Die alte Macht meldet sich in Heliosphere 2265 zurück.

(K)ein Jubiläum
Die Katastrophe konnte nicht verhindert werden. Die Ash’Gul’Kon sind aus ihrem Gefängnis frei und beginnen damit, die versammelten Flotten der Menschen anzugreifen. Nichts und niemand kann sich ihnen in den Weg stellen.
Derweil hat Jayden Cross sein ganz eigenes Problem. Er und der schwerverletzte Imperator Sjöberg befinden sich an Bord der Raumstation, mit der das Gefängnis geöffnet wurde. Und er hat jetzt die Möglichkeit, den Tyrannen ein für alle Mal zu erledigen. Nur, wird er das wirklich tun?
25 Ausgaben Heliosphere 2265! Ein Jubiläum, dass Andreas Suchanek allerdings geflissentlich ignoriert, was auch nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass er mit Heliosphere 2265 024: Endspiel – Der letzte Schlüssel zuletzt ein nervenaufreibendes Staffelfinale geschrieben hat. Im Vergleich dazu wirkt Die alte Macht schon fast beschaulich und ruhig. Doch wer jetzt meint, dass der Autor es in diesem Roman gemütlich angeht, der kennt die Serie nicht!
Kleiner? Eher größer!
Im Gegenteil: Von Beginn an klotzt Andreas Suchanek. Schließlich befindet sich die HYPERION in einer feindlichen Umgebung, in der es vor Feinden nur so wimmelt. Das Schiff muss also dementsprechend schnell fort, ehe es zerstört wird. Gleichzeitig befinden sich allerdings auch noch einige Besatzungsmitglieder an Bord der Raumstation, mit der das Gefängnis der Ash’Gul’Kon geöffnet wurde, die vor der Flucht noch zurückgeholt werden müssen.
Und dann kommt es zu der oben geschilderten Begegnung zwischen Jayden Cross und Björn Sjöberg. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden nimmt in Die alte Macht wiederholt einen überraschenden Twist, den man so nicht hat kommen sehen. Außerdem stilisiert Andreas Suchanek diesen Konflikt als Beginn eines Kampfes, der die Reihe vermutlich noch lange begleiten wird. Denn am Ende dreht sich alles um die Frage, welches Regierungskonzept stärker ist? Die Diktatur oder die Demokratie? Kleiner geht es natürlich nicht.
Die Ash’Gul’Kon kommen in diesem Konflikt nicht vor. Dabei sind sie auch noch da. Doch über weitere Strecken von Die alte Macht geht der Autor nicht auf sie ein. Er schildert zwar, wie sie die versammelten Flottillen angreifen und dort ein Massaker anrichten. Das wahre Bedrohungspotential, welches von dieser Spezies ausgeht, präsentiert er jedoch erst am Ende des Romans. Und dabei zeigt sich, dass sie vom Gefahrenpotential alles Bisherige in den Schatten stellen, inklusive der Zukunftsrebellen.
Weichen werden gestellt
Und in diesem Roman stellt Andreas Suchanek die Weichen für die zukünftige Auseinandersetzung mit den Ash’Gul’Kon und dem Imperium. Es herrscht jetzt offiziell Krieg und dementsprechend bereitet die Republik im Pearl-System alles dafür vor. Anschaulich beschreibt der Autor, wie die politische und militärische Führung hierfür die Weichen stellt. Dinge werden vereinfacht und Finanzen dafür umgestellt. Das wird natürlich nicht ohne Konflikte abgehen, da es garantiert den einen oder anderen Opportunisten gibt, der die Situation für seine eigenen Zwecke missbrauchen wird. Das war in der Heliosphere 2265-Reihe schon immer so. Wer es dann am Ende sein wird, wird sich zeigen.
Der Autor beendet Die alte Macht mit einem Epilog, der sich gewaschen hat. Hier beweist er einmal mehr sein Können dafür, dem Leser den Boden unter den Füßen wegzuziehen, weil man damit nicht gerechnet hat. Wobei Computer und Videospielerin gewisse Parallelen zu einem Echtzeitstrategiespiel einer berühmten Spieleschmiede, deren Name Kälte impliziert, auffallen dürften. Ob das gewollt ist, weiß man zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Klar ist auf jeden Fall, dass mit diesem Roman die Weichen für die kommende Staffel gestellt wurden. Und als Leser darf man gespannt darauf sein, wo die Reise hingehen wird. Genug Spannungspotential ist vorhanden.
Info
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 01/2015
Einband: eBook
Seiten: 93
ISBN: 978-3-958340-58-9
Sonstige Informationen: Produktseite
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