Review: Perry Rhodan Wega 03 – Im Garten des Unsterblichen

Lesezeit circa: 6 Minuten

Ein Testgebiet für ES – sie erreichen einen seltsamen Raum

TIm Garten des Unsterblichenitel: Im Garten des Unsterblichen
Autor: Olaf Brill
Titelbild: Dirk Schulz
Erschienen: Freitag, 16. April 2021

Nach zwei Bänden, die sich als sehr unterschiedlich herausstellten, wird es mit dem dritten Band langsam Zeit, eine Erwartung an das Heft zu formulieren. Der erste Band hat die Welt gebaut und unsere Helden auf die Reise geschickt. Der zweite Band beschäftigte sich mit der Frage, was denn mit einer Hilfsspezies passiert, deren Superintelligenz sie verlassen hat. Deren Willen für sie die Existenzgrundlage darstellt. Vom dritten Band erwartete ich die ersten Schritte in Richtung des großen Mysteriums, der zum Kern der zwölf Hefte umspannenden Miniserie werden wird. Ob meine Erwartungen an den Roman erfüllt wurden? Finden wir es heraus!

Das Heft

Der dritte Band der Miniserie Wega aus dem Universum von Perry Rhodan war ab dem 16. April 2021 für die Leser im Handel verfügbar. Der klingende Titel  Im Garten des Unsterblichen verspricht uns weitere Spuren von ES. Der Untertitel “Ein Testgebiet für ES – sie erreichen einen seltsamen Raum”, bleibt dagegen ein wenig schwammig. Ob die Nähe zu Band 1299 Im Garten der ESTARTU beabsichtigt ist, bleibt im Dunkeln. Doch eine Superintelligenz (oder die Abspaltung einer Superintelligenz), die sich aus ihrer Mächtigkeitsballung davonmacht, scheint ein beliebter Twist zu sein. 

Mit Olaf Brill treffen wir einen Serienveteranen als dritten Autor in der Miniserie. Dirk Schulz liefert uns das Titelbild zum Heft. Neben Hauptheld Perry Rhodan und den bekannten Gillian Wetherby, Krakatau sowie Carl Palmer, stößt die mysteriöse Hinaterin Kirlea Monmussan-O hinzu. Der Handlungsort bleibt weiterhin unbekannt, denn der rollenden Stadt und ihrem Innenkanton kann immer noch kein Planet zugeordnet werden. 

Das Titelbild

Dieses mal zeigt uns das Titelbild die direkte Wiedergabe einer Szene des Romanes. Leider passt die Gestaltung der Raumjäger nicht zu den Schilderungen im Heft und Gillians Gesichtsausdruck kann ich nur als aufbrandendes Niesen interpretieren. Ansonsten gefällt mir das Titelbild sehr gut und ich bin davon überzeugt, dass es für den ein oder anderen am Kiosk zum Blickfang geworden ist. Schade, dass es keine Verbindung von Titelbild zum Titel des Romans gibt. 

Die Handlung

Mit dem Erwachen aus der Nachtruhe und dem letzten Rückblick von Gillian tauchen Kirlea, die Hinatin und ihre Helfer mit dem Gärtner (einem Androidendiener von ES wie einst Hommunk) auf und versuchen Rhodan und Gillian zu erpressen. Ziel: den Gärtner zu ihrem Diener umzuprogrammieren. Die Hinaterin versucht mittels thelepathischer Einflussnahme,  Rhodan ihre Willen aufzuzwingen. Rhodan gewinnt den Kampf, schafft es, den Androiden zu reaktivieren und das Etappenziel des galaktischen Rätsels zu finden. Er nutzt die besiegte Hinatierin und den reaktivierten Gärtner, um zur Transmitterstation zu kommen. 

Dort angekommen werden die beiden Terraner einer letzten Prüfung unterworfen und gehen unbehelligt durch den Transmitter. Dicht gefolgt bemerken wir, wie sich der Bastardprinz eines lieben Begleiters entledigt und sich die telepathischen Fähigkeiten der Hinaterin zu Nutze macht und ebenfalls mittels Baumtransmitter aus dem Garten des Unsterblichen davonmacht. 

Das Fazit

Zum ersten mal muss ich sagen, dass mich das Heft nicht wirklich überzeugen konnte. Grundsätzlich weiß es zu unterhalten. Darüber hinaus ist nicht viel nennenswertes passiert. Es kommt nur eine leidliche Spannung auf und die Elemente der Handlung wirken nur lose aneinander geknüpft. Das Gefühl einer Bedrohung und dass die Mission der Held:innen in Gefahr geraten kann, fehlt mir persönlich komplett. Natürlich muss nicht immer Drama bis zum Maximum stattfinden. Jedoch ist eine greifbare Gefahr meiner Meinung nach für ein gutes Heft unerlässlich. 

Doch nicht nur in Sachen Spannung bleibt das Heft blass, auch die Umwelt des Innenkantons bleibt diffus und wird nie wirklich greifbar. Nicht nur die Welt ist seltsam schemenhaft abgebildet, auch die Widersacher sind einfach zu knapp geraten. Ich erwischte mich dabei, Textstellen mehrfach zu lesen, weil ich glaubte, etwas überlesen zu haben, nur um festzustellen, dass es einfach nicht mehr Charakterisierung, Ziel oder Motiv gab. Das alles gipfelt wohl in der abschließenden Prüfung. Der Kniff, dass der Gärtner nicht nur der telepathische Wächter ist sondern auch die Prüfung, die nur der Form halber durchgeführt wird, wirkt ein bisschen abgenutzt.  

Positiv zu bewerten sind wohl in dieser Ausgabe die Rückblicke von Gillian. Auch wenn mein Kritikpunkt vom letzten mal nicht behoben wird, denn auch in diesem Heft braucht es immer die Aufforderung von Perry, um Gillian zum erzählen zu bringen. Doch wirken die Rückblicke dieses mal ausgefeilter als noch im letzten Roman. Gillian stellt offensiv die Ausrichtung der Dritten Macht in Frage, konfrontiert Perry mit den damaligen Entscheidungen innerhalb ihrer Erzählung. Auch, dass diese zweite Ebene einen eigenen Konflikt bekommt, wirkt erfrischend. Eine Verwicklung des zweiten Piloten in einen Sabotageplot gibt den Rückblicken mehr Schwung. Nur schade, dass dies ohne echte Konfrontation endet. Eine verpasste Chance ist für mich die Möglichkeit, dass Gillian Perry hier mit ihren Vorwürfen hätte konfrontieren könnte. Diese Reflektion findet statt, doch leider bleibt sie Perry als Helden überlassen und findet nicht im Dialog mit Gillian statt. Verwunderlich ist das für mich schon, denn an andere Stelle springt Perry nicht auf die offensichtlichen Probleme und Gefühle an, sondern spricht Gillian auf den Verlust eines langjährigen Freundes an. Dies schafft einen Ausgleich zu den verschenkten Chancen. 

Auf Seiten des Widersachers Krakatau, dem Bastardprinz, wechselt Olar Brill in die erste Person und gibt zum Ende des Romans ein paar Information preis, die viele Möglichkeiten andeuten. Leider ist diese Handlungsebene auf wenige Augenblicke beschränkt. Schade eigentlich. 

Die Wertung

Der dritte Band der Wega-Miniserie schafft es nicht, mich zu überzeugen. Zwar kann er als unterhaltsame Geschichte punkten, darüber hinaus ist mir hier einfach zu wenig geboten. Es ist ein mittelmäßiges Heft, das in letzter Konsequenz nicht schafft, meine Erwartungen zu erfüllen, aber auch weit davon entfernt ist, eine Enttäuschung zu sein. Das ist nichts Schlimmes an sich, aber schade, dass man hier den Faden so verliert. Das Heft bekommt von mir fünf von zehn möglichen Punkten.

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