Doom Patrol
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Review: Doom Patrol 06 – Doom Patrol Patrol

Lesezeit circa: 4 Minuten

In Doom Patrol Patrol lernt man eine frühere Doom Patrol kennen.

Überraschung!

Nachdem sie von Mr. Nobody (Alan Tudyk) den Auftrag erhalten hat, die Doom Patrol zu suchen, findet Jane (Diane Guerrero) Hinweise auf eine Inkarnation aus den 1950er Jahren. Gemeinsam mit Rita (April Bowlby) und Larry (Matt Bomer (Stimme), Matthew Zuk (Körper)) besucht sie diese. Dabei stellt sich heraus, dass Rita mit einem Mitglied dieser Gruppe einst eine Affäre hatte. Es ist nicht das einzige Geheimnis, das zu Tage kommt.

Derweil sind Vic (Joivan Wade) und Cliff (Brendan Fraser (Stimme), Riley Shanahan (Körper)) zurückgeblieben. Cyborg hat etwas Angst vor seinem Vater, der ihn für die Reparatur der beim Kampf gegen Mr. Nobody erlittenen Schäden herunterfahren muss. Und er bittet Robotman, auf ihn aufzupassen. Ob das eine so gute Idee ist?

Es ist die große Überraschung von Doom Patrol Patrol, dass es bereits eine frühere Inkarnation der titelgebenden Gruppe gegeben hat. Und natürlich wird die Episode für jede Menge Charaktermomente genutzt. Vor allem Rita profitiert von der Folge ungemein.

Doom Patrol Patrol

Bekenntnis zur Vergangenheit

Doch der Reihe nach. Für Comicfans sind die gezeigten Figuren und Kostüme gute Bekannte. Hier wurden Elemente der gesamten Doom Patrol-Historie übernommen und miteinander vermengt. Die Heldenoutfits, die teilweise getragen werden, entstammen aus den 1980er Jahre, derweil einige der Charaktere ihr Debüt in den 1960ern feierten. Es sind wunderbare Eastereggs, die deutlich machen, dass die Macher der Serie sich mit der Materie auskennen und wissen, was sie nehmen können, um Comicfans zu erfreuen, ohne den Normalzuschauer damit vor den Kopf zu stoßen.

Gleichzeitig zeigen sich in Doom Patrol Patrol verstärkte Parallelen zu einem gewissen Marvel-Konzept, wo es auch darum ging, Jugendlichen mit besonderen Fähigkeiten den Umgang mit diesen beizubringen. Doch schon bald zeigt sich, dass dies nur eine schnöde Illusion ist. Allerdings dauert es, bis die Episode die ersten Zweifel an der Realität streut.

Und selbst dann lässt sich die Folge Zeit, ehe die Illusionsblase komplett platzt. Zeit, die sie dazu nutzt, um vor allem Rita und ihren Liebhaber Steve Dayton (Will Kemp) ausführlich zu charakterisieren. Vor allem über sie erfährt man einiges Interessantes.

Ein Egozentriker vorm Herren

So gibt es direkt zu Beginn von Doom Patrol Patrol einen Rückblick, in dem sich zeigt, dass sie kurz nach Erhalt ihrer Fähigkeiten versuchte, wieder eine Rolle zu kriegen. Was allerdings spektakulär schiefläuft. Und dies könnte auch ihre emotionalen Narben erklären, die sie in der Handlungsgegenwart besitzt.

Was ihre Beziehung zu Steve Dayton angeht, so hat man das Gefühl, dass er sie als ein nettes Betthupferl ausnutzt. Und als es dann ernst wird, bzw. sie etwas Falsches sagt, er förmlich eskaliert. Dachte man zuvor noch, dass er nur ein netter, wenn auch anstrengender Mensch ist, erweist sich jetzt, dass er ein Egozentriker ist.

Doch bei allem Fokus auf dieses Paar kommen die anderen Figuren in Doom Patrol Patrol nicht zu kurz. Und auch wenn die Frauen der originalen Doom Patrol im Vergleich zu den Männern eher rudimentär charakterisiert werden, erhalten sie trotzdem noch ausreichend Profil, sodass man mit ihnen mitfühlt. Ebenso können die Interaktionen mit den anderen Doom-Patrol-Mitgliedern überzeugen.

Doom Patrol Patrol

Kein Niemand?

Doch so stark diese Handlungsebene ist, so schwach wirkt die Tatsache, dass es heißt, dass sie von Mr. Nobody besiegt worden seien. Und so nett die Szene der entsprechenden Konfrontation wirkt, hätte man sich gewünscht, dass der Antagonist persönlich auftauchen würde. Das ist allerdings auch eher Meckern auf hohem Niveau.

Gleichzeitig verstärkt Doom Patrol Patrol die Frage, wieso Chief Caulder anscheinend seit den 1950er Jahren kein bisschen gealtert ist. Bei den anderen Doom-Patrol-Mitgliedern der Gegenwart kann man es sich durch ihre besonderen Fähigkeiten erklären. Aber ihr Anführer hat doch keine solchen Gaben, oder?

Bei dem Plot mit Victor Stone und Cliff Steele geschieht im Vergleich wenig. Es geht um Väter, einmal Vics Furcht vor seinem und einmal Cliffs Wunsch als solcher, mehr über seine Tochter zu erfahren, die ja den Unfall überlebt hat. Am Ende sorgt ein Gespräch zwischen Vätern dafür, dass Cyborgs Angst sich als unbegründet erweist.

Wobei dann am Ende von Doom Doom Patrol der Subplot rund um Cliffs Tochter weitergetrieben wird. Und der ehemalige Rennfahrer muss erfahren, dass sich ihr Leben ohne ihn weiterentwickelt hat. Da er sich bislang zwar als ein bemühter, aber selten einfühlsamer Charakter erweist, dürfte dies zu nichts Gutem führen.

Doom Patrol gibt es unter anderem bei Prime Video.

Wertung

Wertung
9 10 0 1
9/10
Total Score

Positiv

  • Verneigung vor der Comichistorie
  • Rita erhält Profil
  • Subplot mit Victor Stone und Cliff Steele

Negativ

  • Kein Mr. Nobody beim letzten Kampf der ersten Doom Patrol
Götz Piesbergen
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