Erneut werden die Weichen für ein Seasonfinale gestellt. Nicht, dass das großartig stört.
Das Staffelfinale rückt näher
Der Maulwurf (Pilou Asbæk) sucht das Gewölbe auf, um mit dem holografischen Abbild Hari Seldons (Jared Harris) zu sprechen. Nur dass dieser ihm gehörig in den Hintern tritt, ehe er entlässt, weil er noch wichtig sein könnte. Gaal Dornick (Lou Llobell) beginnt derweil mit den Vorbereitungen für die direkte Konfrontation mit dem Maultier. Sie weist Palver (Troy Kotsur) an, dass er die zweite Foundation evakuieren soll, an einen Ort, von dem sie nichts wissen darf.
Bruder Tag (Lee Pace) ist ein Gefangener der Inheritance-Sekte und muss sich in derem Sacratorum deren Urteil stellen. Dabei spielt der uralte Schädel eines Roboters eine wichtige Rolle. Bruder Dämmerung (Terrence Mann) versucht unterdessen, das Imperium zusammenzuhalten und greift deswegen am Ende auf eine schreckliche Waffe zurück. Derweil auf einer Krankenstation Bruder Morgen (Cassian Bilton) schwer verletzt wieder aufwacht.
Man merkt, dass es dem Ende der aktuellen Staffel zugeht. Denn in Die Läuterung treten nahezu alle wichtigen Handlungscharaktere auf, werden Figuren hin- und herbewegt und so die letzten Vorbereitungen für das Seasonfinale getroffen. Das ja dann auch mit der nächsten Episode losgehen dürfte.
Viele Figuren, viel Handlung, viel gut
Die Folge jongliert also entsprechend mit sehr vielen Bällen. Weil sie ja wirklich versuchen muss, möglichst vielen Charakteren gerecht zu werden und ihnen die eine oder andere Szene zum Glänzen zu geben. Das Erstaunliche ist, dass diese Episode mit rund 49 Minuten jetzt nicht so lang ist. Und sie es trotzdem schafft, den auftretenden Charakteren gerecht zu werden.
Das liegt vor allem daran, dass zwar jeder von diesen Handlung erhält. Aber nicht jede davon gleich viel. Vor allem das Maultier beschränkt sich auf drei Szenen, die allerdings alle wichtig sind. Die erste zeigt, wie er von dem holografischen Hari Seldon durch das Nullfeld einen Arschtritt verpasst kriegt. Der andere, wie er das verarbeitet und beginnt, Pläne zu schmieden.
So schön es auch ist, dass das digitale Nachleben Hari Seldons ihm diesen wohl verdienten Tritt verpasst, so interessant ist die Begründung, wieso er dies tut. Es zeigt sich nämlich einmal mehr, dass Hari Seldon, egal welcher das ist, immer das große Ganze sieht. Weshalb das Maultier, auch wenn es eine Bedrohung für seine Pläne ist, so wichtig ist. Denn am Ende könnt er ja von Nutzen sein…
Der Morgen lebt!
Eine angenehme Überraschung ist die Enthüllung, dass Bruder Morgen überlebt hat. Sein vermeintliches Ableben in Verratene Kinder war heftig, weil es zeigte, dass Gaal Dornick sich sehr Hari Seldons Mentalität zu Eigen gemacht hatte. Jetzt ist er doch noch am Leben, wenn auch, wie man in einigen ekelerregenden Szenen sieht, stark verletzt. Und er ist gemeinsam mit Bayta Mallow ein Gefangener des Maultiers, der das gleich ausnutzen möchte. Womit dem Imperium Ungemach droht.
Nicht, dass dort alles in Ordnung ist. Denn Bruder Dämmerung und Demerzel versuchen das Reich zusammenzuhalten. Was insofern schwierig ist, als dass es an allen Ecken und Enden kriselt. Höhepunkt ist, als der ältere Cleon eine Abordnung verschiedener Abgesandter im Thronsaal empfängt, die ihm alle vorschlagen, Teile des Reiches an das Maultier abzutreten. Was der Imperiale selbstverständlich vehement ablehnt.
Das hat natürlich Konsequenzen. Demerzel entsagt öffentlich ihrem Luministen-Glauben und löscht ihrer Vertrauten Zephyr Vorellis das Gedächtnis. Derweil Bruder Dämmerung eine Waffe vorbereitet. Die er dann auch als Argument nutzt, um Demerzel davon abzuhalten, neue Cleons zu dekantieren. Denn im Hintergrund ist da ja immer noch seine Angst vor dem Tod, was für ihn ein weiterer wichtiger Antriebsfaktor ist.
Was soll das bitte sein?
Es sind alles grandiose Plots. Weshalb es dann schade ist, dass die Handlung von Bruder Tag so enttäuschend ausfällt. Interessant ist hier der Roboterschädel, den die Glaubensgemeinschaft zum Laufen kriegt und den der mittlere Cleon anscheinend manipulieren kann.
Aber das große Problem ist, dass ein Ritus dieser Sekte übertrieben dargestellt wird. Er wirkt wie eine moderne Performance, die hier vollkommen fehl am Platz ist. Mal ganz abgesehen von dem überkandidelten Auftritten von Sonnenmeister-18, der einem sehr schnell auf die Nerven geht. Und das ist leider nicht positiv gemeint.
Es ist insofern schade, als dass dieser Plot einige interessante Enthüllungen bietet. Klar, die Erzählweise ist eindeutig pro Roboter, also propagandistisch. Aber es würde nicht verwundern, wenn da der eine oder andere Funke Wahrheit drinnen ist. Und der Bezug auf Demerzels Vergangenheit macht es gleich umso interessanter.
Am Ende ist es eine gute Folge. Hätte man die Darstellung der Sekte bei Bruder Tags Plot besser gehandhabt, hätte dies sogar eine grandiose Episode sein können.
Informationen
Regie: Roxann Dawson
Drehbuch: Caitlin Parrish & Tyler Holmes
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