Review: Babylon 5 027 – Der unsichtbare Feind

Lesezeit circa: 6 Minuten

Das Schiff aus der Vergangenheit hat die Gefahr für die Zukunft an Bord.

Staffel 2 – Folge 5
Der unsichtbare Feind / The Long Dark

Handlung

Die COPERNICUS ist ein Forschungsschiff, das vor über 100 Jahren die Erde verlassen hat. Die Besatzung ist ein Ehepaar, das in Tiefschlaf versetzt wurde. Nun nähert sich das Schiff der Station und wird aufgebracht. Der Mann ist während der Reise gestorben, aber die Frau kann wieder erweckt werden.
Nun stellt sich heraus, dass der Ehemann nicht durch einen Systemausfall starb, sondern offenbar getötet wurde. Die Ehefrau ist die einzige Verdächtige. Doch inzwischen scheint ein unsichtbares Monster auf der Station umzugehen und der ehemalige Bodensoldat Amis erkennt in ihm einen Gegner, dem er im Erd-Minbari Krieg schon einmal gegenüber stand.
Offenbar kam das Forschungsschiff an einem Asteroiden vorbei, von wo das unbekannte Lebewesen an Bord kam und den Kurs des Schiffes veränderte.

Der unsichtbare Feind

Rezension

Der unsichtbare Feind ist eine der schlechten Folgen der Serie und es ist dann vielleicht auch kein Wunder, dass Drehbuchautor Scott Frost nie wieder für Babylon 5 geschrieben hat.
Sie entspricht zu sehr dem Klischee “Monster der Woche”.
Und genau so ein Monster ist das Wesen. Es kommt einfach an Bord des vorbeifliegenden Forschungsschiffes, ernährt sich vom männlichen Besatzungsmitglied und ändert den Kurs des Schiffes in Richtung Z’ha’dum. Dass es dabei nahe an Babylon 5 vorbeikommt war reiner Zufall. Das klingt schon sehr konstruiert.
Auf der Station hat das Wesen dann nichts Besseres zu tun, als ahnungslose Menschen und Aliens anzugreifen, um dadurch weitere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Diese Geschichte dient nur dazu, noch einmal den Namen Z’ha’dum fallen zu lassen und ein unsichtbares Alien einzuführen. Dass es sich um ein intelligentes Wesen handelt, überrascht sogar Ivanova, als sie feststellt, dass es den Kurs den Schiffes umprogrammieren konnte.

Logikloch?

Sehr unglaubwürdig ist es, dass in Zeiten, wo die Menschen noch keinen Überlichtflug kannten, bemannte Forschungsraumschiffe ausgesendet wurden, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte unterwegs sein würden.
Letztlich muss es so viele Expeditionen dieser Art gegeben haben, dass die KOPERNICUS völlig in Vergessenheit geraten ist. Sheridan kann das Schiff zwar als altes Forschungsschiff identifizieren, aber es ist nicht so, dass ihm der Name KOPERNICUS etwas gesagt hat.

Offenbar war sie durch ein Sonnensystem geflogen, wo das Alien auf einem Asteroiden auf eine Fluchtmöglichkeit wartete. Warum wurde die Besatzung denn nicht geweckt, um dieses Sonnensystem zu untersuchen? Das war doch der Sinn der Forschungsmission.
Dieses Ereignis muss übrigens vor weniger als 10 Jahren stattgefunden haben, denn zu Zeiten des Erd-Minbari Krieges war das Alien noch auf dem Asteroiden, wo es auf die irdischen Bodenstreitkräften getroffen ist. Das heißt, das mit Unterlichtgeschwindigkeit fliegende Raumschiff ist danach in 10 Jahren nach Epsilon Eridani gekommen?

An dieser Stelle ist es vielleicht auch noch einmal interessant, einen Blick auf die “galaktische Karte” von Babylon 5 zu werfen.
Babylon 5 umkreist einen Planeten im Epsilon Eridani System, etwas über 10 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dies ist im galaktischen Maßstab sehr nahe bei unserer Sonne, denn die Galaxis hat einen Durchmesser von 200.000 Lichtjahren.
Unsere Sonne ist etwa 28.000 Lichtjahre vom Kern entfernt oder 72.000 Lichtjahre vom Rand.
Wenn in der Serie vom “Rim”, dem Rand, die Rede ist, dann wird oft nicht ganz klar, ob damit der Rand der Galaxis gemeint ist oder der Rand zum unbekannten Raum. Wenn man sich die Position unserer Sonne in der Milchstraße vor Augen führt, dann erkennt man, dass der Rand der Galaxis nicht gemeint sein kann, der ist viel zu weit weg. Die Entfernungen im B5 Universum sind immer recht überschaubar.

Der unsichtbare Feind

Durchwachsen

Wenn die KOPERNICUS also in Richtung des “Rims” fliegt, wo die Welt Z’ha’dum liegt, dann ist damit der nicht kartografierte Raum gemeint, dessen Entfernung von der Station völlig unbekannt ist. Dies wird nie ausgeleuchtet und manchmal wird mit dem Rim offenbar doch der Rand der Milchstraße gemeint, wenn zum Beispiel die Technomagier “hinter den Rim / Rand” reisen, um die Galaxis zu verlassen. Das ist verwirrend und hilft nicht, die Entfernungen und Positionen der Heimatsysteme einzuordnen, wie man das ganz grob bei Star Trek machen kann.

Vielleicht ist die Folge einfach zu wenig durchdacht gewesen, um eine gute Folge zu werden. Hätte man das Monster weggelassen und die KOPERNICUS nach einem hundertjährigen Flug ihr Ziel – das Epsilon Eridani System – erreichen lassen, dann hätte die Geschichte darum gehen können, wie frustriert die Forscherin sein müsste, wenn an ihrem Ziel schon Menschen sind. Dazu eine B-Handlung mit einem psychisch kranken Soldaten der Garibaldi, der sich an seine eigene Zeit als Bodensoldat erinnert, hätte viel glaubwürdiger gewirkt und es wäre kein Monster nötig gewesen.

Ein alter Bekannter

Gaststar in dieser Folge war Dwight Schultz, der in The A-Team eine Hauptrolle hatte und bei Star Trek – The Next Generation und Star Trek – Voyager mehrfach als zerstreuter Reginald Barcley auftrat. Auch in verschiedenen Videospielen ist seine Stimme zu hören, so unter anderem in Mass Effect 1 und 2 und in Fallout 2 und 4.
Zwischen 2009 und 2011 schrieb Schultz Artikel für das ultrakonservative Breitbart, wo er unter anderem die Politik von Barack Obama kritisierte.

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