Review: DSN 122 – Empok Nor

Lesezeit circa: 5 Minuten

Auf Empok Nor warten auf eine DS9-Gruppe nicht nur gute Sachen.

Etwas Unheimliches erwacht

Auf Deep Space Nine ist eine wichtige Plasmaleitung kaputt gegangen, die sich nicht replizieren oder reparieren lässt. Deshalb bricht eine kleine Gruppe unter der Leitung von Chief O’Brien (Colm Meaney) zu der verlassenen cardassianischen Raumstation Empok Nor auf. Neben vier weiteren Ingenieuren sind auch Nog (Aron Eisenberg) und Garak (Andrew Robinson) mit dabei. Letzterer soll ihnen helfen, auf die Station zu kommen und nicht in irgendwelche Fallen zu treten.

Doch die Ankunft der Expedition weckt zwei cardassianische Soldaten auf, die sich daran machen, die Eindringlinge umzubringen. Sie können auch einige der Ingenieure töten, ehe sie jedoch selber nach und nach von Garak umgebracht werden. Der ist allerdings in der Zwischenzeit einer Psychodroge verfallen und will unbedingt den Chief zu einem Duell herausfordern, wofür ihm jedes Mittel recht ist.

Der Name Empok Nor kommt Litverse-Fans bekannt vor. Die alte Raumstation diente in Sektion 31 – Der Abgrund als Quelle für einen neuen Warpkern von Deep Space Nine, wobei der Vorgang, diesen zu holen in Corps of Engineers 06: Kalte Fusion geschildert wurde. In beiden Geschichten spielt übrigens Nog eine gewichtige Rolle.

Wer ist hier das Monster?

Doch selbst, wer die Bücher nicht kennt, wird mit der Folge sein Vergnügen haben. Weil hier einmal mehr eine gruselige und spannende Atmosphäre aufgebaut wird. Gleichzeitig wird in dieser Episode auch erstklassige Charakterarbeit abgeliefert, was man nicht nur an den sowieso bekannten Figuren merkt, sondern ebenso an den Nebencharakteren.

Dies ist auch das, womit Empok Nor am meisten begeistern kann. Dass es hier geschafft wird, den vier Ingenieuren trotz der wenigen Szenen, in denen sie zu sehen sind, eine gewisse Grundtiefe zu geben. Man lernt den nervösen und vorsichtigen bolianischen Offizier Boq’ta (Andy Milder) kennen. Oder seinen Kollegen Pechetti (Tom Hodges), der militärische Embleme und Abzeichen sammelt. Und dann werden sie einer nach dem anderen getötet. Und jeder dieser Tode ist schmerzhaft, eben weil man die Charaktere kennen- und liebengelernt hat, trotz ihrer wenigen Auftritte. Das ist eine Glanzleistung, die nicht selbstverständlich ist.

Dass dafür im Gegenzug die beiden cardassianischen Soldaten nicht charakterisiert werden, akzeptiert man problemlos. Ihre Funktion ist auch nicht die von Figuren, mit denen man mitfühlen kann, sondern die von Monstern. Und als solche erfüllen sie ihre Aufgabe vorzüglich. Wie in diversen Horrorfilmen schlagen sie wie aus dem Nichts zu und töten die Föderationsoffiziere mit enormer Effizienz. Dass dann ihr Tod wiederum das eigentliche Hauptmonster erweckt, hat eine gewisse Ironie, passt allerdings hervorragend zur Story.

Nicht einlullen lassen

Doch auch die Hauptfiguren kommen nicht zu kurz. Dabei sieht man ein mal mehr, wie vielschichtig Garak ist. Wie sehr man sich von seiner Fassade als jovialer Schneider, der zufälligerweise ein Ex-Spion ist, einlullen lässt. Denn hier zeigt sich, dass in Wahrheit ein Monster unter der Oberfläche lauert, das unter bestimmten Umständen, in diesem Fall dem Einfluss von Drogen, nur darauf wartet, auszubrechen. Andrew J. Robinson spielt diesen enthemmten Garak in Empok Nor hervorragend und mit sichtlichem Vergnügen.

Dabei hat er es vor allem auf Miles O’Brien abgesehen. Wiederholt wird in dieser Episode deutlich gemacht, wie sehr Garak darauf auf ist, dass der Chief wieder wie ein Soldat handelt. Was der jedoch ablehnt, da er diesen Teil seines Lebens hinter sich gelassen hat und nun eher wie ein Ingenieur angesehen werden möchte. Colm Meaney zeigt wunderschön den Konflikt, in dem sich seine Figur befindet, und wie O’Brien es schafft, am Ende beide seiner Seiten unter einen Hut zu bringen, um den durchdrehenden Garak doch noch zu erledigen.

Und Nog? Von allen Figuren ist seine Rolle die vielleicht unbedeutendste. Es wäre allerdings falsch, zu behaupten, dass sein Charakter sich durch die Ereignisse von Empok Nor nicht weiterentwickelt hat. Im Gegenteil: Was hier geschieht, wird sicherlich enorme Konsequenzen für seine künftigen Auftritte haben. Zum einen, weil er hier beweist, dass er das Ingenieurstalent seines Vaters Rom geerbt hat, was garantiert in kommenden Episoden weiter thematisiert wird. Und zum anderen wird hoffentlich in zukünftigen Folgen berücksichtigt, wie traumatisiert er von dem ganzen Geschehen ist.

Empok Nor ist eine wunderbare Bottle Show. Keine großartig neuen Kulissen, kaum Special Effects, dafür eine grandiose Atmosphäre, in der die Enge der Raumstation zum Nutzen der Story genutzt wird. Einfach nur super!

 


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Götz Piesbergen
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