[Radius 2] Revelation

Lesezeit circa: 4 Minuten

Nach Radius Band 1 “Rebellion” hat Katrin Gal nun mit Radius 2 “Revelation” den zweiten Teil ihrer Comicreihe vorgelegt.

Revelation
© Splitter Verlag

Die Handlung

Die Mutantin Akraia kehrt als Gefangene mit Tom und seinen Hellhounds in deren Hauptquartier zurück. Es stellt sich heraus, dass Akraia und Tom beide aus Experimenten hervorgegangen sind, wodurch sich ihre enge Verbindung zueinander erklärt. Akraia will die Quelle, den energiegeladenen Kern des Planeten, vor einem Angriff der Rebellen schützen. Denn durch diesen Angriff würde alles organische Leben enden und nur die Rebellen, die ja Cyborgs sind, würden überleben. Akraia und Tom müssen daher zusammenarbeiten, um die Quelle zu retten und das Virus zu vernichten, das einen Teil der Einwohnerschaft von Avon getötet hat.

Außerdem erfahren wir, dass es auch innerhalb der Eliteeinheit der Hellhounds soziale Spannungen gibt. So wird der dunkelhaarige Tom von einem “arischen” Hellhound als “Bastard bezeichnet, weil seine Eltern offenbar nicht beide Aristokraten waren. Hinzu kommt, dass ein Gefallener aus Toms Hellhound-Gruppe durch eine Frau ersetzt wird, womit sich andere Mitglieder schwertun. Tom selbst rutscht im Rahmen eines Streits die Frage heraus, ob sie sich womöglich hochgeschlafen habe. Allerdings ist die Situation für ihn besonders ungewöhnlich, da es sich bei dem neuen Teammitglied um seine Ex-Freundin handelt.

Offen bleibt, welche Ziele der Adlige verfolgt, den sein Anhang als Meister bezeichnet und der zumindest scheinbar aufseiten der Rebellen steht. Jedoch erfahren wir, dass es einen Verräter in Toms Hellhound-Team gibt, der den Meister mit Informationen versorgt.

Der Zeichenstil und die Farbgebung

Der Zeichenstil von Radius 2 trifft nicht hundertprozentig meinen persönlichen Geschmack, doch muss ich dennoch sagen, dass er ohne Zweifel hochwertig ist und gut rüberkommt. Wie schon im ersten Teil arbeitet Katrin Gal auch hier vornehmlich mit gedeckten Farben, wobei es bemerkenswert ist, wie es ihr gelingt, ganze Seiten oder Doppelseiten in jeweils einheitlichen Farbkombinationen zu halten. So etwas habe ich bisher – zumindest nicht bewusst – an einem Comic wahrgenommen und würde das schon als etwas Besonderes einstufen.

Mein Eindruck von Radius 2 “Revelation”

Dass Radius 2 den Titel “Revelation” trägt, dürfte mit der Enthüllung von Akraias und Toms Herkunft zusammenhängen. Allerdings stellt sich die Frage, weshalb ein deutscher Comic einen englischen Titel trägt. Ähnlich verhält es sich bei der Bezeichnung “Hellounds” oder dem Umstand, dass Protestierende in Radius 1 ihre Forderungen in englischer Sprache auf ihre Plakate schreiben. (Letzteres wäre natürlich im Fall von Übersetzungen in andere Sprachen clever, da man dann das Bild nicht ändern muss.)

Jedenfalls bleibt Katrin Gal auch in Radius 2 den gesellschaftskritischen Tönen treu, wobei zu den Themenfeldern “Rasse” und “Abstammung” nun noch die Rolle der Frau hinzukommt. In diesem Kontext ist spannend, dass Frauen in Führungspositionen bei den eher negativ dargestellten Rebellen beziehungsweise im Gefolge des Meisters kein Problem darzustellen scheinen, tritt hier doch Lionna prominent in Erscheinung. Bei den Hellhounds hingegen sind Frauen noch nicht allgemein als Teammitglieder anerkannt. Somit vermeidet Radius 2 wie schon der Vorgänger simple Schwarz-Weiß-Malerei, was der Story denkbar guttut.

Überhaupt ist Radius 2 “Revelation” ziemlich interessant, was die Erzählstruktur angeht. So wird z.B. äußerst spannend dargestellt, wie Tom Gespräche durch den Kopf gehen, die er zuvor mit Akraia und seinen Teamkolleginnen und Kollegen geführt hat.

Nachdem ich schon in meiner Besprechung von Radius 1 auf die schönen Körper der Männer und Frauen zu sprechen kam, richtet sich Band 2 in dieser Hinsicht eher an eine Leserschaft, die gerne männliche Körper bewundert.

Fazit

Radius 2 “Revelation” ist ein starker Comic, der die Story ordentlich voranbringt. Abgesehen davon, dass Katrin Gal hier offensichtlich alles richtig macht, muss auch angemerkt werden, dass der Splitter-Verlag die Reihe in optisch sehr ansprechender Form veröffentlicht. Das Auge liest ja schließlich mit!

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Michael Kleu

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