In Vollendung stehen mehrere Leben auf dem Spiel.

Ein wahres Novum
Jake Fooly steht kurz vor der Vollendung seiner Ziele. Mit Hilfe eines neural restruktierten Czem Özenir versucht er Kirsten „Kirby“ Belflair zu töten und gleichzeitig mit seinem Raumschiff einen Kurs auf die Erde zu setzen. Dort will er alle anderen Schicksalswächter umbringen und seine verstorbene Frau wiederbeleben.
Doch auch um den Mars wird gekämpft. Ein Nebel, der die Bewohner der Welt tötet, breitet sich aus. Hinter all diesem Chaos stecken mysteriöse Mächte, die ebenfalls kurz davor stehen, ihr Ziel zu erreichen.
Mit Vollendung verfasst Andreas Suchanek dieses Mal nicht nur den Abschluss eines Handlungsabschnittes, sondern ebenso das Finale von der Heliosphere 2265 – Das Marsprojekt-Serie. Was für ihn, wie er in seinem Nachwort schreibt, ein Novum war. Doch auch, wenn in dieser Geschichte vieles zu Ende geht, werden hier ebenfalls Aspekte eingeführt, die in der Hauptreihe sicherlich noch von Bedeutung sein werden.
Die Schwerkraft ist nicht zu schlagen
Übrigens scheint die Gravitation in diesem Roman eine besonders starke Anziehungskraft zu haben. Denn sehr oft liest man hier, wie Figuren zu Boden gehen. Das ist jedoch nur eine Beobachtung, keine Kritik.
Auf jeden Fall lässt es Andreas Suchanek mit Vollendung richtig krachen. Innerhalb der Handlung beschreibt er nicht nur, wie das Mars-2-System vor einer großen Bedrohung gerettet wird. Auch auf die Nachwirkungen davon wird eingegangen. Ebenso, wie einige Leute psychologisch mit ihren Taten versuchen fertig zu werden.
Und vor allem Letzteres ist sehr gut beschrieben. Einfühlsam stellt er verschiedene Figuren dar, die im Laufe der Miniserie traumatische Ereignisse durchgemacht haben. Eine Person ist von ihren Erlebnissen sogar so traumatisiert, dass sie kurz davor steht, Selbstmord zu begehen. Wie dieser Charakter davon abgebracht wird, bzw. was ihm geraten wird, wurde von dem Autoren eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Wenn eine Hauptperson auf einmal keine Bedeutung mehr hat
Ebenso wenig lässt der Schriftsteller in Vollendung die Auswirkungen des Finales auf dem Mars unter dem Tisch fallen. Wo andere Schriftstellerkollegen vielleicht diesen Handlungsort nach dem Höhepunkt als quasi abgeschlossen abgehakt hätten, erzählt Andreas Suchanek auch noch von dem, was danach kommt. Und präpariert hier im Prinzip den Boden für eine spätere Wiederkehr, da hier dann doch noch einiges offen bleibt und vieles angedeutet wird.
Doch hauptsächlich widmet der Schriftsteller sich dem Kampf gegen die neue Fraktion in den vielen Auseinandersetzungen in der Das Marsprojekt-Serie. Wiederholt beschreibt er sie eindrucksvoll als besonders mächtig, als eine Spezies, die allem Anschein nach allen anderen technologisch weit voraus sind. Wie die Ash’Gul’Kon so wird auch diese unbekannte Rasse als eine dargestellt, die andere Lebensformen nur als Ressourcen für ihren eigenen Plan betrachtet. Und auch hier deutet vieles darauf hin, dass man diese Kreaturen vermutlich wiedersehen wird.
Doch dieser Fokus mehr auf die Machenschaften dieser anderen Wesen hat einen gewaltigen Nachteil: Jake Fooly, der ja über lange Zeit der primäre Antagonist von Heliosphere 2265 – Das Marsprojekt war, verliert seinen Posten als Hauptgegenspieler. Mit der Konsequenz, dass sein finales Schicksal direkt zu Beginn von Vollendung geklärt wird. Fast hat man das Gefühl, dass er auf einmal unwichtig geworden ist, so schnell und plötzlich geschieht dies. Die Nachwirkungen seiner Taten sind zwar noch im Laufe des Romans zu spüren, aber es wäre vielleicht besser gewesen, ihn etwas länger am Leben zu lassen.
Doch ist dies der einzige Wermutstropfen in einem ansonsten sehr soliden Abschluss der Miniserie. Und das Ende des Romans deutet darauf hin, dass die Auswirkungen auf die Hauptserie enorm sein werden. Als Leser kann man gespannt sein.
Bewertung 12/15
Info
Autor: Andreas Suchanek
Verlag: Greenlight Press
Erschienen: 06/2016
Einband: eBook
Seiten: 97
ISBN: 978-3-95834-208-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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