Eigentlich würde man bei so einem Auftaktband erwarten, dass er neueinsteigerfreundlich ist.

Eine Armee der Verdammten gegen den Untergang
Die Schwarze Witwe breitet sich aus. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss der menschlichen Könige und Königinnen, die sich das Ziel gesetzt haben, alle nicht-menschlichen Völker zu unterdrücken und zu vernichten. Dazu setzen sie unter anderem eine Droge mit dem Namen Kich ein.
Doch es gibt solche, die nicht bereit sind, dass einfach so hinzunehmen. Zu denen gehört auch der alte Ork Dunnrack. Der gemeinsam mit seinen Getreuen eine Armee aufbaut: eine Armee der Verdammten.
Ich war neugierig, als ich anfing Die Kriege von Arran zu lesen. Die Art und Weise, wie das Cover aufgemacht war, verriet mir, dass die Serie wohl in derselben Welt spielen würde, wie Die Saga der Zwerge, Magier oder Elfen. Alles Reihen, in die ich unbedingt mal reingucken wollte, es aber, angesichts des Umfangs einiger von diesen, nie geschafft hatte. Was sich im Nachhinein vielleicht als großer Fehler erwiesen hat.
Nicht vollständig Neueinsteigerfreundlich
Geschrieben wurde der Band von Jean-Luc Istin, der zuvor schon unter anderem für die Stories von Die Elfen oder Cyborgs zuständig war. Jean-Paul Bordier, der unter anderem auch an einigen Bänden von Die Saga der Zwerge mitgearbeitet hat, hat in dieser Ausgabe teilweise die Storyboards angelegt. Derweil die eigentlichen Zeichnungen von Brice Cossu stammen, der hauptsächlich für seine Arbeiten an der FRNK-Serie bekannt ist.
Meine Erwartungshaltung war, dass dadurch, dass dies der erste Band war, ich als Neueinsteiger problemlos der Handlung folgen könnte. Das war auch zu einem gewissen Grad der Fall. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war, dass ich zum endgültigen Verständnis vor allem von den Figuren am besten ebenso die ganzen anderen Reihen hätte lesen müssen.
Es ist in der Tat so, dass man hier mit Charakteren förmlich zugeschmissen wird, bei denen es stellenweise dann Hinweise auf frühere Auftritte gibt. Die man wohl gelesen haben muss, um besser nachzuvollziehen, wovon sie reden oder wieso sie so handeln, wie sie es tun. Weil ist dem nicht der Fall, ist man der Gelackmeierte.
Don’t Show, Tell
Was insofern schade ist, als das die Geschichte an sich durchaus interessant ist. Wenn man alles halbwegs nachvollziehen kann, dann dürfte einen hier eine epische und spektakuläre Story erwarten. Einen, in der Dunnrack jede Menge Alliierte versammelt. Derweil man sich ständig fragt, wie es dazu kommen wird, dass er zu Beginn anscheinend kurz bevorsteht, gehängt zu werden. Gemeinsam mit vielen anderen.
Leider wird jeglicher Ansatz von Spannung schon allein dadurch erstickt, dass der Erzählstil sehr wortreich ist. Um nicht zusagen geschwätzig. Jean-Luc Istin baut jede Menge Texte ein, um dieses oder jenes zu erklären. Es scheint so, als ob er an die epische Erzählweise beispielsweise eines Tolkiens heranreichen will. Doch vergisst er dabei einige Aspekte.
Denn erstens ist dies ein Comic, kein Buch. In einem Comic gilt immer noch das Prinzip „Show, Don’t Tell“. Und manchmal ist es besser, nichts zu sagen und den Leser seine eigenen Schlüsse ziehen zu lassen.
Ein Misstrauen gegenüber dem Zeichner und den Lesern
Doch, und das ist der zweite Aspekt, den er anscheinend vergessen hat. Durch die geschwätzige Erzählweise drückt er indirekt aus, dass er sowohl seinem Zeichner, wie auch seinem Leser nicht zutraut, die Geschichte und ihre Ereignisse so zu präsentieren und zu verstehen, wie er es sich gedacht hat. Und mit diesem Misstrauen schadet er dem Comic mehr, als es diesem gut tut.
Was insofern schade ist, als dass die Zeichnungen von Brice Cossu durchaus solide sind. Er schafft es, die vielen verschiedenen Figuren unterschiedlich aussehen zu lassen. Nicht nur allein durch ihren Körperbau oder ihre Rasse. Sondern ebenso durch ihre Gesichtszüge oder ihre Kleidung.
Es ist definitiv kein gelungener Auftakt.
Info
Autoren, Illustratoren: Jean-Luc Istin
Storyboard: Jean-Paul Bordier
Zeichnungen: Brice Cossu
Farben: J. Nanjan
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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