Zugriff der Kastellane – sie berufen sich auf die Superintelligenz
Worum geht es in diesem Roman?
Die Kastellane versuchen, auf legalem Weg an die Macht in der LFG zu kommen, um die Milchstraße gegen den Chaoporter zu wappnen.
Der Leseeindruck
Nachdem im Vorgängerroman von Susan Schwartz die Lebensgeschichte eines weiteren Kastellans erzählt wurde, erleben wir nun die Kastellane in Aktion. Reginald Bull ist durch seinen chaotarisch geprägten Zellaktivator den von ES auserwählten Wächtern über die Milchstraße natürlich ein Dorn im Auge, besonders, wenn man bedenkt, dass durch den in Cassiopeia gestrandeten Chaoporter FENERIK der Milchstraße eine Gefahr besonderer Größenordnung droht.
Vor dieser Bedrohungskulisse passiert erstmal in Leo Lukas’ PR3129 erstmal erstaunlich wenig Akutes, was natürlich auch daran liegen könnte, dass es der erste Teil eines Doppelbandes ist. Es gibt eine Besprechung der Zellaktivatorträger, wir erkunden mit dem Fremdenführer Zsandulf F’shgop die Venus und die Kastellane können die Führung der LFG davon überzeugen, dass sie sich der Öffentlichkeit stellen dürfen und die Finger nach den höchsten Regierungsämtern, mit möglichst weitreichenden Machtbefugnissen, ausstrecken zu dürfen. Das klingt auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär.
Allerdings ist dieser Leo Lukas das genaue Gegenteil von seinem Perry Rhodan 3108 Kampf der Psi-Giganten, der durch viel Infodump nicht gerade glänzte. In Der Ruf der Siebenschläfer wird die Erde und natürlich besonders die Venus des Jahres 2071 besonders plastisch und lebendig. Man ist mittendrin, anstatt nur aus weiter Ferne mit dabei. Die einzelnen Handlungen mögen für sich eher unspektakulär sein, glänzen aber durch eine unglaubliche Immersion und natürlich eine tolle Charakter- und Gesellschaftsdarstellung.
Hier kann Leo Lukas, neben seinem Humor, auch seine besondere Stärke ausspielen: den feinen Gespür für große Gruppen und deren Interaktionen.
Ich muss sagen, am Anfang des Romans war ich skeptisch und vielleicht auch nicht in bester Tagesform, aber den Roman habe ich mit einem Lächeln am Ende zugeklappt. Das gelingt bei Weitem nicht jedem Roman.
Das macht definitiv Lust auf mehr!
Wer wissen will, ob der Kritiker hier vielleicht doch vollkommen daneben liegt, dem sei natürlich neben der Lektüre des Romans selbst noch die YouTube-Version der Rezension empfohlen.
Info
Autor: Leo Lukas
Zeichner: Arndt Drechsler
Erschienen: Freitag, 6. August 2021
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