Star Trek Deep Space Nine
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Review: DSN 129 – Ein kühner Plan

Lesezeit circa: 5 Minuten

Ein kühner Plan wird gefasst, um die Moral der Sternenflotte zu heben.

Es geht dem Ende zu

Im Krieg gegen das Dominion sieht es schlecht aus. Die Sternenflotte hat viele Niederlagen erlitten, weshalb die Moral am Boden ist. Doch Benjamin Sisko  (Avery Brooks) hat einen Plan entwickelt, der, wenn er erfolgreich ist, sowohl die Stimmung heben wie auch dem Dominion einen schweren Schlag verpassen könnte. Deep Space Nine soll zurückerobert werden.

An Bord der Raumstation plant die Besatzungsmacht, das Minenfeld, das den Eingang zum Wurmloch versperrt, auszuschalten. Gleichzeitig werden weitere Pläne geschmiedet, wie es dann weitergehen soll. Und während Gul Dukat  (Marc Alaimo) sich siegessicher gibt, plagen Kira Nerys  (Nana Visitor) und ihr Widerstand andere Sorgen.

Mit Ein kühner Plan lenkt der Sechsteiler, der den Auftakt zur sechsten Staffel gab, in die Zielgerade ein. Das merkt man deutlich, vor allem am Ende, das ein Riesenaufgebot der Sternenflotte zeigt, das sich auf dem Weg nach Deep Space Nine macht. Allerdings macht die Folge auch klar, dass nicht alles in bester Ordnung ist.

Wer ist der Diener, wer ist der Herr?

Denn die Stimmung ist, bis auf Seiten des Dominions, recht gedrückt. In der Sternenflotte macht sich der schlechte Kriegsverlauf bemerkbar. Derweil auf Deep Space Nine das merkwürdige Verhalten von Odo sich auf die Laune der Widerstandsbewegung vor Ort auswirkt.

An Ein kühner Plan ist vor allem interessant, dass sich immer mehr und mehr bemerkbar macht, wer in der Allianz des Dominions und der Cardassianer das Sagen hat. Denn es sind die Formwandler und ihre Stellvertreter, die langsam aber sicher deutlich machen, dass das, was sie wollen, geschieht. Dementsprechend wirken die Pläne, die Erde zu vernichten, bedrohlich real, auch wenn Gul Dukat versucht, dem entgegenzuwirken. Aber insgeheim ist klar, dass er auf lange Sicht nicht durchkommen wird.

Interessanterweise ist die bedrohlichste aller Figuren nicht die Formwandlerin oder die Cardassianer. Es ist ausgerechnet Weyoun (Jeffrey Combs), bei dem man eine Gänsehaut verspürt. Er ist freundlich, lächelt immer und doch verbirgt sich hinter dieser Fassade ein gnadenloses Wesen, das zur Not ohne Rücksicht auf andere die Wünsche seiner Götter durchsetzt.

Düster und bedrückend

Interessant ist dabei, dass man in Ein kühner Plan einiges über die Vorta, also seine Spezies erfährt. Es sind Details, die das Unbehagen vergrößern. So hat seine Rasse keinen Sinn für Ästhetik, sieht schlecht, kann aber umso besser hören. Wie man anhand von Weyoun sieht, macht sie dies zu unberechenbaren Partnern.

Mit diesen Personen muss sich Kira Nerys abgeben. Die sich noch dazu um Rom sorgen muss, der wegen Sabotage verhaftet und hingerichtet werden soll. Und parallel erfährt sie, dass das Dominion kurz davor steht, das Minenfeld zu vernichten.

Eine bedrohliche und bedrückende Atmosphäre macht sich hier bemerkbar. Mit der der Major in Ein kühner Plan mit ihrer gewohnten Direktheit umgeht. Sie reagiert auf die Befehlshaber mit einer schon fast an Frechheit grenzenden Trotzigkeit, derweil sie ihren Ärger nicht verbirgt. Was dann auch Odo (René Auberjonois) am eigenen Leib erfährt, als sie ihn damit konfrontiert, wie unzuverlässig er in der letzten Zeit war.

Wichtige Entwicklungen

Gleichzeitig kollidieren in dieser Folge auch die unterschiedlichsten Ansichten zwischen den Cardassianern. Da ist Gul Dukat, der zwar seine Tochter liebt, aber einige ihrer Meinungen töricht findet. Und Gul Lamar hat komplett eigene Auffassungen, was eine Cardassianerin denken soll. Dabei sind diese durchaus konträr zu denen seines Vorgesetzten. Da sie beide Sturköpfe sind, dürfte dies über kurz oder lang zu einer Konfrontation zwischen den zweien führen.

Und Ziyal (Melanie Smith)? Sie wagt in dieser Folge den Schritt weg von einem Werkzeug hin zu einer eigenständigen Person. Als sie sich von ihrem Vater lossagt und zu Major Kira geht, drückt sie auch aus, wem ihr Vertrauen gilt. Es ist eine wichtige Entwicklung, da die Figur bislang eher blass und zweidimensional wirkte. Einfach weil die Macher der Serie gefühlt nie so recht wussten, was sie mit ihr anstellen sollten.

Es ist also wirklich die Handlungsebene auf Deep Space Nine, die im Fokus von Ein kühner Plan steht. Dabei kommen alle Figuren zur Geltung, auch Jake Sisko (Cirroc Lofton). Und insbesondere bei Quark (Armin Shimerman) gibt es eine überraschende Entwicklung, mit der man so nicht gerechnet hat.

Beeindruckend

Das heißt allerdings, dass die Föderationshandlungsebene bedeutungslos ist. Klar, hier merkt man, dass sie im Prinzip nur dazu dient, Spannung für das Finale aufzubauen. Doch auch hier gibt es mehrere kleinere Charaktermomente und wichtige Szenen.

So ist die Szene interessant, in der Worf (Michael Dorn) und General Martok (J.G. Hertzler) Benjamin Sisko von den Schwierigkeiten erzählen, Kanzler Gowron von den Plänen des Captains zu überzeugen. Anscheinend hat der seinen eigenen Kopf, seine eigenen Gedanken. Die, und das wird in „Ein kühner Plan“ angedeutet, für den Fortlauf des Konflikts nichts Gutes bedeuten dürften.

Ebenso gibt es auch noch andere kleine Charaktermomente. Wie gegen Ende, als Nog (Aron Eisenberg) vom Kadetten zum Fähnrich befördert wird. Oder als Garak  (Andrew Robinson) zu Beginn der Folge meint, dass ihm etwas in den Kopf implantiert wurde, was natürlich nicht der Fall ist. Es ist schön, dass „Deep Space Nine“ diese Figuren nicht vergisst, sondern sie zur Geltung bringt.

Ein kühner Plan endet mit einem Cliffhanger, bei dem man gespannt sein darf, wie er weitergehen wird. Wer in der Schlacht zwischen Föderation und Dominion siegreich sein wird. Eins steht auf jeden Fall jetzt schon fest: Das Schiffsaufgebot ist beeindruckend!

Götz Piesbergen

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