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Review: Daredevil 02 – Cutman

Lesezeit circa: 4 Minuten

In Cutman wird einiges enthüllt.

Viel los

Matt Murdock (Charlie Cox) wird zusammengeschlagen und schwer verletzt in einem Müllcontainer gefunden. Die Krankenschwester Claire Temple (Rosario Dawson) pflegt ihn in ihrer Wohnung. Doch als sich herausstellt, dass ihn Leute verfolgen, ändert sich einiges.

Derweil erinnert sich Matt Murdock an seine Kindheit. Er wurde allein von seinem Vater, einem Boxer, großgezogen, der viel Wert darauf legte, dass sein Sohn gebildet ist. Bis sein Vater von einem irischen Mob getötet wird, weil er nicht wie geplant einen Kampf verloren hat.

In Cutman ist einiges los. Die Folge beschäftigt sich nicht nur mit den Erlebnissen von Matt Murdoch in der Gegenwart, sondern schildert auch seine Kindheit. Und nebenbei bekommt man mit, wie sich Foggy Nelson um Karen Page kümmert und mit ihr um die Häuser zieht.

Fokus auf die Kindheit

Es war natürlich klar, dass man sich früher oder später mit der Origin, dem wichtigen Ursprung des Helden, beschäftigen würde. Dass es allerdings schon so früh in der Serie geschieht, überrascht. Angesichts der Tatsache, dass mehr potentielle Minuten für diesen Plot zur Verfügung gestanden hätten, hätte man eher erwartet, dass die Handlung über die Season gestreckt wird und dabei mehr auf die Kindheit des Helden eingegangen wird.

Doch nachdem man Cutman gesehen hat, muss man sagen, dass es seitens der Showrunner die richtige Entscheidung war. Es passt einfach. Man erfährt die Motivation Matt Murdocks, was ihn antreibt, wieso er sich so aufreibt: Weil er dieselbe Tragödie, die ihm widerfahren ist, verhindern möchte.

Dabei wird sich ausführlich der Beziehung zwischen Vater und Sohn gewidmet. Man merkt, wie viel Jack das Schicksal seines Sohnes am Herzen liegt. Wie sehr er möchte, dass dieser nicht denselben Weg einschlägt wie er. Vor allem, nachdem sein einziges Kind auf Grund des Unfalls erblindet ist.

Eine intelligente Frau

Und anders als im Film wird hier keine Verbindung zu Wilson Fisk erschaffen. Stattdessen ist an seinem Tode die irische Mafia schuld. Was in „Cutman“ eine weitere gute Entscheidung war, da so das Verbrechen immer noch tragisch ist, aber nicht mit Bedeutung überfrachtet wird. Es wird somit klar gemacht, dass der Mob viele Facetten hat und der Kingpin nicht für alles verantwortlich ist.

Da spielt der Hauptplot der Episode im Vergleich eine eher geringe Rolle. Er ist vorhanden und zeigt, zu was Matt Murdock bereit ist, wenn es um die Umsetzung seines Zieles geht. Dabei kann die Interaktion zwischen ihm und Claire Temple überzeugen.

Sie wird in Cutman als jemand dargestellt, der mit geringen Widerwillen bereit ist zu helfen. So zum Beispiel, als sie ihn untersucht und nüchtern seine Verwunden aufzählt, um dann anhand seines Agierens ebenso festzustellen, dass seine Blindheit nichts Neues ist. Eine intelligente Frau, die dabei wiederholt von der Welt ihres Patienten überrascht und teilweise auch entsetzt ist.

Fehlt da nicht etwas?

Deutlich weniger Platz bekommt dabei der feuchtfröhliche Abend von Foggy Nelson mit Karen Page. Und doch ist er ebenso bedeutsam, weil sie hier etwas Traumatabewältigung durchläuft. Man merkt, dass sie noch seelische Narben hat, die noch nicht gänzlich verheilt sind. Allerdings will sie sich davon nicht unterkriegen lassen.

Ebenso stellt man in Cutman ein Mal mehr fest, dass dieser Plot auch ein wenig als Comedy Relief dient. Es ist kein übermäßiger Humor, kein krachlederner. Aber er ist dezent vorhanden, was man unter anderem daran merkt, dass Foggy Nelson bei lauter hartaussehenden Typen erzählt, dass das nur Fassade ist. Hier muss man Schmunzeln!

Allerdings hat man zu Beginn das Gefühl, dass man eine Folge verpasst hat. Am Ende der ersten sieht man, wie Matt mitbekommt, dass ein Junge entführt wird. Und am Anfang liegt er im Müllcontainer, stark verletzt. Was dazwischen geschehen ist, erfährt man nur durch Gespräche, aber nicht durch Bilder. Das ist insofern schade, als dass dadurch wirklich der Eindruck entsteht, man hat etwas verpasst. Es hätte sich doch sicher irgendwo die nötige Zeit gefunden, diese Geschehnisse zu zeigen.

Ein brachialer Kampf

Immerhin wird man am Ende von Cutman mit einem grandiosen Kampf verwöhnt. In einer einzigen Einstellung, ohne sichtbare Cuts, wird gezeigt, wie Matt Murdock sich in einem dunklen Flur entlangkämpft, lauter Mafialeute umknockt und das trotz seiner schweren Verwundungen. Diese Auseinandersetzung hat nichts Elegantes, stattdessen ist sie brutal. Es geht hier ums Überleben und man merkt deutlich, wie der Hauptcharakter seine letzten Reserven anzapft, um erfolgreich zu sein.

Abgesehen von dem seltsamen Beginn ist dies eine super Episode.

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Warpskala

Warpskala
8 10 0 1
8/10
Total Score

Positiv

  • Kampf am Ende der Episode
  • Darstellung von Matts Kindheit
  • Claire Temple

Negativ

  • Wichtige Ereignisse werde nur erzählt, nicht gezeigt
Götz Piesbergen

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