Ein Wechsel im Kreativteam bringt nur bedingt Besserung für die Reihe.

Einmal Durchwechselei
Die Schlacht von Kastenrock ist vorbei und die alten Völker sind auf der Flucht. Sie ziehen quer durch die Welt, auf der Flucht vor den Armeen der Män, der Menschen, die sie verfolgen und töten. Die Reaktion auf diese Situation fällt unterschiedlich aus.
Redwin, der Schmied, ist zunächst niedergeschlagen. Ehe er auf drei Orkkinder trifft, mit denen er weiterreist. Derweil in ihm eine ungeheure Wut anfängt zu wachsen. Während die Blauelfin Lanawyn schon bald von etwas Schrecklichem verfolgt wird.
Mit Dal’Darum ändert sich einiges in der Die Kriege von Arran-Reihe. Nach den heftigen Ereignissen des Auftaktbands stehen dieses Mal andere Figuren im Vordergrund. Derweil auch das Kreativteam gewechselt hat.
Erfahrungen im Universum
Nicolas Jarry hat bereits viele Stories zu den diversen Reihen beigesteuert, die mit in Die Kriege von Arran einfließen. So hat er unter anderem Geschichten für Orks & Goblins, Magier oder Die Saga der Zwerge beigesteuert. Das Storyboard stammt von Kyko Duarte. Auch er hat bei einigen der Serien in diesem Comicuniversum mitgearbeitet, unter anderem bei Elfen. Die Zeichnungen stammen von Giovanni Lorusso, der ebenfalls an einigen der bereits genannten Reihen mitgearbeitet hat.
Man sieht also, dass hier Leute zu Gange sind, die das Universum mit all seinen Figuren gut kennen. Und das merkt man. Die Geschichte wirkt schlüssig und die Illustrationen gut.
Im Vergleich zum ersten Band ist Nicolas Jarry auch sehr geschwätzig. Doch anders als Jean-Luc Istin ist er niemand, der meint, das Geschehen, das man deutlich sieht, verbal wiederzugeben. Seine Wortflut beschränkt sich auf überwiegend auf die Dialoge, was deutlich entspannter zu lesen ist. Auch wenn man sich hier und da wünschen würde, er würde sich bei den Gesprächen etwas zurückhalten, da so mancher Wordballon dann doch zu sehr das Geschehen überdeckt.
Der Wille zum Bruch ist da
Jenes ist wild und abwechslungsreich. Es wird sich hier nicht auf den einen Protagonisten beschränkt. Stattdessen sind es derer mehrere, die in dem 88 Seiten starken Album genügend Platz erhalten, um sich entfalten zu können. Man hat also nicht das Gefühl, dass hier der eine oder andere Handlungsträger zurückstecken muss.
Die dazu noch sehr unterschiedlich sind. Jede der Figuren hat an den Ereignissen der Schlacht von Kastenrock zu knabbern. Doch bei niemanden macht sich dies so stark bemerkbar, wie bei Redwin von der Schmiede.
Man erlebt hier einen Zwerg, der mit der Vergangenheit brechen will. Der nichts mehr von seinem früheren Ruhm erfahren möchte. Und der dann doch gegen seinen Willen wieder in die Ereignisse reingezogen wird und so immer mehr und mehr zu einer wichtigen Identifikationsfigur seines Volkes wird.
Nicht Neueinsteigerfreundlich
Derweil der Krieg sich weiter entwickelt. Die Seite der Menschen setzt dabei auf allerlei fiese Tricks. So beschwören Ungeheuer der Vergangenheit herauf und setzen diese auf wichtige Figuren. So wird die Blauelfin Lanawyn von einem Jabberwocky verfolgt, der dann nur dank des Auftauchens eines anderen Charakter besiegt wird.
Nicolas Jarry verzichtet darauf, editoriale Hinweise auf frühere Abenteuer einzufügen. Er scheint darauf zu vertrauen, dass seine Leser wissen, wo welche Figur was erlebt hat. Was natürlich nicht bei jedem der Fall ist. Schließlich gibt es viele Reihen, die noch dazu mittlerweile mehrere Bände umfassen.
Und das ist auch der größte Nachteil an dieser Reihe: Als Neueinsteiger, als jemand, der keinen einzigen der Vorgängerbände gelesen hat, fühlt man sich aufgeschmissen. Die Geschichte an sich ist großartig, spannend und voller Wendungen. Aber wenn es darum geht, nachzuvollziehen, wieso jene Figur so reagiert, wie sie es eben tut, ist man aufgeschmissen. Und das ist verdammt schade.
Einerseits ein gutes Album. Aber andererseits dann auch wiederum nicht. Und das ist frustrierend.
Info
Autor: Nicolas Jarry
Storyboard: Kyko Duarte
Zeichnungen: Giovanni Lorusso
Farben: J. Nanjan
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
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