Dies ist der Auftakt zu einer der erfolgreichsten SciFi-Romanreihen der Neuzeit.

Die Vorlage für die Serie
In der Zukunft hat sich die Menschheit im Sonnensystem ausgebreitet. Allerdings ist sie nicht geeint. Vielmehr herrscht eine Art fragiler Friede zwischen den verschiedenen Machtbereichen, der jederzeit beendet werden kann.
Ein solcher Anlass könnte sein, als die Canterbury, ein Eisbergungsschiff, eines Tages ein Notsignal empfängt. Fünf Leute werden losgeschickt, um den nachzugehen. Doch dann stellt sich heraus, dass das Signal eine Fälschung ist und kurz darauf ein getarntes Schiff die Canterbury vernichtet. Was schon bald der Auftakt zu außergewöhnlichen Ereignissen ist.
Jeder SciFi-Fan kennt The Expanse. Es ist der Name einer sehr erfolgreichen SciFi-Serie, die am Ende auf Amazon lief. Doch auch die Vorlage trägt denselben Namen. Es handelt sich um eine neunteilige Romanreihe, die von James Corey geschrieben wurde.
Ein Banger
Der Name ist ein Pseudonym und dahinter Daniel Abraham und Ty Frank. Abraham wurde 1969 geboren und hat unter anderem George R. R. Martins Wild Card-Erzählungen in Comicform adaptiert und auch einige Stories dazu beigetragen. Das ist eine weitere Sache, die er mit Ty Frank gemeinsam hat. Dieser war der persönliche Assistent von George R. R. Martin und hat ebenfalls Geschichten für Wild Cards verfasst.
Mit Leviathan Erwacht haben sie gleichen einen Banger von Debütroman geschrieben. Einer, in dem sie sehr viel Zeit darauf verwenden, die Story sich entwickeln zu lassen. Langsam, schon fast behutsam, führen sie den Leser in ihr Storyuniversum ein. Sie stellen ihm alle relevanten Fraktionen vor, sowie die wichtigsten handlungstragenden Personen.
Das The Expanse-Universum ist kein Hard SciFi. Aber es ist auch kein High SciFi. Die Menschheit ist zwar ins All expandiert, ist allerdings über die Grenzen ihres Sonnensystems noch nicht hinausgekommen. Man liest zwar im Roman davon, dass die Mormomen an einem Generationenraumschiff bauen, das dann irgendwann aufbrechen soll. Aber ansonsten ist die Action eben auf das Solarsystem begrenzt.
Figuren mit Ecken und Kanten
Was der Spannung des Romans allerdings keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Man hat es hier mit einer spannenden Story zu tun. Einer, in der die Protagonisten Ecken und Kanten haben. Und nicht immer das Richtige tun, auch wenn sie es meinen, dass sie dies tun.
Gemeint ist vor allem James Holden, den man als jemanden kennenlernt, der meint, das Richtige zu tun. Und doch durch seine voreiligen Warnungen, als angeblich Marsianer das Schiff, von dem er und seine Kameraden ursprünglich kamen, einen Krieg zwischen dem Mars und dem Gürtel auslöst. Oder als man auf Ceres den Detective Joe Miller kennenlernt, der den Auftrag erhält, das Verschwinden einer jungen Frau aufzuklären, deren Vater ein besonders reicher Mann ist. Dieser Ermittler agiert oft genug in einer moralisch grauen Zone. Einerseits verbeißt er sich in den Fall, andererseits nutzt er die Bequemlichkeiten der Wohnung der Vermissten für sich.
Es ist dieses graue Weltbild, was den Roman so stark macht. Einfach, weil gefühlt jede Person, der man hier begegnet, etwas Düsteres an sich hat. Sogar Nebenfiguren wie Fred Johnson, der für die Selbstständigkeit des Gürtels kämpft, gehören dazu. Er agiert einerseits sympathisch, hat aber andererseits in der Vergangenheit auch schon mal eiskalt jede Menge Leute getötet.
Horrorstimmung
Zu Beginn des Romans bauen die Autoren einen Prolog ein, der eine gewisse Horrorstimmung verspricht. Über weite Teile der Geschichte scheint es zunächst so, als ob sie dies vergessen haben. Bis es auf ein Mal wieder zurückkehrt und alles, was man zuvor gelesen hat, auf den Kopf stellt. Es ist dabei eine atmosphärische Veränderung, die jetzt nicht übertrieben wirkt. Sondern durchaus organisch und gut durchdacht wirkt.
Leviathan Erwacht ist dabei von Anfang bis Ende ein Pageturner. Man will stets wissen, wie es weitergeht. Wie es den Hauptfiguren ergeht und was die Autoren sich als Nächstes einfallen lassen. So muss ein Auftaktroman geschrieben sein, so macht er Spaß zu lesen!
Info
Autorin: James Corey
Originaltitel: Leviathan Wakes
Übersetzung: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Erschienen: 02/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 671
ISBN: 978-3-453-31781-9
Sonstige Informationen: Produktseite
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