Spotlight: Donnie Yen

Lesezeit circa: 5 Minuten

Donnie Yen wurde am 27. Juli 1963 in China geboren. Star Wars Fans ist er vor allem durch seine Rolle als Chirrut Imwe bekannt.

Als man begann, die Besetzung für den seinerzeit ersten Star Wars-„Ableger“ Rogue One: A Star Wars Story zusammenzustellen, war bereits klar, dass man für die Saga ungewöhnliche Wege gehen wollte. In der Vorgeschichte zur berühmten Episode IV sollte zumindest ein Teil der Hauptdarsteller anderen Ethnien angehören als die bisherigen Protagonisten, welche aus weißen und schwarzen Amerikanern und Briten bestanden. Nach vergleichsweise kurzer Suche entschied man sich schließlich für einen absoluten Superstar des Hongkong-Kinos, der schließlich eine der Hauptrollen erhielt: Die Rede ist von Donnie Yen, der heute seinen 56. Geburtstag begeht.

Die Wächter der Whills

Donnie YenChirrut Imwe, die Figur, der Donnie Yen in Rogue One Leben einhaucht, ist einer der letzten „Wächter der Whills“, über die wir sowohl in dem Film als auch in der restlichen Star Wars-Saga eher wenig erfahren. Fest steht lediglich, dass es sich bei ihnen um in einer Art Mönchsorden lebende Träger der hellen Seite der Macht handelt, welche jedoch nicht das gleiche Potenzial wie die Jedi-Ritter besitzen. Dennoch unterstützen sie die Jedi im Rahmen ihrer Fähigkeiten.

Eine weitere Besonderheit von Chirrut Imwe, der zusammen mit seinem Ordensbruder Baze Malbus im halbverfallenen Kyber-Tempel auf dem Mond Jedha lebt, ist seine Blindheit, von der wir Zuschauer nicht erfahren, ob sie erworben oder angeboren ist. Doch kann Chirrut Imwe seine fehlende Sehkraft bestens durch seine Befähigung in der Macht ausgleichen und ist ein virtuoser Kämpfer mit dem Lichtbogen, der eine Art abgeschwächte Lanzenvariante des Lichtschwertes ist. So wie alle seine Kollegen lässt er schließlich in heldenhafter Weise sein Leben für die Erlangung der Konstruktionspläne des Todessterns.

Meister der Martial Arts

Chirrut Imwes Darsteller Donnie Yen wurde spätestens 1992 durch seine Darstellung des Gegenspielers von Filmheld Wong Fei-Hung (Jet Li) in Last Hero – Once Upon A Time In China II zu einem Star des Martial Arts-lastigen Hongkong-Kinos, das auch nach der Rückgabe der Enklave fortgesetzt wurde.

Geboren wurde Donnie Yen unter seinem vollständigen Namen Donnie Yen Chi Dan am 27. Juli 1963 in der Stadt Guangzhou. Seine Mutter ist eine Meisterin der Kampfsportarten Wushu und Tai-Chi und unterrichtete ihren Sohn bereits in dessen Kindheit in diesen beiden traditionellen Kampfkünsten.

Im Jahr 1974 siedelte Donnie Yens Familie in die Vereinigten Staaten über. Dort lebte der damals 11-jährige Donnie zeitweise in Boston. Nach Beendigung seiner Schulausbildung jedoch kehrte er nach China, genau genommen dessen Hauptstadt Peking zurück, um dort seine Kampfkunst-Ausbildung abzuschließen. Während dieser Zeit lernte er den bekannten Regisseur und Kampfkunst-Choreografen Yuen Woo-Ping kennen. Dieser verschaffte ihm 1983 eine kleine Rolle im Film Drunken Tai Chi. In der Folgezeit wurde er zu einem Star des asiatischen Martial-Arts-Kinos und erhielt von einigen seiner Fans sogar die Ehrenbezeugung, einer der Nachfolger des legendären Bruce Lee (1940-1973) zu sein.

Hollywood ruft

Einen seiner ersten Auftritte in einem reinen Hollywood-Film hatte Donnie Yen im Jahr 2000 im Film Highlander: Endgame. Der Film war im Grund genommen die Leinwandversion der erfolgreichen Fernsehserie mit Adrian Paul in der Hauptrolle. Yen spielte hier den Unsterblichen Jin Ke. Ein Jahr später folgte die Rolle des „Snowman“ neben Hauptdarsteller Wesley Snipes in Blade II. 2003 traf er auf einen anderen berühmten Kollegen aus Hongkong, der mittlerweile dabei war, auch den amerikanischen Filmmarkt zu erobern. Zusammen mit Jackie Chan nämlich war Donnie Yen in Shanghai Knights zu sehen.

Zurück nach Hause

Obwohl Donnie Yen auch danach immer wieder in Hollywood-Filmen mitwirkte, zog es ihn für seine weitere filmische Arbeit wieder zurück nach China. Hier erlebte er ab 2008 seinen bislang größten Erfolg. In den drei Teilen der Ip-Man-Filmreihe (2008, 2010 und 2015) spielte er den real existierenden, in den Filmen jedoch cineastisch überhöhten Lehrer ebenjenes Bruce Lee, der dargestellt von Danny Chan im abschließenden Teil der Reihe einen Gastauftritt hat. Die Filme wurden auch hierzulande höchst erfolgreich und gelten zu Recht als ein ausgesprochenes Fest für Freunde des Kampfkunst-Kinos.

2016 schließlich, kurz vor seiner Rolle in Rogue One, war er neben Michelle Yeoh (die Trekkies als Captain bzw. Imperatrix Georgiou aus Star Trek: Discovery kennen) in Crouching Tiger, Hidden Dragon: Sword Of Destiny zu sehen, der Fortsetzung des international erfolgreichen Films Tiger And Dragon.aus dem Jahr 2000. Die Fortsetzung wurde auf dem Streaming-Dienst Netflix erfolgreich vermarktet.

Donnie Yens bislang letzter Hollywood-Film war im Jahr 2017 xXx: Die Rückkehr des Xander Cage. Hier spielte er als verschlagender Xiang den Gegenspieler der von Vin Diesel gespielten Hauptfigur.

Happy Birthday!

Obwohl es die von Donnie Yen dargestellte Star-Wars-Figur des Chirrut Imwe in Sachen Bekanntheit natürlich nicht mit Luke Skywalker oder Han Solo aufnehmen kann, hat der blinde „Wächter der Whills“ das einst von George Lucas ersonnene Universum dennoch erheblich bereichert. Sein Mantra „Ich bin eins mit der Macht und die Macht ist mit mir!“, das er in Rogue One gleich mehrmals zitiert, wurde mittlerweile zu einem ausgesprochenen geflügelten Wort für insbesondere von der Macht faszinierte Fans der Saga.

Die Gratulanten an seinem heutigen Geburtstag dürften zweifellos sein 1995 geborener Sohn aus seiner ersten Ehe mit Leung Zing Ci sowie seine 2004 geborene Tochter und sein 2008 geborener Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Cecilia Wang sein.

Es bleibt zu hoffen, dass Star-Wars-Fans die Figur des Chirrut Imwe eventuell noch einmal wiedersehen werden. Wie bekannt wurde, wird es im Anschluss an The Mandalorian eine TV-Serie geben, welche die Vorgeschichte von Rogue One erzählt. Vielleicht kehren wir darin auch in den Kyber-Tempel auf Jedha zurück … das weiß jedoch die Macht allein.

Donnie Yen in der iMDb.

Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.
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Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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