Spotlight: F. Murray Abraham

Lesezeit circa: 7 Minuten

Selbst im hohen Alter ist F. Murry Abraham als Schauspieler aktiv.

Wenn die Familie großen Einfluss auf die Karriere hat

F. Murray Abraham ist ein Darsteller, der vor allem für gut gebildete, aber ebenso sinistre Schurken bekannt ist. Gleichzeitig hat auch die Herkunft seiner Mutter eine definierende Rolle in seiner Karriere gespielt. Geboren wurde er am 24. Oktober 1939 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA.

Murry Abraham, wie er als Kind hieß, war der Sohn von Fahrid „Fred“ Abraham, einem Amerikaner mit syrischen Wurzeln, und Josephine Abraham, die Italoamerikanerin war. Er hatte zwei jüngere Brüder, die allerdings beide bei separaten Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Der spätere Schauspieler wuchs in El Paso, Texas auf, ging auf die Vilas Grammar School und macht seinen Schulabschluss an der El Paso High School im Jahr 1958. Interessanterweise war er in seinen Jugendjahren Mitglied einer Gang.

Nach der Schulzeit ging F. Murray Abraham auf das Texas Western College, das später in University of Texas El Paso umbenannt wurde. Um sich das Studium zu finanzieren, arbeitete er in einer Fabrik des Modelabels Farah Clothing. Später ging er auf die University of Texas at Austin, ehe er unter Uta Hagen im HB Studio in New York das Schauspielhandwerk lernen sollte. Als Schauspieler trat er zunächst ab 1959 im Theater auf, ehe er 1971 schließlich seine Karriere auf Film und Fernsehen ausweitete. Das war auch die Zeit, in der er seinen Schauspielernamen annahm. Er fügte das F. zu seinem realen Namen hinzu, zu Ehren seines Vaters.

Eine erfolgreiche Pause

Wie bereits gesagt, fing seine Film- und Fernsehkarriere 1971 an, als er in Der verkehrte Sherlock Holmes eine kleine Rolle als Clyde hatte. Fünf Jahre später war er dann in einer Kleinstrolle in dem Filmklassiker Die Unbestechlichen zu sehen. 1978, in Der große Trick, war seine Figur zwar bedeutender, doch wirklich viel hatte er in jener Zeit nicht zu tun.

Das führte dazu, dass er nach diesem Jahr erstmal seine Schauspielkarriere auf Eis legte. Er wurde Hausmann, derweil seine Ehefrau arbeitete. Etwas, mit dem er sich zunächst nur schwer anfreunden konnte, doch im Nachhinein bezeichnete er das als das Beste, was ihm hätte passieren können.

Doch 1982 begann er wieder, als Darsteller zu arbeiten. Und dieses Mal sollte seine Karriere erfolgreicher werden. Denn zunächst ein Mal hatte er eine größere Rolle in der Miniserie Marco Polo. Und seine Leistung als der Gangster Omar Suárez in Scarface sorgte 1983 für Aufsehen. Doch richtig bekannt wurde er, als er 1984 in Amadeus den Erzähler und Antagonisten Antonio Salieri darstellte. Für diese Darbietung gewann er den Oscar als bester Schauspieler, womit F. Murray Abraham sich endgültig als Darsteller etabliert hatte.

Nicht genannt und doch dabei

Interessanterweise geschahen die Dreharbeiten zu Scarface und Amadeus gleichzeitig, weshalb er ein paar Mal zwischen Prag und Hollywood hin und her reisen musste. Doch für ihn war das kein Problem. Im Gegenteil: Die Flugreisen waren für ihn sogar Erholung und er konnte sich dabei für die jeweiligen Produktionen vorbereiten.

1986 hatte er in Der Name der Rose zwar wieder nur eine kleine Rolle. Doch dafür konnte er mit Sean Connery und Ron Perlman zusammenarbeiten. 1989 war er Teil des britischen SciFi-Films Slipstream, wo Mark Hamill und Bill Paxton zu den Hauptdarstellern zählten. In demselben Jahr hatte er dann eine größere Rolle in dem amerikanischen SciFi-Drama Moon Trek.

1990 hatte er die Hauptrolle in dem Biodrama Michelangelo: Aufbruch eines Genies. Interessant ist sein Auftritt in Fegefeuer der Eitelkeiten. Denn eigentlich hatte er sich vertraglich gesichert, dass sein Name bei der Reklame dafür über dem Titel auftauchen würde. Da das allerdings auch für die anderen Darsteller Tom Hanks, Morgan Freeman, Melanie Griffith und Bruce Willis galt, verzichtete er darauf und wurde überhaupt nicht genannt, noch nicht mal in den Credits.

Wenn die Heimat der Mutter ruft

1993 trat F. Murray Abrahams in der Adaption des Jules-Vernes-Roman Gefährliche Reise zum Mittelpunkt der Erde auf. Interessanterweise wirkte in der Verfilmung auch Tim Russ mit, der spätere Tuvok aus Star Trek – Voyager. In demselben Jahr war er neben Arnold Schwarzenegger einer der Darsteller in Last Action Hero. 1996 hatte er nach Marco Polo wieder eine Rolle in einer TV-Miniserie. Dieses Mal war er sogar der Hauptspieler in dem Western Dead Man’s Walk – Weg der Verdammten.

Ein Jahr darauf trat Abrahams in Guillermo del Toros Horrorfilm Mimic – Angriff der Killerinsekten auf. Er verstand sich mit dem Regisseur auf Anhieb sehr gut und beschrieb die großartige Atmosphäre am Filmset. 1998 stellte er in Star Trek IX – Der Aufstand den Anführer der Son’a Ru’afo dar, den Hauptgegenspieler der Enterprise-Crew. Dazu meinte er, dass, wenn er könnte, er für den Rest seines Lebens Star Trek-Filme machen würde, so sehr mochte er diese Arbeit.

Im Jahr 2000 zog es ihn nach Italien, wo er das Drama Un dono semplice drehte. Übrigens wurde er 2004 in Rom mit dem Premio per gli Italiani nel Mondo ausgezeichnet, einem Preis der italienischen Regierung an alle Italiener oder deren Nachkommen, die es geschafft haben, sich im Ausland einen Namen zu machen. Was bei F. Murray Abraham definitiv der Fall ist.

Ein echter Held!

2006 konnte man ihn in der spanisch-italienischen Co-Produktion Das Ende der Götter sehen, wo er eine kleine Rolle hatte. Zu den weiteren bekannten Schauspielern zählten auch Dolph Lundgren und Max von Sydow. 2009 hatte er einer der Hauptrollen im dem amerikanisch-russischen Drama Perestroika.

2012 trat er in The Beauty and the Beast auf. Übrigens ist diese Version von Yves Simoneau nicht zu verwechseln mit den Disney-Filmen, sondern eine eigene Interpretation des Märchens. Von 2011 bis 2014 hatte er dann seine erste wiederkehrende Rolle in einer regulären Fernsehserie, denn in The Good Wife stellte er insgesamt vier Mal Burl Preston dar. 2018 sprach er in Wes Andersons Trickfilm Isle of Dogs eine Rolle. Er war dabei nur einer von vielen anderen bekannten Schauspielern, da unter anderem auch Scarlett Johansson, Jeff Goldblum und Edward Norton Charakteren ihre Stimmen gaben.

F. Murray Abraham trat zwischen 2012 und 2018 in der Serie Homeland insgesamt 43-mal als Dar Adal auf. 2019 hatte er einen Auftritt in The Orville, als er in der Folge Im Inneren des Nebels den Vorsitzenden gab. Seit 2020 wirkt er außerdem in der Comedyserie Mythic Quest: Raven’s Banquet mit. Seine Rolle ist die des Head Writers des Spiels, das das fiktionale Spielestudio, das im Zentrum der Reihe steht, entwickelt hat. Demnächst wird er wieder mit Guillermo del Toro zusammenarbeiten und in dessen Horroranthologie Cabinet of Curiosities auftreten.

Der Darsteller ist seit 1962 glücklich mit Kate Hannan verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder und ein Enkelkind. Er wurde zu einem richtigen Helden, als er 2010 einen Dieb bei den öffentlichen Proben im Umkleidebereich niederrang. Und seit 2008 besucht er immer wieder die Gottesdienste der First Presbyterian Church of New York.

F. Murray Abraham im Web

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Götz Piesbergen
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