Dieses Finale lässt einen von der ersten bis zur letzten Sekunde kaum Luft holen.
Eine Klammer wird geschlossen
In dem Prozess gegen Karen Page beginnt Matt Murdock (Charlie Cox) seinen letzten Schachzug. Zunächst lässt er Wilson Fisk (Vincent D’Onofrio) in den Zeugenstand rufen, der dies versucht in eine PR-Kampagne umzuwandeln. Doch dann lässt der Teufel von Hell’s Kitchen die Zeugenaussage des ersten Offiziers der Northern Star zeigen, nur um anschließend, um diese zu untermauern, seine Identität als Daredevil der Öffentlichkeit preiszugeben. Mit der Konsequenz, dass der Gerichtsprozess eingestellt wird.
Doch damit ist noch nicht alles ausgestanden. Wilson Fisk verbarrikadiert sich im Gerichtsgebäude und lässt seine AVTF-Leute aufrücken. Derweil vor dem Gebäude die Stadt die Rebellion gegen ihn und seine Machenschaften wagt. Es droht eine lange und blutige Auseinandersetzung.
Mit Das Kreuz des Südens wird nicht nur vom Titel her eine Klammer geschlossen, die zu Beginn dieser Season mit Die Northern Star aufgemacht wurde. Auch inhaltlich wird vieles abgeschlossen. Derweil gleichzeitig aber ebenfalls einige Plots für die kommende Staffel vorbereitet werden.
Eine zweigeteilte Folge
Für den Zuschauer ist diese Episode eine Tour de Force. Er wird von Anfang bis Ende auf die Folter gespannt. Und kann hier sehen, wie die unterschiedlichen Facetten der Daredevil: Born Again-Serie zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen werden. Mit dem Ergebnis, dass, als die Credits über den Screen laufen, man sich vollkommen erschöpft zurückfallen lässt. Und einem dann auffällt, dass man die ganze Zeit kaum gewagt hat zu atmen, weil das, was man hier gesehen hat, so spannend war.
Mit Facetten ist gemeint, dass diese Folge zweigeteilt ist. Der erste Part ist ein schon fast klassischer Gerichtssaal-Thriller. Wo Anklage und Verteidigung vor dem Richter sich ein Gefecht darum liefern, welche Aussage zulässig ist oder nicht und welcher Beweis gilt. Hier sieht man, was für ein erstklassiger Anwalt Matt Murdock ist, weil er die Gegenseite als Schachfiguren für ein schon fast vierdimensionales Schachspiel nutzt, wo nur er weiß, was welcher Zug bringt.
Dabei bringt er auch Opfer dar, um siegreich zu sein. Er opfert quasi sein eigenes Leben, seine Geheimidentität, in dem er öffentlich macht, dass er Daredevil ist. Und es ist nicht so, als ob dies aus Unwissenheit oder Ähnlichem geschieht. Er weiß genau, was er hier tut und was seine Taten für Konsequenzen haben.
Alle Register gezogen
Natürlich ist Kingpin nicht willens, klein beizugeben. Im Gegenteil: Er beharrt darauf, dass er weiterhin Bürgermeister bleibt, das alles, was er getan hat, gut für die Stadt war. Dabei stellt sich selbstverständlich die Frage, ob er dies aus Trotz tut. Oder weil er in seiner Trauer nicht auch noch etwas Weiteres verlieren möchte, was ihm wichtig ist.
In jedem Fall führt das Ende des Prozesses dann zum zweiten Part, der zweiten Facette der Folge. Es ist die klassische Superheldenaction, die hier und jetzt stattfindet. Allerdings beißt sich diese nicht mit dem ersten Teil. Denn die Episode macht klar, dass dieser Part abgeschlossen ist und das ab jetzt ein anderer Ton herrscht.
Und hier zieht die Folge alle Register. Die Tour de Force geht weiter und lässt einen noch nicht mal ansatzweise kalt. Im Prinzip ist dies auch der Part, wo all die Subplots und Nebencharaktere und ihre Entwicklungen, die sie in dieser Season durchlaufen haben, ihren Höhepunkt und Abschluss finden.
Ein Ende, das Sinn macht
Es ist wirklich großartig, wie diese Folge allen Figuren, die etwas zur Handlung beitrugen, eine Möglichkeit gibt zu glänzen. BB ist es, die sich in einem ihrer neusten Videos selber demaskiert und die Menge anheizt. Es ist Angela del Toro, die beim Kampf gegen die Menge des Kingpins das Erbe ihres Vaters antritt. Und es ist sogar Poindexter, der einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, dass die AVTF nicht gleich zu Beginn einen Wirkungstreffer landet.
Dabei baut die Episode eine Parallelität zwischen Daredevil und seinen Leuten auf der einen Seite auf, wie sie sich durch die AVTF-Leute kämpfen. Derweil man auf der anderen Seite einen wütenden Kingpin sieht, der die als Daredevil verkleideten Bürger, die ihn stürzen wollen, verprügelt, verkrüppelt und tötet. Beide Parteien bewegen sich aufeinander zu.
Packend
Es ist ein packendes Finale, bei dem vor allem das Ende mit Matt Murdock eindeutig auf die dritte Staffel hinarbeitet. Denn es ist kein zufriedenstellendes Ende. Man will nicht, dass das Gute für seine Taten büßt. Und muss es hier und jetzt erst mal akzeptieren.
Es ist ein großartiger Schlussstrich unter einer der besten MCU-Serien, die es seit Langem gab. Und man ist jetzt umso mehr auf die dritte Season gespannt, bei der man jetzt schon weiß, dass da die Defenders wieder auftreten werden.
Info
Drehbuch: Dario Scardapane & Jesse Wigutow
Showrunner: Dario Scardapane
Regie: Iain B. MacDonald
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