Eine weitere Animationsserie mit Godzilla? Ob das gut gehen kann, angesichts des „Erfolgs“ des letzten Versuches?
Ein weiterer Animationsversuch auf Netflix?
Japan, im Jahr 2030: Yun Arikawa und Haberu Katō, Angestellte einer „Do It All“-Firma, untersuchen mysteriöse Signale aus einem verlassenen Anwesen. Sie finden ein verstecktes Funkgerät, das wiederholt ein und dasselbe Lied empfängt. Als sie das Signal verfolgen, landen sie bei einer Funkstation, kommen in diese aber nicht rein.
Ebenfalls zu dieser Funkstation gelangt Mei Kamino. Sie soll einen merkwürdigen Alarm untersuchen. Und schon bald findet sie heraus, dass der mit demselben Signal in Verbindung steht, dass im Anwesen empfangen wurde.
Eine weitere Godzilla-Animationsserie auf Netflix? Als ich von der Existenz von Godzilla: Singular Point erfuhr, war ich skeptisch. Denn der letzte Versuch, die Planet of the Monsters-Trilogie aus den Jahren 2017 bis 2018, konnte man getrost als misslungen betrachten. Die Filme waren freudlose und spannungsarme Machwerke, die der Faszination der Riesenechse nicht gerecht wurden.
Es funktioniert
Wobei Toho, die die Filme damals für Netflix produzierten, aus den Erfahrungen gelernt haben. Anstatt wieder mit Polygon Pictures zusammenzuarbeiten, taten sie sich dieses Mal mit dem traditionsreichen Studio Bones (Eureka Seven) und dem Studio Orange, welches sich auf CGI-Produktionen spezialisierte, zusammen. Und das Produkt ihrer Zusammenarbeit sollte kein Film sein, sondern eine 13-teilige Animationsserie sein. Die am 25. März 2021 ihre Premiere bei Netflix Japan feiern sollte.
Der Auftakt, Ein langer Weg ist einer nach Maß. Einer, der die Fehler, die die vorige Trickfilmtrilogie machte, vermeidet. Es wird nicht von Anfang an versucht, gleich das große Rad zu drehen. Stattdessen fokussiert er sich darauf, seine Handlungsfiguren einzuführen und sie vor allem glaubwürdig wirken zu lassen.
Und das funktioniert auch. Klar, einige der Figuren sind Exzentriker. Es sind hochintelligente Leute, die in ihrer Intelligenz dann allerdings manchmal etwas arrogant wirken. Doch wirkt das nicht übertrieben. Stattdessen werden sie in eine Umgebung eingebettet, wo dies wieder aufgefangen wird.
Interessante Andeutungen
Und so hat man mit Yun Arikawa und Mei Kamino die intelligenten Figuren, derweil Haberu Katō das Bindeglied darstellt, der Normale. Er ist ein ehemaliger Mitschüler von Mei, derweil er der Arbeitskollege von Yun ist, dessen Exzentrizitäten er aushält und ihn unterstützt. Dass der Boss von ihm und Yun Letzteren in Sachen Exzentrizität noch übertrifft, ist eher eine Randnotiz, da die Figur bislang nur als Comedy Relief auftaucht.
Interessant ist, wie das Mysterium, auf dem die Serie basiert, aufgebaut wird. Es werden jede Menge Fragen aufgeworfen, darunter auch, welche Rolle das Signal jetzt allgemein hat. Oder wieso der Alarm ausgelöst wurde.
Es gibt jedoch gewisse Andeutungen, woran es liegen könnte. Und hier wird dann die Geschichte von Godzilla herbeigezogen. Denn am Ende der Episode taucht niemand geringeres als Rodan auf. Allerdings nicht der Rodan, wie man ihn aus den anderen Auftritten her kennt, sondern eine optisch radikal andere Interpretation. Eine, die eher an einen Flugsaurier erinnert, denn an den berühmten Kaiju.
Lauter Anspielungen
Es ist übrigens allgemein interessant, wie die Serie mit der Mythologie von Godzilla spielt. Immer wieder tauchen Anspielungen darauf aus. Sei es bekannte Schreie, Melodien oder Figuren. So taucht unter anderem ebenfalls Jet Jaguar auf, der in King Kong – Dämonen aus dem Weltall auftauchte. Hier ist er ein Mecha, der von der Firma, für die Yun und Haberu arbeiten, zusammengebaut wird, was auch eine interessante Neuinterpretation der Figur ist.
Auch Godzilla selbst taucht selbstverständlich in dieser Folge auf. Allerdings nicht in einer Form, wie man es erwarten würde. Stattdessen handelt es sich hier um ein Skelett, dass sich im Untergrund der Abhörstation befindet. Wie er dorthin gekommen ist, was er da bezweckt, bleibt natürlich unklar.
Die Animationen sind großartig. Die Figuren werden glaubwürdig rübergebracht, derweil die CGI-Effekte eher sparsam eingesetzt werden. So das die Serie nicht so steril und steif wirkt, wie die Netflix-Trilogie.
Es ist insgesamt ein guter Anfang. Einer, der Bock macht auf die kommenden Folgen.
Info
Regie: Noriyuki Nomata, Takuma Suzuki
Drehbuch: Toh EnJoe
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