[TOS 021] Morgen ist Gestern

In „Morgen ist Gestern“ landet die Mannschaft samt Schiff in den 1960er Jahren. Das Schiff wird vom US-Militär gesichtet.

Staffel 1, Folge 19 – Sternzeit 3113,2
„Morgen ist Gestern“ – „Tomorrow is Yesterday“

Morgen ist GesternDie Handlung von „Morgen ist Gestern“

Die Enterprise gerät in das Gravitationsfeld eines schwarzen Sterns. Beim Versuch, sich zu befreien, wird das Schiff durch eine Zeitverzerrung in das Jahr 1969 zurückgeworfen. Dabei entdeckt das US-Militär das fremde Flugobjekt und schickt einen Abfangjäger, der es zur Landung bringen soll.

Als Kirk den Traktorstrahl einsetzt, zerbricht das Flugzeug. Der Pilot, Captain John Christopher, wird im letzten Moment an Bord gebeamt. Es stellt sich heraus, dass Captain Christopher selbst keine besondere historische Rolle spielt, jedoch sein Sohn Geoffrey. Dieser wird den ersten bemannten Flug zum Saturn leiten.

Da Christopher Filmaufnahmen von der Enterprise gemacht hat, versuchen Kirk und Sulu in der Airbase an die Aufzeichnungen zu kommen. Wachen der US Airforce überraschen die beiden dabei und nehmen Kirk gefangen, während Sulu mit dem Film entkommen kann.

Nach seiner Befreiung erzeugt die Enterprise eine weitere Zeitverzerrung und setzt zunächst Captain Christopher kurz vor dem Moment, in dem er das Schiff gesehen hat, ab. Anschließend kehrt das Schiff in seine eigene Zeit zurück.

Kritik

„Morgen ist Gestern“ beinhaltet ein weiteres beliebtes Thema in der Science-Fiction: Zeitreisen. Über das Für und Wider der physikalischen Möglichkeit möchte ich mich hier nicht auslassen. Dazu fehlt mir das notwendige Wissen.

Zurück zur Episode. Fraglich ist, ob die Aktion, an die Fotos zu kommen, überhaupt notwendig gewesen wäre. Die Entscheidung, Captain Christopher gleich in der eigenen Vergangenheit abzusetzen, hätte den Aufwand erspart. Denn wenn der Pilot das Schiff gar nicht erst zu sehen bekommt, kann er keine Aufzeichnungen anfertigen. Gibt es keine Filme, müssen keine Beweise beseitigt werden. Allerdings wäre das dann eine sehr kurze Episode gewesen. Daher ist es nachvollziehbar, unter anderem durch den beschädigten Warpantrieb mehr Handlung hineinzubringen.

Morgen ist GesternNicht zufrieden bin ich mit dem Thema der Bedeutung einer Person. Es heißt zunächst, dass Captain Christopher keine besondere Bedeutung habe. Daher soll er auf dem Raumschiff bleiben. Woher nehmen Kirk und seine Offiziere die Gewissheit über Christophers Bedeutungslosigkeit? Später stellt sich heraus, dass sein noch ungeborener Sohn eine wichtige Expedition im All leiten wird. Natürlich soll er dann zurück zur Erde. Aber vorher wird ihm jegliche Bedeutung abgesprochen. Vielleicht ist er in den Geschichtsbüchern eine unaufällige Fußnote. Aber er nimmt ebenso Einfluss auf den gesamten Verlauf, wie jeder andere auch.
Worauf ich hinauswill ist, dass die tatsächliche Bedeutung eines Menschen für die Geschichte schlichtweg nicht festlegbar ist. Eine kleine Abweichung kann die Zukunft ändern. Das sollte Captain Kirk, ebenso wie Mr Spock eigentlich bewusst sein.

Etwas merkwürdig ist auch der Umstand, dass Captain Christopher sich nach seiner Rückkehr in sein Flugzeug an nichts mehr erinnern kann. Eine unfreiwillige Zeitreise kann das Gedächtnis sicherlich nicht löschen. Denn die Besatzung der Enterprise erinnert sich an alles.

Leider treten weitere Ungereimtheiten auf. Christopher wird in sich selbst hinein gebeamt. Wie das funktionieren soll, wird nirgends richtig erklärt. Anschließend sieht er die Enterprise noch, bevor sie verschwindet. Da das Flugzeug über mitlaufende Kameras verfügt, müsste es trotzdem davon eine Aufnahme geben.

Dennoch bleibt der typische Star Trek Humor nicht auf Strecke. Der Computer hat offensichtlich eine Fehlfunktion, welche sich in einer sehr amüsanten Art und Weise zeigt. Ebenso gelungen ist das Verhör, welchem Kirk auf der Erde unterzogen wird. Da man ihm wahrscheinlich sowieso keinen Glauben über seine Herkunft geschenkt hätte, begnügt er sich mit kurzen, ironischen Antworten, welche die Militärs zur Weißglut treiben.
Und auch hier kommen die Zuschauer wieder in den Genuss des unvergleichlichen Schlagabtauschs zwischen McCoy und Spock, der sich wie ein roter Faden durch die gesamte Serie zieht. Und sind wir einmal ehrlich: Ohne die beiden Streithähne würde Star Trek etwas fehlen.

Fazit: Trotz der Unstimmigkeiten, ist dies eine recht interessante und humorvolle Folge.

Funfacts:
  • Eigentlich sollte „Morgen ist Gestern“ die Fortsetzung von „Implosion der Spirale“ werden. Da Drehbuchschreiber John D. F. Black nicht mehr verfügbar war, wurde „Implosion der Spirale“ zum Ende umgeschrieben.
  • In Deutschland wurde diese Folge als erste Star Trek Episode überhaupt ausgestrahlt.
Der deutsche Titel

Hier ist es ausnahmsweise einmal so, dass der deutsche Titel tatsächlich eine direkte Übersetzung des Originals ist. „Morgen ist Gestern“ nimmt Bezug auf den Zusammenhang der Ereignisse in der Geschichte.

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
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