Nach der Mission ist vor der Mission – die MAGELLAN findet ein “Imperium am Abgrund” vor.

Imperium am Abgrund
© Pabel-Moewig Verlag KG

Titel: Imperium am Abgrund
Autor: Oliver Plaschka
Titelbild: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erschienen: 21.02.2020

Zur Handlung

Nachdem die FANTASY wieder im Solsystem angekommen ist, wird Perry Rhodan der Prozess gemacht und er verliert seinen Status als Protektor. Während er trotzdem – in Beraterfunktion – mit der MAGELLAN nach Arkon aufbrechen darf, übernimmt Reginald Bull in der Heimat das Protektorenamt. Im Arkonsystem erwartet die Terraner politisches Chaos, in dessen Folge die Imperatrice Empthon V. gewaltsam abgesetzt, fast ermordet und von den Terranern gerettet wird. An Bord der MAGELLAN und gemeinsam mit der CREST II, welche auf Arkon festsaß, entkommen Perry Rhodan, Thora und die abgesetzte Herrscherin den Intrigen des arkonidischen Hochadels. Nächstes Ziel ist Aarakh Ranton – die zweite Heimat, welche laut Theta die Wurzel allen Übels ist.

Gedanken zu “Imperium am Abgrund”

Bull schnaubte: “Du bist noch nicht wegen des letzten Raumschiffs, das du geklaut hast, vom Haken – und willst dir am liebsten schon das nächste greifen. Und gleich das größte!”

Diese Worte von Reginald Bull an seinen Freund Perry, als dieser ihn scheinheilig auf die MAGELLAN anspricht, beschreiben ganz gut die Ausgangssituation von “Imperium am Abgrund”: Rhodan sieht zwar seine Schuld ein und gesteht sie auch bis ins letzte Detail, ist aber notfalls bereit, gleich das nächste Schiff zu stibitzen, um seiner Familie nach Arkon zu folgen. So weit kommt es letztlich nicht, er darf ohne Diebstahl fliegen. Allerdings ist er sein bisheriges offizielles Amt erstmal los. Mit seinem neuen Beraterstatus sowie einem bisher unbekannten Halbarkoniden als Missionsleiter geht es also nach M 13, in die Heimat der Arkoniden.

Spätestens dort übernimmt unser Lieblingsterraner allerdings schnell wieder das Kommando – Berater hin oder her. Dass das bitter nötig ist, um im Spiel der Kelche zu überleben, sieht auch Torgen Shenn, besagter Missionsleiter, schnell ein. Letztlich ist das ein cleverer, wenn auch einigermaßen offensichtlicher Kniff der Expokraten, um Rhodan zwar standesgemäß zu bestrafen, aber dann doch handlungsfähig zu halten. Trotz besagter Offensichtlichkeit, ist die Situation trotzdem glaubwürdig, denn Rhodan hat durchaus wichtige Freunde in wichtigen Ämtern, welche ihre Macht und Beziehungen offenbar bestmöglich für ihn eingesetzt haben. Maui John Ngata wäre da nur ein Name.

Die Situation im Kristallpalast auf Arkon ist undurchsichtig und Oliver Plaschka schafft es auf relativ wenigen Seiten, dieses politische Wirrwarr und die Intrigen grandios plastisch darzustellen. Das war für mich ganz großes Kino. Auch das Glück von Theta, dass im genau richtigen Moment der Telepath John Marshall das Attentat erkennt und es dadurch vereitelt werden kann, löst der Autor gut auf – denn möglicherweise wurde das Attentat gerade wegen der Anwesenheit von Rhodan und Marshall vorgezogen – das gibt der Situation noch mehr Glaubwürdigkeit.

Was mich sehr gefreut hat, ist, dass die alte Theta wieder da ist. Unverändert intrigant, arrogant und hochnäsig und doch irgendwie liebenswert – zumindest für eine arkonidische Hochadelige.

Ich hatte auch großen Spaß an zwei weiteren, für die Handlung wenig relevante Szenen. Zum einen am Zusammenspiel zwischen Mentro Kosum und der Lotsin an Bord der MAGELLAN, während diese den Abgrund zwischen Milchstraße und M 13 überwindet. Nicht nur Gabrielle Montoya hatte dabei wohl die Vorstellung anderer “Zusammenarbeit” der beiden.

Zum Zweiten der Moment, als Gucky den drei Mehandor offenbart, wer für wen schwärmt und warum der eine aber nicht das Interesse des oder der anderen erwidert. Köstliche Vorstellung, ich hatte dabei die Gesichter der Betroffenen bildlich vor meinem geistigen Auge und habe herzhaft gelacht!

Fazit

Der Staffelauftakt war ein rhodanistischer Hochgenuss und Oliver Plaschka scheint sich zum Experten für Staffelstarts zu entwickeln. Nach NEO 210 liefert er auch hier einen tollen Einstieg. Ich freue mich auf das, was kommt, und bin wirklich gespannt, ob es in dieser Staffel bei politisch-militärischer Bedrohung bleibt oder ob sich im Hintergrund kosmische Dinge abspielen. Ich bin mir ja im Stillen sicher, dass letzteres der Fall sein wird, aber lassen wir uns überraschen.

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Sven Fesser

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