Dieses Mal geht die Reise für Amy nach Kambodscha, wo sie ein neues Abenteuer erlebt.

Wieder ein Genuss?
Nach ihren Erlebnissen in Südamerika ist Amy mit ihrem Vater wieder in London. Wo ihr Vater schon bald eingeladen wird, eine Ausgrabung in Kambodscha zu leiten. Natürlich nimmt er seine Tochter mit, sehr zu ihrer Freude.
Doch wie üblich muss sie gegen zahlreiche Vorurteile ankämpfen. Noch immer sehen sie die Leute als kleines Mädchen an und erkennen nicht ihre Intelligenz. Zum Glück kann sie in Kambodscha schon bald neue Freunde finden. Die ihrerseits Probleme haben. Derweil sie parallel auf Spuren von Raubgrabung stoßen.
Ich habe den ersten Band von Die vergessenen Welten genossen. Es war ein großartiger Comic, mit einer charmanten Protagonistin und einer spannenden Story. Weshalb ich mich umso mehr auf den zweiten Band Die Tänzerin von Angkor Wat gefreut hatte. Was schon mal ein gutes Zeichen ist: Das Kreativteam hat sich nicht geändert. Aucha ist die Autorin, Isabelle Lemaux-Piedfert die Illustratorin.
Die 1920er lassen grüßen
Das Kreativteam lässt sich Zeit, ehe sie ihre Amy am Haupthandlungsort ankommen lässt. Zunächst wird die Story vorbereitet und gezeigt, wie sehr mittlerweile Amys Vater seine Tochter als seine Assistentin akzeptiert hat und sich auch für sie einsetzt. Ehe dann die Reise an sich losgeht, die sie einen Teil zusammen mit ihrem Freund Elliot und dessen Familie unternehmen wird.
Wobei sich hier wieder zeigt, dass die Handlung eben in den 1920ern stattfindet. Denn die Eltern von Elliot sind zunächst entsetzt, dass Amy mit ihrem Vater auf die Ausgrabungen geht. Und behandeln sie auch später nicht sonderlich so, wie es sich eigentlich gehört.
Was ein wiederkehrendes Muster ist. Wiederholt stößt Amy auf Personen, die sie oder ihre Ideen nicht für voll nehmen. Die sich sogar darüber lustig machen, als sie vorschlägt, die Ausgrabungsstelle in Parzellen einzuteilen, damit man besser weiß, wo was herkommt.
Viele Arten der Missachtung
Diese Missachtung ihrer Person, weil sie ein junges Mädchen ist, teilt sie mit ihrer neuen Freundin vor Ort. Sophal wird ihre Fremdenführerin, die in ihrem Stamm ebenfalls um Anerkennung kämpfen muss. Wobei bei ihr noch ein paar weitere Elemente hinzukommen. Sie setzt sich für die bessere Behandlung von Elefanten ein. Und ist in den Musikanten Thrith verliebt. Den sie allerdings nicht heiraten darf, da er nicht denselben sozialen Stand hat, wie sie selbst.
Es ist also wieder wie bei Die Vergessenen Welten üblich. Die Reihe behandelt erneut einige interessante Themen, ohne sich allerdings allzu sehr darin zu vertiefen. Was bei anderen Comics dazu führen würde, dass man sie dafür kritisieren würde, ist hier jedoch kein Grund für Kritik. Einfach, weil die Charakterisierungen auch so großartig sind und man von dem Charme der Geschichte gefangen wird.
Denn das hat die Story ebenfalls: Charme. Man von wird von dem Flow der Erzählung wie gefangen genommen, von den Erlebnissen von Amy. Denn sie entwickelt sich ja weiter. Sie hat ihre erste periodische Blutung, trifft schon bald wieder auf Raubgräber und muss am Ende dann auch noch einen schrecklichen Verlust verkraften.
Es ist einfach nur wunderbar, diesen Comic zu lesen. Weil hier wirklich alles stimmt. Inklusive den Zeichnungen. Unbedingt reinschauen!
Info:
Autor: Aucha
Zeichnungen: Isabelle Lemaux-Piedfert
Farben: Aurélie F. Kaori
Erschienen: 12/2024
Verlag: Toonfish
Sonstige Informationen: Produktseite
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