Abgesehen von einem merkwürdigen Ende ist dies wieder eine großartige Folge.
Sie ist wieder da
Die Crew der Rocinante und ihr Klient Prax (Terry Chen) den Jupiter an. Allerdings realisieren sie unterwegs, dass ihr Schiff etwas zu auffällig für das ist, was sie vorhaben. Weshalb sie schon bald die Weeping Somnambulist beschlagnahmen. Was am Ende jedoch nach hinten losgeht.
Unterdessen landet die Mars-Delegation mit Bobbie (Frankie Adams) auf der Erde. Wiederholt muss sie ihre Aussage machen, dass der erste Schuss von den Marsianern kamen, ohne die wahren Ereignisse zu erwähnen. Doch Avasarala (Shohreh Aghdashloo) scheint zu ahnen, dass da etwas nicht stimmt.
Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn Chrisjen Avasarala in The Expanse auftaucht. Einfach, weil sie so eine außergewöhnliche Figur ist. Sie ist eine mit allen Wassern gewaschene Politikerin, der jedoch viel an Frieden im Sonnensystem liegt. Auch wenn sie bei der Wahl ihrer Mittel nicht sonderlich zimperlich ist. War ihr erster Auftritt in der ersten Season noch sehr antagonistisch geprägt, hat sich das seitdem gewandelt. So das ihr Auftauchen in Die Weeping Somnambulist sich wieder mehr an der Romanvorlage orientiert.
Vorbereitungen werden getroffen
In jedem Fall gerät Bobbie Draper in ihren Einflusskreis. Noch wird kein direkter Kontakt etabliert. Aber man sieht, dass Avasarala sich die Beschreibungen der marsianischen Soldatin genau anhört und gemeinsam mit anderen Aussagen, auf die sie Zugriff hat, Rückschlüsse auf die Wahrheit zieht. Hier kann man ihre Intelligenz und Gewieftheit bewundern.
Bei Bobbie selbst sieht man im Laufe der Folge wiederholt, wie wider ihr das Schauspiel ist, bei dem sie mehr oder weniger freiwillig mitmacht. Sie trägt den Orden, der ihr verliehen wurde, nur sehr widerwillig. Und scheint ansonsten mehr daran interessiert zu sein, irgendwann den Ozean der Erde zu sehen.
Es wird in diesem Plot vieles vorbereitet, was dann vermutlich in einer der nächsten kommenden Folgen wichtig wird. Und man freut sich sehr darauf. Vor allem, wenn man, wie ich, die Romanvorlage kennt und weiß, wie perfekt sich diese beiden Frauen ergänzen werden.
Holzhammer lässt grüßen
Natürlich vergisst die Folge nicht die Rosinante, bzw. Rocinante, wie sie auch in der deutschen Synchronisation genannt wird. Und hier sieht man direkt zu Beginn, wie… unkonventionell die Crew vorgeht. In dem sie sich als feindliche Soldaten ausgeben, die ein harmloses Schiff überfallen und sozusagen beschlagnahmen, ohne dass die ursprüngliche Mannschaft etwas dagegen unternehmen kann.
Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, den die Crew um James Holden da durchführt. Er wird zwar gut erklärt, es bleibt allerdings ein gewisser Beigeschmack. Einfach weil die Aktion zwar erklärt wird. Aber die Durchführung so wirkt, als ob der Zuschauer mit dem Holzhammer daran erinnert werden soll, dass es in „The Expanse“ kein eindeutiges Gut oder Böse gibt.
Immerhin entwickelt sich dieser Plot abgesehen von diesem holprigen Start dann wunderbar weiter. Weil man über Rückblenden erfährt, wie dieser Plan überhaupt erst entstanden ist. Was genau geschehen soll. Welche Rolle Pax bei dem allen spielt. Und was allgemein ihr Ziel ist.
Weshalb dann auch das Ende einen irritiert. Hier hat man wieder das Gefühl, dass es vor allem deshalb existiert, um den Zuschauer klar zu machen, dass wir uns in einem Universum voller Grauzonen bewegen. Das mag zwar alles sein, aber es ändert nichts daran, dass die Ereignisse, die man hier sieht, gefühlt nur um des Schocks willen eingebaut wurden. Und das muss nicht sein.
Informationen
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Hallie Lambert
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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