Diese Folge braucht etwas, bis sie endlich genügend Fahrt aufgenommen hat, um zu unterhalten.
Einen Gang zurück
Dante (Johnny Yong Bosch) und Mary (Scout Taylor-Compton) haben vor, einen alten Bekannten des Dämonenjägers zu besuchen. Es handelt sich hier um den alten Magier Lucan (Keith David), der sie auch empfängt. Als sie ihm erklären, was geschehen ist und Dante ihm die medaglia zeigt, ergreift er sofort Maßnahmen. Denn um das Objekt zu zerstören, braucht er Zeit. Und diese verschafft er sich dadurch, dass er Illusionen auf der ganzen Welt erschafft, die die Armeen von Arius die Suche nach dem wahren Standort erschweren soll.
Derweil sollen sich Dante und Mary um seine junge Enkelin Mattie (Paris Johnson) kümmern. Die ist ein ziemlicher Wildfang und hält die beiden ganz schön auf Trab. Erst, als sie endlich einschläft, sind die zwei bereit, über ihre Gefühle zueinander zu reden. Doch zu einem Ergebnis kommen sie nicht. Und einige Zeit später greifen die Chis das Anwesen von Lucan an, mit dem Ziel, ihm das medaglia zu entreißen.
Nachdem die letzten beiden Episoden der Serie gut bis sehr gut waren, wird in Der Garten der tödlichen Sünden qualitätstechnisch einen Gang zurückgeschaltet. Das Ergebnis ist eine Folge, die zwar nicht schlecht ist. Aber auch nicht gut. Sie braucht nur sehr lange, um Fahrt aufzunehmen.
Das Ende ist vorhersehbar
Genauer gesagt wird sie erst ab der zweiten Hälfte, ab dem Part, wo die Action ausbricht, interessant. Weil es hier viel zu beobachten und kommentieren gibt. Auch wenn das Ende dann wieder eher so mittelmäßig ausfällt.
Ein Problem dieser Folge ist, dass man die ganze Zeit merkt, dass Lucan zwar eine interessante Figur ist. Es aber zu viel verlangt wäre, wenn er es wirklich schaffen würde, das medaglia zu vernichten. Und spätestens ab dem Moment, wo seine Enkelin eingeführt wird, ahnt man, dass er das Ende der Folge höchstwahrscheinlich nicht überleben wird. Sondern vermutlich sein Leben für ihres opfert.
Dabei übertrifft sich die Serie bei der Einführung von Mattie animationstechnisch selbst. Selten wurde eine Figur in der Reihe so lebhaft, so lebendig und so großartig eingeführt. Man schließt sie und ihre forsche und freche Art sofort ins Herz. Sie ist phänomenal und schon jetzt eine Bereicherung für die Serie. Bei der man es kaum erwarten kann, zu beobachten, wie sie sich weiterentwickeln wird.
Zum Finale geht es heiß her
Doch das hat eben auch zur Konsequenz, dass im Vergleich ihr Opa zwar mystisch wirkt. Aber gleichzeitig ebenfalls blass und langweilig. Er hat magische Kräfte, er weiß von der Hölle, er kann Dante ausbilden: Das ist zwar alles interessant, schafft es jedoch nicht, den Zuschauer zu fesseln.
Weshalb dann auch die Handlung eher so vor sich hin plätschert. Man sieht zwar an einer Stelle, dass Mary trotz gegenteiliger Behauptung gewisse Gefühle für Dante hegt. Doch so recht wird dies nicht artikuliert. Später tanzen die beiden eher um den heißen Brei herum, womit klar ist, dass das Thema einen noch etwas länger beschäftigen wird.
Doch dann bricht der finale Akt an. Und da geht es zur Sache. Es ist ein einziges Massaker, bei dem allerdings Mary und Dante gehörig ins Schwitzen kommen, um anschließend am Ende zu unterlegen.
Das kennt man doch von irgendwo her
Es gibt hier einige interessante Beobachtungen zu machen. Da ist zum einen Marys Outfit, das nicht mehr ihre übliche Uniform ist, sondern mehr ein normaler Anzug. Wenn auch etwas offenherziger, als man es erwartet hätte. Vielleicht geht die Serie hier einen Schritt in die Richtung der Klamotten, die sie in den Videospielen trug.
Dann ist da die Tatsache, dass Dante vor allem deshalb unterlegt, weil er mit ansehen muss, wie Mary anscheinend stirbt. Auch hier wird angedeutet, dass er wohl etwas für sie empfindet.
Das Kampfgeschehen wogt hin und her und am Ende siegt das Böse, weil es, wie nicht anders gewöhnt betrügt. Trotzdem sorgt das Ende dafür, dass man gespannt ist, was als Nächstes geschehen wird. Insofern hat die Folge keinen bleibenden Schaden verursacht.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar, Geschrieben von Alex Larsen
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Park So Young
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