Am Ende findet man Hoffnung und Unterstützung an Orten, wo man es nicht vermutet hätte.

Endlich das richtige Niveau gefunden
Dorian Hawkmoon macht sich auf den Weg nach Kamarg. Dort soll er als Spion für das granbretanische Imperium arbeiten, das all seine Aktionen durch das schwarze Juwel, welches in seine Stirn eingebettet ist, beobachten kann. Doch als er ankommt, stellt sich heraus, dass der Graf Brass seine Familie gut kannte. Und ihm deshalb eine Möglichkeit bietet, zumindest zeitweise der Kontrolle der Granbretaner zu entkommen.
Das geschieht zur rechten Zeit. Denn das Imperium zieht unter der Führung von Baron Meliadus ein Riesenheer vor den Toren der Kamarg zusammen. Schon bald bricht eine große Schlacht aus, deren Auskommen über das Wohl und Wehe der restlichen Welt entscheidet.
Mit Die Schlacht von Kamarg hat man jetzt im zweiten Band der Hawkmoon-Reihe wirklich das Gefühl, dass die Serie aus allen Zylindern feuert. Endlich hat man eine Story vor sich, die spannend ist. Bei der es hoch her geht und bei der es auch einige Überraschungen gibt.
Gut genutzte Zeit
Bis allerdings die Schlacht anfängt, vergeht einiges an Zeit. Knapp die Hälfte des Albums dauert es, bis diese startet. Und doch ist diese Länge keine vergeudete. Im Gegenteil: Hier geschehen gleich mehrere Dinge, die für den Rest des Albums, aber vermutlich auch für die noch kommenden Bände wichtig sein dürften.
Dabei ist die große Überraschung, dass Graf Brass die Familie von Dorian Hawkmoon kannte. Wie er herausfindet, ob der versklavte Krieger wirklich der ist, der er vorgibt zu sein, ist hierbei vor allem interessant zu lesen. Ebenso, was dann darauf folgt.
Denn es zeigt sich, dass der Graf und seine Gefolgsleute über Möglichkeiten verfügen, mit der die Gegenseite so nicht gerechnet haben dürfte. So schaffen sie es, das Juwel zumindest zeitweise zu deaktivieren, so das die Granbretanier nicht verfolgen können, was Dorian alles sieht und tut. Damit allerdings noch Spannung überbleibt und nicht das Gefühl aufkommt, dass dies zu einfach ist, wird gleich noch eine Einschränkung eingebaut. Denn es handelt sich nämlich um keine endgültige Lösung, sondern nur um eine temporäre.
Ein Kampf auf Augenhöhe
Was dann dazu führt, das Dorian und die Tochter des Grafen, Yisselda, sich ineinander verlieben. Was dann ein zusätzliches Element ist, das dafür sorgt, dass der junge Hawkmoon noch mehr an dem Überleben der Kamarg interessiert sein dürfte.
Dies wird vor allem im zweiten Teil des Albums wichtig. Als es dann zur titelgebenden Schlacht kommt. Und hier dreht das Kreativteam erst so richtig auf.
Es ist eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Bei der sich beide Seiten nichts schenken. Und wo beide Seiten auch viele Überraschungen aufbauen. So, dass das Kampfgeschehen hin und her wogt. Es ist nie so wirklich klar, welche Partei jetzt gerade am die Oberhand hat und welche nicht.
Ein temporärer Sieg
Am Ende gibt es allerdings einen eindeutigen Sieger. Wobei allerdings ebenso klar wird, dass dieser Sieg kein endgültiger ist. Vielmehr wird hier eine künftige Schlacht vorbereitet, die in der nahen Zukunft stattfinden dürfte. Und bei der sich die Umstände geändert haben dürften.
Baron Meliadus kommt in diesem Album ebenfalls vor. Und er wird weiter als der große Gegenspieler zu Dorian Hawkmoon aufgebaut. Denn es kommt in der zweiten Hälfte der Geschichte zu einer Wiederbegegnung zwischen den beiden. Die die Feindschaft zwischen den beiden nur noch weiter anheizen dürfte.
Es ist ein großartiges Album.
Info
Szenario und Adaption: Jerome Le Gris
Zeichnungen: Benoit Dellac, Didier Poli
Farben: Bruno Tatti, Angelina Rodrigues
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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