Ob diese Trilogie wirklich ein Meisterwerk der Science Fiction ist, darf bezweifelt werden.

Überreste aus grauer Vorzeit
Irgendwann in der Zukunft werden Überreste einer uralten Zivilisation namens Hitschi entdeckt. Diese ist spurlos verschwunden. Bis dann in einem Asteroiden Raumschiffe von ihnen entdeckt werden, die Überlichtschnell reisen können. Die sich allerdings kaum steuern lassen.
Einige Zeit später wird eine Expedition zu einer abgelegenen Fabrik der Erbauer der Schiffe geschickt. Diese dann jedoch dort etwas Überraschendes vorfinden. Und wiederum einige Zeit später tauchen die Hitschis wieder auf. Allerdings zeigt sich, dass sie vollkommen anders denken, als die Menschheit.
Die Meisterwerke der Science-Fiction-Reihe aus dem Heyne-Verlag bietet dem geneigten und neugierigen Leser einen Eindruck von Werken, die ursprünglich zu Zeiten erschienen, wo er vielleicht noch nicht geboren war. Das neuste Werk dieser Reihe ist Gateway, ein Band der drei Romane umfasst. Deren Autor Frederik Pohl ist.
Drei Romane, ein Band
Der Schriftsteller wurde 1919 in New York, USA geboren. Er fing in den späten 30er Jahren an, erste Geschichten unter Pseudonyme zu verfassen. Fing jedoch parallel ebenfalls an, als Redakteur und Agent zu arbeiten. Dies tat er bis in die 70er Jahre hinein, ehe er wieder hauptsächlich als Autor tätig war. In dieser Zeit erschienen viele Werke von ihm, die ihn dann auch berühmt machen sollten. Er verstarb am 2. September 2013 und war bis ins hohe Alter noch schriftstellerisch aktiv.
Drei Romane umfasst also dieses Werk. Insgesamt sind in diesem Universum des Schriftstellers fünf Bücher und neun Kurzgeschichten erschienen. Dieser Band druckt jetzt die ersten drei Erzählungen ab, Gateway, Jenseits des blauen Horizonts und Rückkehr nach Gateway. Der Gesamteindruck fällt dabei sehr gemischt aus.
Die erste Geschichte hat eine interessante Prämisse. Im Prinzip liest man hier eine Story von Glücksrittern, von Leuten, die nichts zu verlieren haben und deshalb aufs Geratewohl ins Unbekannte reisen. Und das an Bord von Raumschiffen, deren Funktionsweise kaum verstanden wird.
Was soll dies für eine Geschichte sein?
Parallel dazu liest man, wie Robinette Broadhead regelmäßig zu einem Roboterpsychologen geht. Wo sich dann nach und nach eine ungeheure Wahrheit herausstellt. Und man am Ende auch besser versteht, wie diese beiden so unterschiedlichen Plots zusammenhängen, abgesehen davon, dass sie ein und denselben Handlungsträger haben.
Ehrlich gesagt ist dies eine Story, bei der man lange Zeit nicht so recht weiß, woran man ist. Vor allem der Plot um die Psychotherapie, der sich der Protagonist regelmäßig unterzieht, wirkt wie ein Fremdkörper. Der sich noch dazu mit dem deutlich interessanteren Plot um die Ereignisse an Bord des Asteroiden messen lassen muss. Und entsprechend lange Zeit dabei den Kürzeren zieht, bis er ganz am Ende spannend wird. Leider geschieht dies zu spät.
„Jenseits des blauen Horizonts“ ist auch eine rätselhafte Geschichte. Einerseits handelt es sich um die Expedition zu dieser fernen Fabrik, die aus einer Familie besteht, wo die Männer teilweise wie notgeil wirken und es kaum erwarten können, bis die Teenagerin Janine erwachsen ist. An Bord der Fabrik treffen sie den jungen Wan, der eindeutig ein Mensch ist und ebenfalls notgeil wirkt.
Wenn das Interessante überschattet wird
All dies überschattet die eigentlich interessanten Aspekte. Nämlich das, was auf der Fabrik vorgefunden wird. Und wohin dann die Reise geht. So stellt sich nämlich heraus, dass es hier eine Technologie gibt, bei deren Nutzung die Menschen auf der Erde gefühlt durchdrehen, was Todesopfer fordert. Was der Anwender jedoch nicht weiß.
Robinette Broadhead taucht hier ebenfalls auf. Er ist inzwischen ein reicher Mann, der sein Vermögen einsetzt, um die vollkommen übervölkerte Erde zu retten. In dem er unter anderem die Expedition finanziert. Er wirkt hier geerdeter, auch wenn die Geister der Vergangenheit ihn regelmäßig heimsuchen.
Die beste Story des gesamten Bandes ist Rückkehr nach Gateway. Es ist der Abschluss einer Geschichte, die mit „Gateway“ anfängt und auch gleichzeitig ein Ende der Geschichte um Robinette Broadhead. Hier läuft der Autor gefühlt zur Höchstform auf, weil ihm hier etwas gelingt, was ihm zuvor nicht so sehr gelungen ist.
Ein gelungener Abschluss
Er verbindet zwei gegensätzliche Plots, aber auf eine gelungene Art und Weise. In dem einen geht es um Robinette Broadhead, der anscheinend kurz davor ist, zu sterben, lebensverlängernde Maßnahmen allerdings aus Schuldgefühlen ablehnt. Derweil in dem anderen ein Verrückter die Aufmerksamkeit der mysteriösen Aliens erregt. Die ihrerseits beschließen, aktiv zu werden.
Hier stimmt wirklich alles. Die Charakterisierungen, die Spannung und das Drama. Die Figuren haben alle ihre Ecken und Kanten und sind trotzdem sympathisch. Und bei der Darstellung der Außerirdischen kommt sogar ein „Sense of Wonder“ auf. Weil ihre ganze Mentalität und ihre Pläne so fremdartig, aber auch faszinierend wirken.
Am Ende ist dies ein eher knapp überdurchschnittlicher Roman und meiner Meinung nicht wirklich ein „Klassiker der Science-Fiction“.
Info
Autoren: Frederik Pohl
Originaltitel: Gateway / Beyond the Blue Event Horizon / Heechee Rendezvous
Übersetzung: Tony Westermayr, Edda Petri
Verlag: Heyne
Erschienen: 07/2025
Einband: Taschenbuch
Seiten: 1232
ISBN: 978-3-453-32367-4
Sonstige Informationen: Produktseite
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