Es ist erstaunlich, welchen Erfolg der Film im Nachhinein hatte, obwohl er ursprünglich ein Flop war.
Mal wieder so ein Film
Highlander ist wieder so ein Film. Ein Leinwandabenteuer, das vor allem wegen des Soundtracks und einem einzigen Spruch so legendär geworden ist. Ein Kinofilm, der ein paar kleinere Schwächen hat. Der ursprünglich gescheitert war, dann aber zum Kultfilm wurde. Und am Ende einfach unvergesslich ist.
Dabei ist der Ursprung des Kinofilms erstaunlich. Denn alles basiert auf einem Drehbuch, das Gregory Widen im Rahmen eines Drehbuchautorenkurses an der UCLA verfasste. Damals hatte das Skript noch den Namen Shadow Clan und zog deutlich Inspiration aus dem Ridley Scott Film Die Duellisten. Nachdem sein Dozent das Drehbuch gelesen hatte, empfahl er ihm, es einem Agenten zu schicken, was Widen dann auch machte.
Es war eine lukrative Idee für ihn. Denn 1982 veräußerte die Filmrechte an Bill Panzer und Peter Davis für damals 1500$. Und wenn sie diese behalten wollten, mussten sie jährlich diese Summe bezahlen, so lange, bis aus dem Skript ein Film entstanden war oder eben auch nicht. Am Ende kaufte der britische Konzern Thorn EMI die Rechte für damals 250000 britische Pfund.
Nötige Überarbeitungen
Doch ehe aus der Idee Widens ein fertiges Drehbuch wurde, brauchte es noch etwas Überarbeitung. In diesem Prozess wurde einiges entfernt. Die ursprüngliche Story war im Vergleich deutlich anders, düsterer und brutaler. Auch konnten Unsterbliche Kinder haben und wenn einer den anderen tötete, dann gab es keine freigelassene Energie. Ebenso war das Ende offener, als das Connor Mcleod einen anderen Unsterblichen spürte, was natürlich andeutete, dass das Kämpfen weitergehen würde.
Für die Titelrolle wurde ursprünglich Kurt Russell angefragt, der allerdings absagte. Die Wahl auf Christopher Lambert fiel, als Regisseur Russell Mulcahy ein Foto von ihm in seiner Titelrolle aus Greystroke: Die Legende von Tarzan, Herr der Affen sah. Laut dem Filmemacher hatte er das perfekte Aussehen.
Ein Coup war sicherlich das Casting von Sean Connery als Juan Sánchez-Villalobos Ramírez, einem unsterblichen Ägypter, der lange Zeit in Japan und Spanien lebte. Als Antagonist Kurgan wurde Clancy Brown (Buckaroo Banzai) gecastet, derweil Roxanne Hart (Chicago Hope) die Forensikerin und Metallurgin Brenda Wyatt. Und als erste Ehefrau von Connor Mcleod, Heather, konnte man Beatie Edney sehen, für die dies die erste große Rolle war.
Die beste Rockband der Welt steuert den besten Soundtrack der Welt bei
Nicht unerwähnt bleiben muss der Soundtrack, der aus vielen Liedern der berühmten britischen Rockband Queen bestand. Ursprünglich war dafür die Band Marillion vorgesehen, die allerdings absagen musste, weil sie zu dem Zeitpunkt auf Welttournee waren. Brian May selbst sollte extra für den Film auch noch die Ballade Who Wants to live forever? schreiben, inspiriert durch die Szenen zwischen Connor und Heather.
Im Jahr 1985 trifft sich Conor McLeod mit seinem alten Feind Iman Fasil. Beide duellieren sich, bis es Ersterem gelingt, Letzteren zu köpfen. Ein Schwall von Energie wird freigelassen, die McLeod absorbiert. Als er Polizeisirenen hört, kann er gerade noch seine Klinge verstecken, ehe er verhaftet wird.
Was die Polizei nicht weiß, ist, dass Mcleod unsterblich ist. Er wurde im Jahr 1536 geboren und starb in einem Kampf gegen einen rivalisierenden Clan. Er wurde von einem fremden Ritter niedergestreckt. Unglaublicherweise sollte er einige Zeit später wieder zum Leben erwachen, wird aber aus seinem Dorf verbannt. Gemeinsam mit seiner Geliebten Heather lebt er ein Leben abseits der anderen. Alles ändert sich, als der Ägypter Ramírez auftaucht und den Highlander darin unterweist, was es heißt, ein Unsterblicher zu sein. Denn er weiß, dass der fremde Ritter, genannt Kurgan, bald wieder aufkreuzen wird, um ihn zu köpfen. Tatsächlich droht dies in der Jetztzeit erneut, denn sowohl Connor wie auch Kurgan haben all die Jahrhunderte überlebt. Und bereiten sich auf die Zusammenkunft vor. Denn am Ende gilt: Es kann nur einen geben!
Es kann nur einen geben!
Es kann nur einen geben!: Es ist dieser Spruch sowie der unverwechselbare Soundtrack von Queen, der dafür sorgt, das „Highlander“ noch heute so unvergesslich ist. Was interessant ist, als dass der Film damals in den Kinos floppte. Bei einem Budget von 19 Millionen US Dollar spielte er nur 12,8 Millionen ein. Woran das lag, ist unklar. Die Kritiken waren zwar in jener Zeit nicht eben nett zu dem Kinofilm, doch wenn die Historie eins wiederholt zeigt, dann dass es immer mal wieder Filme gibt, wo die Reviews mies sind und die anschließend trotzdem Kassenschlager geworden sind.
Es ist jetzt nicht so, dass der Film keine Fehler hat. Aber die, die er hat, sind keine gravierenden. Denn insgesamt macht er vieles richtig.
Was er wunderbar schafft, ist Connor Mcleod gut rüberzubringen. In der Handlungsgegenwart ist er jemand, der vieles gesehen und erlebt hat. Er trägt eine gewisse Weltmüdigkeit, was ihn allerdings trotzdem nicht davon abhält, weiter am Leben teilzunehmen. Er betreibt einen Antiquitätenladen und sorgt sich um die Seinen.
Von Kontrasten
Der Kontrast zwischen diesem Connor und dem vom Beginn seines langen Lebens ist natürlich enorm. Zu sehen, wie jener, selbst nachdem er unsterblich geworden ist, noch mit seiner Heather durch die Gegend tollt, zeigt seine unschuldige Unbeschwertheit. Die sogar, als Ramírez in sein Leben kommt, sich nicht verändert. Im Gegenteil: Er lernt die Vorteile seines neuen ewigen Lebens kennen.
Was ihn schließlich verändert ist die erneute Begegnung mit Kurgan. Dieser wird in der Rückblende als ein Ungeheuer, ein Monster dargestellt. Der bei seinem Duell mit Ramírez mit seinen Schlägen die Wände des Turms zum Einsturz bringt, in dem Connor mit Heather lebt. Enden tut dies damit, dass er den Mentor des Highlanders köpft und selber ebenso beinahe seinen Kopf verliert.
Auch hier wird ein Kontrast aufgebaut. Denn als er im Film in der Handlungsgegenwart das erste Mal auftaucht, wirkt er zunächst so wie früher, wie ein kaltblütiger, gefährlicher Gegner. Und erst, als er einen weiteren Unsterblichen tötet, verändert er sich und wird komplett irre. Letzteres zeigt, was das Absorbieren der Energie anderer Unsterblicher mit einem Unsterblichen anrichten kann. Wobei er allerdings auch der Einzige ist, bei dem man dies sieht.
Eine Erklärung wäre schön gewesen
Es ist auch ein wenig schade, dass Highlander diesen Weg geht, um Kurgan darzustellen. Die Erklärung, dass er verrückt geworden ist, ist zwar ganz nett. Aber man fragt sich dann doch, wieso erst jetzt? Und nicht bereits früher? Lag es an einer Art kritischen Schwelle, die er mit dem Köpfen seines letzten Gegners überschritten hat? Wenn ja, wie groß war diese? Das wird leider alles nicht beantwortet, weshalb man sich auf Mutmaßungen beschränken muss.
In jedem Fall zeigt der Film im Laufe der Zeit, wie das Leben von Connor so war. Wie er seine Heather ans Hohe Alter verlor, wie er dann im Laufe der Jahre weiterlebte und dabei sogar anderen half. All dies sorgt dafür, dass er umso sympathischer wirkt.
In der Handlungsgegenwart wird anschließend Brenda Wyatt eingeführt. Eine kluge Frau, die schon bald seinem Geheimnis auf die Spur kommt. Und dann zu seiner neuen Geliebten wird. Hier gibt es einen gewissen Sprung, was ihre Charakterisierung angeht. In dem einen Moment erzählt er ihr, was er ist und im nächsten landet sie schon in seinem Bett für eine schon fast obligatorische Liebesszene. Das Liebes-Interesse von ihr an ihm hätte man deutlich besser vorbereiten können, so das es nicht so wirkt, als ob sie einfach nur seinem unsterblichen Charme verfällt.
Nebenfiguren und Charakterisierungen? Wie unnötig
Generell hat der Film ein Problem mit seinen Nebenfiguren. Vor allem Sunda Kastagir wird nur eingeführt, damit er bei seiner nächsten Szene von Kurgan getötet werden kann. Was sehr schade ist, da so seine Freundschaft mit Connor nur eine Randnotiz ist. Sie ist dafür, um dem Highlander die nötige Motivation zu geben, ein letztes Mal gegen Kurgan anzutreten.
Doch sind das auch die einzigen negativen Aspekte. Ansonsten macht der Film jede Menge Spaß. Vor allem, weil er vieles erst dann erklärt, wenn es wirklich wichtig wird. Wie zum Beispiel, was jetzt der Preis ist, den der letzte Unsterbliche gewinnt. Das hat den Vorteil, dass man nicht ständig das Gefühl hat, er nimmt den Zuschauer an die Hand.
Der Soundtrack von Queen ist natürlich phänomenal. Viele Lieder sind mit diesem Film synonym geworden, wie beispielsweise Gimme the Prize oder Don’t Lose your Head. Doch nichts schlägt Who Wants to live forever?. Weil er zu einem der traurigsten Momente des Kinofilms läuft und man dabei die eine oder andere Träne verdrücken wird.
Highlander mag kein perfekter Film sein. Aber er sorgt für allerbeste Unterhaltung. Und das ist die Hauptsache.
Info
Regie: Russell Mulcahy
Drehbuch: Gregory Widen, Peter Bellwood, Larry Ferguson
Story: Gregory Widen
Produktion: Peter S. Davis, William N. Panzer
Musik: Michael Kamen
Kamera: Gerry Fisher
Schnitt: Peter Honess
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