Es ist alles andere als einfach, einem hitz- und sturköpfigen Mädchen etwas beizubringen.
Die Charakterisierungen werden vertieft
Korra (Janet Varney) beginnt ihre Ausbildung als Luftbändigerin bei Tenzins Familie. Doch von Anfang stößt sie auf Schwierigkeiten. Sie, die es gewohnt ist, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen und Dinge nötigenfalls zu erzwingen, muss erfahren, dass es Sachen gibt, die sich nicht herbeizwingen lassen. Was, in Kombination mit Tenzins (J.K. Simmons) strenger Art, in ihr starke Frustgefühle auslöst.
Doch dann findet sie etwas, das Ablenkung bindet. In Republic City gibt es eine Sportart, die sich Probändigen nennt. Im Prinzip treten hier zwei Teams a drei Teammitglieder mit unterschiedlichen Bändigungsfähigkeiten gegeneinander an, ehe der Sieger feststeht. Die junge Avatar ist wie fasziniert von diesem Sport. Und lernt schon bald einige Spieler kennen, die ihn ihr näherbringen.
Wie ein Blatt im Wind vertieft die Charakterisierungen von Korra und Tenzin. Derweil die Folge ebenfalls ein Element einführt, dass die kommende Season noch wichtig werden dürfte. Zwar ist nach dieser Episode noch nicht klar, ob und wer der Antagonist dieser Staffel oder gar Serie sein wird. Aber das lässt angesichts der Tatsache, dass dies erst die zweite Folge ist, verschmerzen.
Parallelen zu Aang
Viel wichtiger ist wirklich, dass hier die Figurenzeichnungen verfeinert werden. Und das fängt bei Korra schon an. Man erfährt in dieser Folge mehr über den neuen Avatar, als es in der Auftaktfolge bereits der Fall war.
So zeigt sich einmal mehr, dass Korra ein ziemlicher Stur- und Hitzkopf ist. Hier zeigt sich vor allem die Tatsache, dass sie es nicht gewohnt ist, wiederholt bei etwas zu scheitern. Schließlich hat sie ja bereits von Kindheitsbeinen an Wasser, Erde und Feuer bändigen können. Das die Luft sich sozusagen „weigert“ frustriert sie also sehr.
Allerdings kann man hier Parallelen zu Aang sehen. Der ja beim Erdbändigen auch zunächst Schwierigkeiten hatte, ehe Toph ihn endlich dazu brachte, dabei nicht wie ein Luftbändiger zu denken. Es ist also eine Mentalitätssache, die bei Korra den Erfolg verhindert. Eine Mentalitäts- und eine Persönlichkeitssache.
Wenn die nötige Flexibilität fehlt
Luftbändigen verlangt in der Welt von Avatar eine gewisse Flexibilität. Nicht nur körperlich, sondern auch mental. Wie sich bei der Trainingseinheit zeigt, muss man wie ein Blatt sein, dass mal hier und mal dorthin bewegt. Und das ist etwas, was Korra nicht kann. Eben weil sie zu sturköpfig und geradlinig ist. Eben weil sie zu direkt ist und den Erfolg erzwingen möchte.
Es ist aber auch nicht hilfreich, dass Tenzin ihr Lehrmeister ist. Er versucht, streng mit ihr zu sein, räumt ihr nur wenig Freiheiten ein. Er will sie dazu bringen, sich nur aufs Luftbändigen zu fokussieren. Schränkt sie allerdings dadurch zu sehr ein. So das sie am Ende in einem starken Frustanfall die Trainingsanlage vernichtet und ihm vorwirft, ein schlechter Lehrer zu sein. Ein Vorwurf, der ihn sichtlich trifft, so das er von seinen beiden Töchtern getröstet werden muss.
Doch ist er wirklich so schlecht? Meiner Meinung nach nicht unbedingt. Es ist klar, dass beide voneinander lernen müssen. Das beide von falschen Voraussetzungen ausgegangen sind. Tenzin hat eine Schülerin erwartet, die sich den Lehren, die er von seinem Vater erhalten hat, gegenüber offen zeigt. Derweil Korra erwartet hat, dass er ihr problemlos beibringt, wie man luftbändigt. Da dies beiderseits nicht geschehen ist, ist es verständlich, dass hier Frustgefühle aufkommen.
Die Zeiten haben sich geändert
Und hier kommt das Pro-Bändigen ins Spiel. Es ist ebenfalls ein Zeichen dafür, wie sehr sich die Zeiten seit Aang geändert haben. Weil dies eine Sportart ist, bei der alle Bändigungsarten eingesetzt werden. Das war zuvor noch nicht der Fall.
Mit Josh und Brolin werden dann auch gleich zwei neue interessante Figuren eingeführt. Mako scheint der ruhige, stille und Ernste zu sein, derweil Brolin freundlich und jovial mit Korra umgeht. Es ist ein krasser Gegensatz, der noch dadurch verstärkt wird, das Mako Feuerbändiger ist, während Brolin Erdbändiger ist.
Interessant ist dabei, wie sie Bändigen. Teilweise wirken sie mehr wie Profiboxer oder MMA Kämpfer, anstatt wie Karate oder Kung Fu-Kämpfer, die ja die Vorlage fürs Feuer und Erdbändigen waren. Auch hier zeigt sich, wie viel sich verändert hat.
Es ist wieder eine gelungene Folge.
Info
Regie: Joaquim Dos Santos, Ki Hyun Ryu
Drehbuch: Michael Dante DiMartino & Bryan Konietzko
Showrunner: Michael Dante DiMartino, Bryan Konietzko
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