Die aufkommende Bedrohung des Maultiers führt zu erstaunlichen Entwicklungen, die man so nicht hat kommen sehen können.
Versprechen wieder gebrochen
Hari Seldon (Jared Harris) und Gaal Dornick (Lou Llobell) hatten ursprünglich vor, dass sie immer wieder nach einem Jahr für kurze Zeit aufwachen, um die zweite Foundation zu lehren und zu leiten. Doch dann müssen sie feststellen, dass diese zu groß ist, als dass sie sie so wie geplant führen können. Weshalb Hari aufbleibt, aber Gaal verspricht, sie regelmäßig aufzuwecken. Ein Versprechen, das er natürlich bricht. Denn als Preem Palver (Troy Kotsur), der neue Anführer der Mentalisten, sie aufweckt, ist sehr viel Zeit vergangen und Hari Seldon ist inzwischen alt geworden.
Im Imperium laufen die Vorbereitungen für den Aufstieg von Bruder Morgen zu Bruder Tag. Derweil der aktuelle Bruder Tag (Lee Pace) sich in seinem Nihilismus Drogenräuschen hingibt und ihm alles egal ist. Und unterdessen probiert Bruder Dämmerung (Terrence Mann) alles, um seinen drohenden Tod aufzuschieben, während er weiterhin dem künftigen Bruder Morgen (Cassian Bilton) mit Rat und Tat zur Seite steht.
Über allem schwebt die drohende Gefahr des Maultiers (Pilou Asbæk). Der seine Macht auf Kalgan weiter ausbaut. Wo allerdings ebenfalls Bemühungen laufen, ihn in seine Schranken zu weisen.
Der Schatten des Maultiers
Vor allem am Ende macht der Titel Neue Verbindungen durchaus Sinn. Denn hier gibt es auf ein Mal eine Begegnung, die man so nicht hat kommen sehen. Und die schon jetzt neugierig darauf macht, wie es weitergehen wird.
Überwiegend merkt man in dieser Folge den Schatten des Maultiers. Er ist die dritte von insgesamt acht Krisen, denen sie sich die Foundation in ihrer Entstehungsgeschichte stellen muss. Und man merkt in dieser Episode durchaus, dass auch wenn er persönlich noch nicht sehr aktiv ist, sein Wirken schon äußerst weitreichende und vielfältige Konsequenzen hat.
Derweil im Imperium Dinge nicht unbedingt harmonisch laufen. Es gibt zwar oberflächlich Harmonie. Doch gleichzeitig rumort es im Inneren, weil hier verschiedene Interessen aufeinanderprallen. Denn die Imperialen haben jeweils ihre eigene Pläne, die nicht unbedingt miteinander kompatibel sind.
Reibereien unter den Brüdern
Der Faktor, der am meisten für Reibung sorgt, ist das nihilistische Verhalten von Bruder Tag. Der sich lieber einem weiteren Rausch hingibt, anstatt auch nur irgendwie Verantwortung für das Imperium zu übernehmen. Oder dem Aufstieg von Bruder Morgen beizuwohnen. Es ist ein erstaunliches Verhalten, dass man so noch nie bei den Imperialen gesehen hat. Und wo man sich wirklich fragt, woher dies rührt, was die Ursache dafür ist.
Auch das Verhalten von Bruder Dämmerung ist besorgniserregend. Man sieht im Laufe der Folge wiederholt, wie er versucht, seinen bevorstehenden Tod zu verhindern. Wie er unter anderem bei Bruder Tag versucht, einen Aufschub zu erhalten, aber an dessen Desinteresse und Nihilismus scheitert. Doch gleichzeitig ist er ebenfalls für Bruder Morgen da. Er sorgt dafür, dass er die Botschafterin der ersten Foundation kennenlernt, derweil er insgeheim für seinen Nachfolger eine tödliche Waffe bauen ließ, von deren Existenz noch nicht mal Demerzel weiß.
Man sieht in vielen Momenten, wie es an ihm nagt, wie sehr der Gedanke seines kommenden Todes ihn beschäftigt. Und in einer Szene hat man sogar den Eindruck, als ob es da in seinem Inneren brodelt, als ob sich diese Furcht auch langsam auf seine Psyche auswirkt. Und das dürfte noch sehr spannend werden.
Und wieder reingelegt
Deren Erlebnisse sind der zweite große Plot der Folge. Man sieht zu Beginn wunderbar, wie die Zeit für sie und Hari Seldon vergeht. Und wie Letzterer sie erneut reinlegt, sie schon wieder belogen hat. Doch dieses Mal scheint sie nicht auf ihn wütend zu sein. Sondern mehr müde und traurig.
Was vielleicht daran liegen mag, dass es so aussieht, als ob Hari wieder kurz davor steht, zu sterben. Dieses Mal allerdings auf natürliche Art und Weise, weil er sehr alt geworden ist. Und trotz allem, was er getan hat, war er für sie immer ein Mentor und zuletzt auch ein guter Verbündeter.
Mehr Eindrücke wären schön gewesen
Doch ist Hari wirklich tot? Denn er verschwindet ja mit Kalle, die ihm einst seinen aktuellen Körper gegeben hat, zu einem unbekannten Ort. Und es würde nicht wundern, wenn er dort wieder auftauchen würde.
Schade ist nur die Maske des alten Haris. Die nämlich nie so wirklich überzeugt. Man merkt einfach, dass diese Darstellung des hohen Alters nicht überzeugend wirkt. Man stolpert darüber.
Auch hätte man sich mehr Eindrücke von der zweiten Foundation gewünscht. Es bleibt nur bei sporadischen Momenten, ehe man am Ende den neuen Anführer kennenlernt. Der aber dafür immerhin interessant wirkt. Preem Palver ist anscheinend taubstumm und kommuniziert über Zeichensprache. Sein Schauspieler Troy Kotsur ist ebenfalls taub und hat schon jetzt jede Menge Charisma.
Das Maultier ist natürlich auch noch da
Doch auch das Maultier wird nicht vergessen. Dabei wird nur gezeigt, wie er seine Macht weiter ausbaut und wie die erste Foundation anscheinend versucht, heimlich gegen ihn vorzugehen. Hierbei werden zwei neue Figuren eingeführt, ein Influencerpaar, die sehr oberflächlich wirken. Ob das nur eine Fassade ist, muss sich noch zeigen. Aber hoffentlich werden die beiden noch ein wenig weiter ausgebaut. Denn ansonsten dürften sie dem Zuschauer schnell auf die Nerven gehen. Auch in dieser Episode ist es beinahe soweit, wäre da nicht die Ankunft von Han Pritcher, die das verhindert. Seine Ernsthaftigkeit, gepaart mit der übertriebenen Oberflächlichkeit der anderen gibt dieser Handlung genügend Spannung, um sie gerade noch zu retten.
Insgesamt verspricht diese Folge viel Potenzial für die kommenden Episoden.
Informationen
Regie: Tim Southam
Drehbuch: Leigh Dana Jackson & Caitlin Parrish
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Warpskala
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