Spotlight: Mark Hamill

Lesezeit circa: 7 Minuten

Kaum ein anderer Name steht mehr für die Star Wars Saga als Skywalker. Und Mark Hamill war der erste Skywalker, von dem wir wussten.

Juli 2013: Auf dem Essener Messegelände fand die Star Wars Celebration Europe statt. Die wohl größte weltweite Fan-Veranstaltung für die Anhänger der einzigartigen Saga. Natürlich gaben sich viele ihrer Stars mit Rang und Namen die Ehre auf der Großveranstaltung. Darunter auch unser heutiges Geburtstagskind Mark Hamill. Der damals bereits 61-jährige Schauspieler betrat die Panel-Bühne. Ein zwar recht bodenständig, aber auch distinguiert wirkender älterer Herr, der trotz seiner eher legeren Kleidung große Würde ausstrahlte.

Doch spätestens, als das sympathische Gesicht des als „Luke Skywalker“ unsterblich gewordenen Schauspielers das erste Mal sein typisches schelmisches Lächeln zeigte, war er sofort wieder der Farmerjunge vom fernen Planeten Tatooine, der an Bord des Millennium Falken zum galaktischen Abenteuer seines Lebens aufbrach. Solche Gesten sind bezeichnend für den Mimen, der nach seiner legendären Star Wars-Rolle eine zweite Karriere als Stimmkünstler erlebte (dazu später noch einmal mehr) und ansonsten eine ähnliche Kultfigur des Nerd-Tums darstellt wie der berühmte Ur-„Captain Kirk“ William Shatner. Mark Hamill begeht am heutigen 25. September seinen 68. Geburtstag.

Mark Hamill als Luke Skywalker in Episode VII
Luke Skywalker in Episode VII

Berufswunsch Comic-Zeichner

Mark Richard Hamill, so sein vollständiger Name, wurde als mittlerer Sohn von insgesamt 7 Kindern eines Captains der U.S. Navy geboren. Da Marks Vater infolge seines Ranges und seiner Position oft mitunter international versetzt wurde, absolvierte Mark seine Schulausbildung an den verschiedensten amerikanischen Bildungseinrichtungen und weit darüber hinaus: So machte er seinen Abschluss an der Nile C. Kinnick-Highschool auf dem amerikanischen Flottenstützpunkt im japanischen Yokosuka, wo sein Vater zu dieser Zeit seinen Dienst tat. Schon in seiner Kindheit war der kleine Mark ein großer Comic-Fan und sammelnder Junior-Nerd und träumte davon, eines Tages selbst Zeichner zu werden. Woran genau es lag, dass daraus nichts wurde, ist nicht überliefert: Entweder verlor er selbst das Interesse daran, aus seiner Zeichen-Leidenschaft einen Hauptberuf zu machen oder aber sein Talent war vielleicht doch nicht groß genug hierzu. Jedenfalls begann Mark nach seinem Highschool-Abschluss ein Schauspielerei-Studium in Los Angeles.

Erste Rollen

Seine erste (allerdings winzig kleine) TV-Rolle spielte Mark Hamill im Jahr 1970 in einer Folge der hierzulande unbekannten Fernsehserie „The Headmaster“. Es schlossen sich Auftritte in damals populären Reihen wie „Die Partridge Familie“ oder „Petrocelli“ an. Schließlich folgte eine kleine wiederkehrende Rolle als Krankenpfleger in der bekannten Seifenoper „General Hospital“ sowie eine 8-teilige Gastrolle in der Sitcom „The Texas Wheelers“.

Dass er die Rolle des Luke Skywalker erhielt, verdankt Mark Hamill übrigens unter anderem seinem alten Freund Robert Englund, der später als mit einem Messerhandschuh bewaffneter entstellter Albtraumkiller Freddy Krueger in der „A Nightmare On Elm Street“-Horrorfilmreihe eine ähnlich bekannte Figur wurde wie Mark als Luke. Englund sprach Mitte der 70er-Jahre für eine Rolle im Kriegsfilm „Apocalypse Now“ von Francis Ford Coppola vor und überredete Mark Hamill, zum im gleichen Studio stattfindenden Casting für „Star Wars“ zu gehen. Wie die Geschichte weitergeht, wissen wir: „Star Wars“, hierzulande damals noch als „Krieg der Sterne“ betitelt, wurde der seinerzeit erfolgreichste Film aller Zeiten und der damals 26-jährige Mark Hamill avancierte über Nacht zum Filmstar.

Mark Hamill als Luke Skywalker in Episode IV
Luke Skywalker in Episode IV

7-mal Luke, aber sonst eher wenig Erfolg

Bis heute war Mark Hamill insgesamt 7-mal als Luke Skywalker zu sehen. Wenn man das viel geschmähte „Star Wars Holiday Special“ sowie den noch kommenden 9. Teil der Saga „Der Aufstieg Skywalkers“ mitrechnet. Doch darüber hinaus blieb ihm die ganz große Karriere in Hollywood leider verwehrt. Zwar drehte er ab 1978 verschiedene Filme wie die Teenie-Komödie „Zwei heiße Typen auf dem Highway“, den bitteren Kriegsfilm „The Big Red One“ oder die Country-Musiker-Dramedy „Amanda lässt die Puppen tanzen“, doch der große Filmhit neben beziehungsweise nach „Star Wars“ blieb ähnlich wie bei seiner Filmschwester Carrie Fisher aus.

Nur wenige Jahre nach „Star Wars“ sah man Hamill in eher zweitklassigen Filmen. Beispielsweise im Science-Fiction-Streifen „Slipstream – Gefangene des Windes“ (1989). Ebenso im Horrorthriller „In den Klauen des Frauenmörders“ (1990) neben dem B-Film-Star Michael Dudikoff. Einzig seine Darstellung des clownesken, an den „Joker“ aus dem „Batman“-Universum erinnernden „Tricksters“ in zwei Folgen der Superhelden-Serie „Flash – Der Rote Blitz“ im Jahr 1991 zeigten sich Hamills anderweitige Talente, die sich später als wegweisend erweisen sollten. Hamill spielte die Rolle des (inzwischen gealterten) „Tricksters“ übrigens 2014 und 2015 nochmals in zwei Episoden der neuen „The Flash“-Serie.

Mark Hamill als Christopher Blair in Wing Commander IV
Christopher Blair in Wing Commander IV

Die Stimme des Jokers

Da es mit der Filmkarriere nach „Star Wars“ mithin nicht klappen wollte, suchte sich der in dieser Zeit bereits über 40-jährige Schauspieler einen anderen Wirkungskreis und wurde höchst erfolgreich damit. Ab 1994 war Mark Hamill in den Videosequenzen von Teil 3 bis 5 der damals ungeheuer erfolgreichen PC-Videospielreihe „Wing Commander“ in der Rolle des strengen, aber gerechten Colonel Christopher Blair zu sehen (wie Sci-Fi-Nerds wissen, ging diese Rolle in der glücklosen Verfilmung der Videospielreihe an Freddie Prinze Jr.).

Schon ab 1992 dagegen startete die eigentliche zweite Karriere Mark Hamills. In verschiedenen Animationsserien und -filmen (zuletzt 2016 in „Batman: The Killing Joke“) lieh er dem berühmten Todfeind Batmans, dem Joker, seine Stimme, nachdem Schauspielkollege Tim Curry („The Rocky Horror Picture Show“) aus dem Projekt ausgestiegen war. Besondere Bekanntheit erlangte das diabolisch-irre Lachen, das Hamill für die Figur kreierte und seitdem auf vielen Convention-Auftritten immer wieder einmal intonieren muss. Bis heute sehen viele Comic-Fans Hamill ebenso als „ihre“ ganz persönliche Kult-Ikone an, wie es unter „Star Wars“-Fans üblich ist.

Achtungserfolge

Nach seiner Rückkehr in die Rolle des Luke Skywalker in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ 2015 ist Mark Hamill immer wieder in Filmen und TV-Serien zu sehen. Wobei seine Auftritte nicht selten von seinem „Star Wars“-Ruhm beeinflusst sind. Beispielsweise in einer Folge der Nerd-Comedy „The Big Bang Theory“. Ansonsten ist Hamill nach wie vor häufig als Stimmartist tätig. Zuletzt als der Skeks-Wissenschaftler in der Netflix-Serie „Der dunkle Kristall: Ära des Widerstandes“. Ebenso war er Sprecher für die berühmte „Mörderpuppe“ Chucky in der Neuverfilmung von „Child’s Play“. Ansonsten genießt Mark Hamill die große Wertschätzung, die man ihm im Science-Fiction- und Fantastik-Fandom entgegenbringt. Unter anderem mit der für den Streaming-Bereich produzierten Kurzfilm-Reihe „Mark Hamill’s Pop Culture Quest“. Hier beleuchtet er, assistiert von einem Puppenfreund, popkulturelle Phänomene.

Star ohne Skandale

Seit annähernd 41 Jahren, seit dem 17. Dezember 1978, ist Mark Hamill glücklich mit seiner Ehefrau Marilou York verheiratet, die von Beruf Dentalhygienikerin ist. Sie dürfte sicherlich mit den gemeinsamen Kindern Nathan (*1979), Griffin (*1983) und Chelsea (*1988) und deren Partnern und eigenen Nachkommen zu den Gratulanten des heutigen Tages gehören.

Wir von Warp-Core.de wünschen obligatorisch: Möge die Macht mit Dir sein, Mark – immer!

Mark Hamill in der IMDb.

Thorsten Walch

Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.
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Thorsten ist Jahrgang 67 und Sci-Fi- und Horror-Experte. Er ist der Star Trek-Spartenredakteur des Corona Magazine und ferner der Autor des Buches Es lebe Star Wars, das im kommenden November im Mülheimer iFuB-Verlag erscheinen wird. Bei www.warp-core.de fungiert er als Star Wars-Fachmann.

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