In der neusten Reihe aus der Feder von Jean-Luc Istin geht es auf die Meere von Aratheon.

Der größte Wunsch eines Kindes
Agora ist zwölf Jahre alt und träumt von einem Leben als Piratin. Ihr Familienleben ist überwiegend freudlos. Nur ihr Vater schenkt ihr Zuneigung und ein wunderschönes Medaillon. Doch dann überfallen Meuchelmörder die Familie und sie selbst überlebt nur dank des Orks Thoorak.
Dieser ist ein Mitglied der „Bruderschaft der Stürme“. Und nimmt sie mit an Bord des Schiffes „Laterne“, auf dem er dient. Für einige Jahre erlebt sie eine wunderschöne Zeit. Bis Thoorak sie eines Tages in einer Hafenstadt zurücklässt. womit für sie ein neuer Abschnitt in ihrem Leben anfängt.
Welches Kind hat nicht davon geträumt, Pirat zu werden? Vor allem dank One Piece oder Fluch der Karibik ist dies einer der größten Wünsche, die man als Kleinkind haben kann. Mit Bruderschaft der Stürme wird dies jetzt im Comic-Format umgesetzt. Der erste Band hat den Titel Thoorak.
Piraten meets Fantasy
Wobei dies nicht einfach nur eine Piratenstory ist. Denn bei dem Kreativteam dürfte klar sein, dass es hier fantastisch wird. Jean-Luc Istin, einer der beiden Szenaristen, ist unter anderem für seine Geschichten in Elfen oder Die Kriege von Arran bekannt. Auch Sylvain Cordurié ist durch Stories aus Reihen wie Magier oder Orks & Goblins bekannt. Was ebenfalls für den Zeichner Giovanni Lorusso, den man von Die Saga der Zwerge oder Die Kriege von Arran her kennt, gilt.
Bei so einem Kreativteam ist natürlich klar, was den Leser hier erwartet: Eine durchaus spannende Story, die Fantasy-Elemente mit Piraten-Erzählungen wild vermischt. Das Ergebnis ist ein Comic, der es wirklich in sich hat.
Dabei wird man als Leser nicht geschont. Der Bodycount in Thorrak ist hoch. Hier stirbt jeder, egal wie alt oder jung er ist, egal welchen Geschlecht oder Rasse er angehört. Das muss man natürlich im Hinterkopf haben, wenn man diesen Comic liest.
Ein Sturkopf setzt sich durch
Ebenso, wie die Tatsache, dass Agora keine strahlende Heldin ist. Sie hat ihren eigenen Kopf, den sie oft genug ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzt. Wobei es ihr nicht an Mitgefühl mangelt. In ihrem zweiten großen Lebensabschnitt hilft sie einer alten Dienerin, derweil sie parallel intensiv Magie lernt.
Es ist diese Hartnäckigkeit, die sie zu einer interessanten Protagonistin macht. Es mag sein, dass sie denjenigen, die ihr nicht gefallen, zeigt, wie wenig sie von ihnen hält. Aber gleichzeitig schafft sie es dank ihres Sturkopfes ja auch, das Unmögliche möglich zu machen. Wie eben ein Lehrling des Magiers Erebran zu werden, bei dem sie im Laufe der Jahre Nekromantie lernt.
In ihrem Leben spielt Thoorak eine große Rolle. Denn er ist es, der sie nach dem Tod ihrer Familie unter die Fittiche nimmt. Nur um sie dann später völlig allein und ohne Vorwarnung zurückzulassen. Was sie eben dazu treibt, Lehrling von Erebran zu werden. Auf ihn hat sie es abgesehen und doch nicht nur auf ihn.
Es geschieht selten
Ohne zuviel zu verraten, taucht später in der Erzählung ein zweiter Magier auf, der sich schnell zum wahren Antagonisten der Geschichte entwickelt. Es wird eine besondere Beziehung zwischen ihm und Agora aufgebaut, die später dann auch vieles von dem erklärt, was zuvor geschehen ist.
Es ist eine wilde Erzählung, die einen mitreißt. Stellenweise wirkt sie etwas zu wild, weil dann das Gefühl aufkommt, dass hier Plottwists um ihrer selbst Willen eingebaut wurden. Aber das geschieht nur selten.
Giovanni Lorusso liefert ordentliche, realistisch anmutende Zeichnungen ab. Stellenweise wirken sie jedoch ein wenig zu cartoonig. Aber auch das geschieht eher selten.
Insgesamt ist dies ein guter Auftakt.
Info
Autor: J.L. Istin, Sylvain Cordurié
Zeichnungen: Giovanni Lurosso
Farben: Olivier Héban
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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