Mahershala Ali), um Hilfe gebeten. Dieser möchte endlich endgültig mit dem Bösewichten brechen, doch das ist alles andere als einfach. Deshalb soll ihm der Held helfen, was aber am Ende in einer Katastrophe endet.
Ein Merkmal der Invincible-Reihe war ja bislang unter anderem eine realistischere Darstellung des Superhelden-Lebens. Weshalb es dann auch so ironisch ist, dass in Das hat echt wehgetan eine solche zum Schwachpunkt der Folge wird. Hier ist das Problem einfach, dass dieser eine Aspekt bereits schon woanders ausgiebig dargestellt wurde. Doch dazu später mehr.
Da stimmt etwas nicht
Erneut werden in dieser Episode diverse Plots vorangetrieben. Darunter auch der, in der die Familie von Invincible im Mittelpunkt des Geschehens steht. Genauer gesagt stößt seine Mutter Jody auf das Notizbuch von Darkblood, was sie dazu animiert, selber aktiv zu werden. Und nach dem Kostüm zu suchen, dass ihr Ehemann bei der Ermordung der alten Guardians trug.
Dabei wird das Verhalten von Omni-Man immer merkwürdiger und merkwürdiger. Er treibt seinen Sohn zum Äußersten und es scheint ihm egal zu sein, dass darunter auch sein Privatleben leidet. Und als Invincible Titan helfen will, lehnt er das ab, weil er meint, das sei unter seinem Niveau.
Es hat den Anschein, dass er mit seinem Sohn etwas Bestimmtes vorhat. Etwas, dass er nur halb mit seinen Worten verstecken kann. Und etwas, dass ihn scheinbar immer mehr unter Druck setzt. Druck, den er an seinen Sohn weitergibt.
Das kennt man schon
Der in dieser Folge sehr viele schmerzhafte Lektionen erfahren muss. So etwas, dass das Dasein eines aktiven Superhelden sich nur schwer mit dem Privatleben unter einen Hut bringen lässt. Oder dass es immer jemanden gibt, der stärker ist, als er.
Es ist vor allem diese Nicht-Balance, die enttäuscht. Denn das ist etwas, was man bereits und vor allem aus Spider-Man kennt. Filme wie Spider-Man 2 haben dies schon präsentiert und die Serie bietet dasselbe, nur noch ausführlicher. Es ist enttäuschend, weil Invincible die letzten Folgen ein hohes Niveau in Sachen realistischer Darstellung gefahren ist. Dass sie hier und jetzt dieses alte Drama in neuem Anstrich präsentiert, passt einfach nicht zu der Serie.
Vor allem auch, weil abzusehen ist, dass Mark Amber irgendwann gestehen wird, dass er ein Superheld ist. Das ist die einzige logische Entwicklung, die dieser Plot nehmen kann. Alles andere wäre unlogisch.
Eine unglaubwürdige Wende
Immerhin gefällt der Titan-Plot. Hier hat die Serie eine Figur wieder auftauchen lassen, die sie in dieser Folge massiv und gut ausbaut. Man erfährt, wer er ist, für wen er arbeitet und dass er trotz seiner schmutzigen Arbeit eine Art Ehrenkodex hat, der verhindert, dass er Zivilisten zu sehr schaden kann. Ein interessanter und charismatischer Charakter, bei dem sich die Reihe am Ende einen netten Twist Einfällen lässt. Der hoffen macht, dass er irgendwann wieder auftaucht.
Der Kampf gegen Machinhead und dessen Schurken ist dann wieder das übliche, blutige Massaker. Bei dem die neuen Guardians of the Globe sich über weite Teile erneut wie Amateure vorführen lassen. Ehe sie dann am Ende das Blatt wenden können. Leider wirkt eben jener Aspekt unglaubwürdig und etwas zu sehr aus dem Hut gezaubert. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Samson sie noch zu Beginn der Folge für ihre mangelnde Teamarbeit und das unnötige Aufsspielsetzen von Zivilisten kritisiert hat.
Und noch etwas muss man am Kampf kritisieren. Man sieht, wie Battle Beast – übrigens eine interessante Figur – mit seinem Streitkolben auf Invincibles Bauch einschlägt, so das man meint, dass er aufplatzt. Nur um am Ende zu sehen, dass er noch heil ist. So ein Logikbruch ist enttäuschend.
Es ist die schwächste Folge der bisherigen Reihe.
Informationen
Regie: Jay Baker
Drehbuch: Christine Lavaf
Showrunner: Simon Racioppa
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