Doom Patrol
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Review: Doom Patrol 30 – 1917

Lesezeit circa: 5 Minuten

Für Rita geht es in das Jahr 1917.

Wichtiges Wassertreten

Rita Farr (April Bowlby) reist in das Jahr 1917. Doch die Reise durch die Zeit hat den Nebeneffekt, dass sie dabei sämtliche Erinnerung verliert. Als sie schließlich ankommt, wird sie von dem Büro für Normalität angenommen und Teil der „Freaks“. Damit sind die Metamenschen gemeint, die für das Büro arbeiten.

In der Gegenwart haben ihre Freunde ihre eigenen Probleme. Cliff Steele (Brendan Fraser (Stimme), Riley Shanahan (Körper)) ist dem Videospiel und Onlineglücksspiel verfallen. Larry Trainor ((Matt Bomer (Stimme), Matthew Zuk (Körper))) kümmert sich um seinen verwundeten Sohn und streitet sich anschließend mit ihmüber dessen Mitgliedschaft beim Büro. Crazy Jane (Diane Guerrero) hingegen lässt Kay (Skye Roberts) an der Oberfläche Schuhe kaufen, was etwas ist, mit dem die anderen Persönlichkeiten nicht einverstanden sind. Und Victor Stone (Joivan Wade) trifft eine wichtige Entscheidung.

Mit 1917 hat man das Gefühl, dass hier einerseits wichtige Schritte unternommen worden sind, die beim Finale von Bedeutung sein werden. Aber andererseits tritt die Serie bei einigen Plots Wasser. Oder ignoriert Entwicklungen der letzten Zeit gleich ganz komplett.

Eine Ersatzersatzfamilie

Das Positive an dieser Episode ist dabei vor allem Ritas Zeitreise. Man erlebt zu Beginn mit, was während dieser mit dem Zeitreisenden geschieht, was dann ebenfalls erklärt, wieso Laura De Mille ihre Erinnerungen beim ersten Mal verloren hatte. Es ist eine eindrucksvolle Szene, nicht nur wegen der Ereignisse, sondern auch wegen der Effekte.

Und nach der Landung von Rita im Jahr 1917 dreht sich viel darum, wie sie zunächst nach einer Gruppe sucht, in der sie unterkommt. Daran merkt man, wie sehr ihr unbewusst die Doom Patrol fehlt, die für sie ja eine Art Ersatzfamilie war. Doch zum Glück findet sie schon bald einen Ersatz für ihre Ersatzfamilie.

Man sieht hier jede Menge Figuren wieder, die man das erste Mal in Nebel mit einzelnen Wahnvorstellungen sah. Jetzt lernt man sie näher kennen und zwar, bevor etwas vorgefallen ist, dass sie nachhaltig verändert hat. Denn das da etwas geschehen sein muss, lässt sich daraus schließen, dass sich die jeweiligen Charaktere anders verhalten, als bei ihrem ersten Auftritt. Sie sind freundlicher, fröhlicher und wirken lebendiger, und nicht wie in Trance.

Glücklichsein wird überbewertet

Die Vergangenheitsebene mit Rita in 1917 handelt davon, wie sie einerseits neue Freunde findet und sich sogar verliebt. Aber andererseits auch davon, wie auf sie und die anderen Freaks herabgesehen wird. Wie sie geschnitten werden und wie sie als minderwertige Wesen behandelt werden, eben weil sie anders sind. Etwas, was man als X-Men-Fan nur zu gut kennt und was auch zur Doom Patrol passt, die ja zeitweise wie DCs Äquivalent zu Marvels Mutanten war.

Alles an diesem Plot wirkt fröhlich und hoffnungsvoll. Was für Doom Patrol natürlich nichts Gutes bedeutet. Denn fröhliche Figuren, die nicht über ihren persönliche Nöte ausführlich philosophieren, dass kann in dieser Reihe natürlich nicht sein.

Und so lässt sich auch bei dem Crazy-Jane-Subplot in 1917 erahnen, dass hier schon sehr bald etwas geschehen wird. Denn es kann nicht sein, dass Kay problemlos älter werden kann. Und so sind die anderen Persönlichkeiten mit der Freiheit der früheren Hauptpersönlichkeit nicht zufrieden und machen dafür Crazy Jane verantwortlich. Hier wird es also bald knallen und man kann es als Zuschauer kaum erwarten.

Chance verpasst

Etwas weniger dramatisch wirkt Victor Stones Selbstfindungstripp. Er erklimmt den Berg, den auch schon seine Eltern bestiegen haben und entdeckt an der entsprechenden Stelle, die ihm seine Mutter im Jenseits geschildert hat, genau das, was sie ihm beschrieben hat, woraufhin er sich zu einem folgerichtigen Schritt entschließt. Hier kann man noch nicht ganz abschätzen, was da geschehen wird.

Der Plot um Larry und seinen Sohn wirkt in 1917 wie Wundenlecken. Es kommt hier einiges zu Sprache und am Ende ist klar, dass zwischen Vater und Sohn wohl so schnell kein Frieden herrschen wird. Was allerdings stört, ist die Tatsache, dass der Tumor die ganze Zeit nicht vorhanden ist. Erst am Ende, in einer Extraszene, die so wirkt, als ob den Machern das Fehlen nachträglich eingefallen ist, wird seine Existenz wieder thematisiert, was dann nicht mehr sonderlich glaubwürdig wirkt.

Und dann ist da noch die Handlung von Vic Steele. Und die ist vielleicht am enttäuschendsten. Die Pillensucht, die ja in der letzten Episode angedeutet wurde, spielt dieses Mal keine Rolle mehr. Sie wird auch nicht angesprochen. Stattdessen ist Robotman jetzt auf ein Mal onlineglücksspielabhängig und verkauft dafür lauter Sachen. Das ist ein Übergang, der nicht sonderlich glaubwürdig wirkt. Hier wurde eine Chance vertan.

Nachdem die letzten Folgen der Doom Patrol-Serie noch sehr gut waren, ist 1917 eine kleine Enttäuschung.

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Warpskala

Warpskala
7 10 0 1
7/10
Total Score

Positiv

  • Ritas Erlebnisse in der Vergangenheit
  • Vic Stones Subplot
  • Wie wird sich die Crazy Jane-Handlung entwickeln?

Negativ

  • Auftauchen des Tumors von Larry Trainor wirkt wie nachträglich eingefügt
  • Fehlen der Medikamentenabhängigkeit von
Götz Piesbergen

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