In dieser Folge gibt es endlich den lang angeteaserten Gastauftritt von Jessica Jones.
Ein Gast, über den man sich freut
Vanessa Fisk ist tot und der Kingpin (Vincent D’Onofrio) trauert um sie. Er zieht sich immer mehr zurück, derweil rings um ihn herum die Dinge anfangen, auseinanderzufallen. Seine Getreuen bemühen sich war, den Zerfall aufzuhalten. Doch ist die Gegenwehr teilweise größer, als erwartet. Auch wenn ihnen das stellenweise sogar mit in die Hände spielt.
So kann Daredevil (Charlie Cox) gemeinsam mit Jessica Jones (Krystin Ritter) die gestohlenen Waffen vernichten. Die eigentlich die Ware ist, auf die Mr. Charles (Matthew Lillard) gewartet hat. Der daraufhin anfängt mit der Gouverneurin zusammenarbeitet. Derweil Karen Page (Deborah Ann Woll) zusammen mit anderen Alliierten in einer sensiblen Situation den Volkszorn aufstachelt.
Es war eine Tradition der alten Netflix Marvel-Serien, dass in einer Episode eine Figur aus einer der jeweils anderen Reihen auftauchte. Das war immer ein Highlight. Und auch, wenn aktuell nicht absehbar ist, dass diese alten Serien wie Daredevil wiederbelebt werden, so ist es dennoch wunderschön, dass Jessica Jones in Requiem aufkreuzt.
Wer ist der Vater?
Und sie hat sich verändert. Sie ist jetzt Mutter, die ihre Tochter alleine großzieht. Und ihre Kräfte fluktuieren. Mal sind sie da, mal nicht. Was Jessica Jones natürlich irritiert. Aber ansonsten scheint sie glücklich und zufrieden zu sein.
Es wird nicht erklärt, wer der Vater ist oder was mit ihm geschehen ist. Aber angesichts der Tatsache, dass die Tochter farbig aussieht, kann man entsprechend spekulieren, ob es ein alter Bekannter ist oder jemand vollkommen Neues. In den Comics war es ja so, dass sie von Luke Cage schwanger wurde und dann später ihn auch heiratete.
Doch die Freude darüber, Jessica wiederzusehen, hält sich am Ende in Grenzen. Weil so schön es auch ist, dass Krystin Ritter diese Rolle wieder aufnimmt. Am Ende wirkt es so, als ob der Auftritt nur dazu da war, Dinge anzuteasern, ohne es allerdings wirklich zu vertiefen. Noch schlimmer ist, dass ihr Beitrag zum Plot so minimal ausfällt, dass er genauso gut hätte wegfallen können. Das wurde bei den früheren Gastauftritten besser gelöst.
Ein Ausrufezeichen
Und doch ist dies der einzige Negativpunkt in einer ansonsten wieder großartigen Folge. Wo Dinge weiter eskalieren und auseinanderfallen. Wobei mit dem Eskalieren eben nicht nur die Situation an sich gemeint ist. Sondern ebenso die diversen Charakterisierungen.
Der Tod von Vanessa Fisk ist natürlich ein Ausrufezeichen. Und die Konsequenzen davon sind noch schlimmer, als man es sich hätte ausmalen können. Die ganze Zeit ist Wilson in einer Art Schockstarre, wobei man durch die Ermordung des operierenden Arztes merkt, dass es in ihm brodelt. Dass er Gewalt ausüben will, um sich schlagen will. Doch überwiegend sieht man nur, wie er wie eine Marionette durch die Gegend stolpert, scheinbar unvermögend zu begreifen, was geschehen ist.
Derweil ringsum ihn herum viele Figuren ebenfalls leiden. Daniel wird von Cashman daran erinnert, wie tief er inzwischen in den Machenschaften des Kingpins drinnen steckt und soll BB falsche Informationen geben. Was ihm sichtlich schwerfällt. Glenn hingegen erleidet eine psychologische Attacke und imitiert Muse, wobei die Parallelen dann auch in ihrem Aussehen deutlich werden. Und die AVTF unter dem Kommando Connor Powell radikalisiert sich immer mehr und scheint bereit zu sein, alles zu tun, um Fisk an der Macht zu halten.
No Kill no Good?
Und dann ist da noch Mr. Charles. Zugegeben, seit seinem ersten Auftritt in Die Northern Star trägt er nicht wirklich viel zur Handlung bei. Doch das dürfte sich jetzt langsam ändern, nachdem ihm klar geworden ist, dass er von dem Kingpin reingelegt wurde. Weshalb er ja am Ende mit der Gouverneurin zusammenarbeitet.
Wobei auf der Seite der Guten auch nicht alles bestens ist. Vor allem Daredevils absolute No-Kill-Regel sorgt immer mehr für Unmut. Karen Page ist deswegen sauer auf ihn, weil Poindexter ja Foggy, ihren gemeinsamen besten Freund, getötet hat.
Und am Ende, als er die Gelegenheit, den Kingpin zu töten, tut er das nicht. Wobei im Prinzip klar ist, dass sich dies in den letzten beiden Folgen sicherlich noch rächen wird. Vor allem auch deshalb, weil es der AVTF gelingt, Karen Page gefangen zu nehmen.
Somit bleibt unterm Strich klar, dass die letzten beiden Episoden hochdramatisch sein werden. Noch ist nicht klar, wie die ganzen diversen Plots da zusammenpassen werden. Aber angesichts des hohen Niveaus der aktuellen Season kann man davon ausgehen, dass es gut werden wird.
Info
Drehbuch: Devon Kliger & Jesse Wigutow
Showrunner: Dario Scardapane
Regie: Angela Barnes
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Warpskala
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