Mit Brennende Kolonie: Kampf um den Mars – Goliath Chronik 2 schreibt Ivan Ertlov die Vorgeschichte zu Generation 23.

Herausforderungen sollte man sich stellen
Die Erde hat den Einschlag von Goliath knapp überlebt. Doch der Kontakt zu den Kolonieschiffen und früheren Kolonien ist abgebrochen. Bis sich auf einmal, 60 Jahre nach dem Impact, die chinesische Marskolonie meldet und um Hilfe ruft. Denn sie wird von unbekannten Aggressoren angegriffen.
Deshalb macht sich Commodore Alessia Okoye auf den Weg. Ihre Mission ist es, herauszufinden, was auf dem Mars geschah und wieder eine ständige Verbindung zu der chinesischen Kolonie herzustellen. Doch reist sie nicht alleine, sondern wird von diversen guten Leuten begleitet. Darunter auch ihr Großvater, mit dem sie ein Geheimnis teilt.
Ivan Ertlov beschreibt in seinem Vorwort die Vorbehalte vieler seiner Kollegen, als er seine Idee beschrieb, einen Nachfolger zu Generation 23 zu schreiben. Der Grund, wieso er Brennende Kolonie am Ende doch noch verfasste, war ganz einfach: Weil es eine Herausforderung war.
Ein starker Auftakt
Und mit diesem Wissen im Hinterkopf sollte man auch den Roman betrachten. Als eine Fingerübung, als Versuch, etwas zu schreiben, was für den Schriftsteller eher untypisch ist. Sprich, es erwartet einen erneut eine ernste Geschichte.
Was sich auch gleich im ersten Kapitel von Brennende Kolonie zeigt, als Ivan Ertlov schreibt, wie einige Jahre nach dem Einschlag von Goliath eine der wenigen noch funktionierenden menschlichen Organisationen mit gefährlichen Banditen umgeht. Es wird einfach eine Atombombe gezündet, ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Auftakt, der gleich den Ton für den Rest des Romans setzt, auch wenn dieser es nicht schafft, das Niveau dieses starken Beginns zu halten.
Denn die Story des Buches liest sich zwar interessant. Doch im Vergleich zu Generation 23 fällt die Spannungskurve flach aus. Der Band hat zwar gute Ansätze. Macht daraus allerdings eher wenig.
Wenn man es hat kommen sehen
Was Brennende Kolonie gut macht, ist, zu beschreiben, wie es den Chinesen auf dem Mars gelungen ist, zu überleben und wie sich ihre Kultur in den 50 Jahren der Isolation von der Erde entwickelt hat. Spannend wird hier auch ein Generationenkonflikt beschrieben, in denen diejenigen, die auf dem roten Planeten geboren worden sind, keinen Sinn für die Ideologie ihrer Vorfahren haben, die von ihren Ältesten noch hochgehalten und gepflegt wird. Auch wenn sich dabei nicht nur der jungen Generation, sondern ebenso dem Leser durchaus die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Tradition stellt.
Und doch hat der Roman viele Dinge, die eben dafür sorgen, dass er im Vergleich zum Vorgänger nicht überzeugen kann. Was auch an der Protagonistin liegt. Alessia Okoye hat gute Voraussetzungen, im Vergleich zu der harten und intelligenten Maria Gomez aus Generation 23 fehlt ihr allerdings das gewisse Etwas.
Auch ahnt man beim Lesen von Brennende Kolonie sehr früh, was es mit dem Angriff auf die chinesische Kolonie auf sich hat. Hier schafft es der Schriftsteller nicht, sich vom Altbekannten zu lösen. Was zu einer verhältnismäßig langweiligen und nicht sehr überzeugenden Auflösung des Konflikts führt.
Am Ende des Romans deutet der Autor an, dass er die Goliath Chronik-Serie weiter fortführen möchte. Das kann man nachvollziehen, da das Universum der Reihe noch viel Potential für zukünftige Geschichten hat. Nur dann dürfen die kommenden Erzählungen nicht so enttäuschend ausfallen, wie Brennende Kolonie.
Bewertung 08/15
Info
Autor: Ivan Ertlov
Verlag: Eigenverlag
Erschienen: 09/2020
Einband: eBook
Seiten: 266
Sonstige Informationen: Produktseite
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