Endspiel – Der letzte Schlüssel ist das Finale der zweiten Heliosphere 2265-Staffel.
Endlich eine Konfrontation
Richard Meridian braucht die Genschlüssel von fünf Leuten, um seine Pläne endlich durchzuführen. Zu diesem Zweck schickt er seine Assassinen los, um die entsprechenden Personen zu entführen. Diese schlagen überall zu, immer auf unerwartete Weise. Und sie sind unaufhaltsam.
Schließlich kommt es zu einer Konfrontation in einem bislang unbekannten Sternensystem. Alle Fraktionen, die in dieser uralten Auseinandersetzung verwickelt waren, stoßen aufeinander. Darunter auch die HYPERION. Doch am Ende könnte alles für umsonst gewesen sein.
Wie Autor Andreas Suchanek in seinen Anmerkungen zu Endspiel – Der letzte Schlüssel schreibt, hat er das Finale dieses Romans schon vor langer Zeit konzipiert. Und wenn man seinen Texten Glauben schenken mag, wird die Serie noch mindestens bis Band 50 laufen. Wobei er jetzt zusätzlich eine Miniserie verfassen wird, deren Story in dem vorliegenden Roman vorbereitet wird.
Die ersehnte Charakterisierung
Wobei dieser, wie auch schon bei Omega: Der Jahrhundertplan, im Prinzip sogar eher zwei Geschichten in einem Band sind. In der ersten schildert der Autor, wie die fünf Genschlüsselträger nach und nach auf die eine oder andere Art und Weise in die Hände von Richard Meridian fallen. Der sich am Ende von Das Helix Mosaik als oberster Assassine entpuppte, was wie aus dem Nichts kam.
Eben diese Tatsache, dass der Zeitreisende die Kontrolle über den Bund der Assassinen hat, nutzt er weidlich aus. Teilweise können seine Anhänger wie aus dem Nichts zuschlagen, stellenweise waren sie schon lange vorher an Bord eines Schiffes. Wiederholt kommt es zu Überraschungen, zu was diese Attentäter in der Lage sind.
Gleichzeitig erfährt man in Endspiel – Der letzte Schlüssel auch die Hintergründe hinter dem Verhalten des Wissenschaftlers. Endlich charakterisiert Autor Andreas Suchanek den großen Gegenspieler. Und leider stellt sich heraus, dass er ein geradezu prototypischer verrückter Gelehrter ist, der für das Erreichen seines Ziels alles in Kauf nimmt. Da hätte man sich mehr erhofft und auch gewünscht.
Jede Menge Plottwists
Trotzdem ist der Roman spannend geworden. Wiederholt baut der Autor Plottwists ein, die man so nicht hat kommen sehen. Er greift langanhaltende Handlungsstränge auf, nur um sie dann weiterzuentwickeln oder zu einem Abschluss zu bringen.
Und so heißt es vor allem im zweiten Teil von Endspiel – Der letzte Schlüssel Abschied nehmen. Einige Charaktere, die die Serie seit langer Zeit begleitet haben, hauchen im Laufe dieser Handlung ihr Leben aus. Der Tod dieser Figuren ist immer dramatisch und exzellent inszeniert, damit auch die entsprechenden Emotionen beim Leser hervorgerufen werden.
Und noch etwas zeichnet den letzten Teil des Romans aus: Ein Stelldichein nahezu aller Fraktionen, die im Laufe der Heliosphere 2265-Serie eingeführt wurden. Das Imperium, die Assassinen, die Zukunftsrebellen, die Parliden und natürlich auch die HYPERION selbst sind Teil einer packend inszenieren Auseinandersetzung an Bord einer Raumstation und im All. Besonders bei den Rebellen ist es schön, sie mal wieder in der Serie zu lesen, weil sie lange Zeit förmlich sträflichst vernachlässigt worden sind. Sie wurden großartig eingeführt und spielten danach keine Rolle mehr. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie auch nach Endspiel – Der letzte Schlüssel weiterhin verwendet werden und nicht schon wieder in der Versenkung verschwinden.
Ein neuer Feind
Eines ist Andreas Suchanek mit dieser Geschichte gelungen. Er hat den Status Quo seiner Reihe nachhaltig geändert. Ein Feind wurde eliminiert und ein anderer, wesentlich stärkerer, ist an seine Stelle getreten. Der Roman endet auf einem ziemlich fiesen Cliffhanger, bei dem man gespannt sein darf, wie der Autor ihn auflöst.
Allerdings nervt eine Sache an Endspiel – Der letzte Schlüssel. Dass jeder Vorteil, den seine Helden haben, wiederholt negiert wird. Die Upgrades der HYPERION beispielsweise sind auf ein Mal ein Nichts im Vergleich zu dem neusten Flaggschiff des Imperiums. Der Autor selbst ist sich dieser Entwicklung bewusst und lässt einige seiner Figuren das auch in der Handlung ansprechen. Was allerdings nichts am Szenario an sich ändert, dass es mittlerweile nervt, dass seine Protagonisten in jederlei Hinsicht der Underdog sind, ja sogar sein müssen. Es ist einfach nicht mehr glaubwürdig, weil man inzwischen das Gefühl hat, dass sie bei einer solchen Unterlegenheit schon längst von einer der anderen überlegenen Parteien ausgelöscht sein müssten.
Dennoch hat mich der Roman gut unterhalten. Und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
Bewertung 13/15
Info
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 11/2014
Einband: eBook
Seiten: 163
ISBN: 978-3-958340-53-4
Sonstige Informationen:Produktseite
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