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Nach der Zerstörung des Alien-Mutterschiffs 1996 ereignete sich eine weitere Schlacht in den Tiefen des Atlantiks.

Dunkle TiefenHandlung

Kurz bevor am 4. Juli 1996 das Mutterschiff der außerirdischen Invasoren zerstört wird, startet ein weiteres Landungsschiff, welches auf Unterwasseroperationen spezialisiert ist. Von der Schockwelle des explodierenden Mutterschiffs getroffen, wird das Landungsschiff schwer beschädigt und stürzt in den Atlantik.

Auf der Erde sind bereits alle großen UFOs vernichtet, doch der Krieg ist noch nicht vorbei. Die US-Navy hat den Absturz bemerkt und das Militär entsendet die Experten Captain Joshua Adams und Dr. Jessica Morgan auf das U-Boot von Captain Meredith. Von deren Flotte aus zwölf U-Booten sind nach der Invasion gerade mal noch zwei Stück übrig. Entsprechend unbegeistert ist sie über den Befehl, sich dem abgestürzten Raumschiff zu nähern. Sie möchte ihre Crew nicht gefährden, doch andererseits gefährden die Aliens in der Tiefsee möglicherweise die gesamte Menschheit.

Mit einer Gruppe Soldaten, die auf dem U-Boot stationiert ist, betritt Captain Adams das außerirdische Wrack. Kaum angekommen, werden sie von einer Wache attackiert, können diese jedoch überwältigen. Obwohl die Aliens nun von ihrer Anwesenheit wissen, haben die Eindringlinge vorerst Ruhe. Bald stellen sie fest, dass ein Großteil der Besatzung bei dem Absturz gestorben ist und die Überlebenden mit einer Tiefseebohrung beschäftigt sind.

Sie bringen eine vermeintliche Alienleiche an Bord des U-Boot und rücken anschließend wieder aus, um die Bohrplattform zu zerstören. Wie Dr. Morgan vermutet, wollen die Invasoren einen Tsunami auslösen und damit Millionen Menschen töten. Sie bohren nämlich direkt über einer tektonisch instabilen Verwerfungslinie. Zwar gelingt es, die Bohrplattform zu sprengen und so das Vorhaben der Aliens zu stoppen, doch der Sieg ist nur von kurzer Dauer. Die feindlichen Wesen können immer noch ein Beben auslösen, indem sie die Selbstzerstörung ihres Landungsschiffs auslösen.

Erfahren hat Captain Adams diese Absicht durch den telepathischen Kontakt mit einem Alien, welches ihm gefolgt ist. Es hat ihm offenbart, dass die Menschheit ausgelöscht werden soll. Immerhin haben die Erdlinge ein komplettes Mutterschiff und damit Milliarden Außerirdische vernichtet. Jetzt geht es den verbliebenen Invasoren also um Rache.

Es gelingt, das Alien zu überwältigen, und Adams ist umso überzeugter, noch einmal zum Landungsschiff zurückkehren zu müssen, um eine neuerliche Katastrophe zu verhindern. Allerdings verweigern ihm die Soldaten diesmal die Gefolgschaft, da er bei der letzten Mission in Panik geraten ist. Sie halten ihn für keinen guten Anführer. So zieht er allein in den Kampf und wird fast von einigen Aliens überwältigt. Im letzten Moment wird er von einem Corporal gerettet, der ihm doch noch gefolgt ist. Gemeinsam dringen sie zur Kommandozentrale vor und starten das Raumschiff, anschließend können die beiden mit einer Rettungskapsel flüchten.

Währenddessen ist auf dem Marine-U-Boot die vermeintliche Alienleiche erwacht und dezimiert die Besatzung. Es ist an Dr. Morgan, dieses Problem zu lösen und das Alien mit seiner eigenen Waffe zu erledigen. Kurz darauf explodiert das feindliche Landungsschiff knapp über der Meeresoberfläche. Die Welt ist einmal mehr gerettet.

Rezension von ID4 – Dunkle Tiefen

Der Comic knüpft nahtlos an das Finale des ersten Independence Day-Films an und zeigt eine der Schlachten, die im Nachgang des großen Sieges stattgefunden haben. Im Zentrum der Handlung steht Captain Joshua Adams, welcher in Independence Day: Wiederkehr bereits zum General aufgestiegen ist und schlussendlich als US-Präsident vereidigt wird. Im Gegensatz zum Film darf er im Comic auch die gebührende Hauptrolle spielen.

Etwas kurios ist, dass ausgerechnet er auf eine Unterwassermission geschickt wird, denn seit dem Tod seiner Schwester bei einem Bootsunfall hat er panische Angst vor Wasser. Er reißt sich jedoch zusammen und verfolgt hartnäckig sein Ziel, von dessen Erreichen das Überleben der Menschheit abhängt. Als ihm die Soldaten die Gefolgschaft verweigern, beweist er durchaus Führungsqualität, indem er sich mutig allein auf den Weg macht, das Alienraumschiff zu stoppen.

Die U-Bootkommandantin Meredith scheint dagegen kriegsmüde und denkt nur an das Wohl ihrer Mannschaft. Etwas kurzsichtig, denn wenn sie die Außerirdischen nicht aufhält, werden Millionen Menschen sterben, darunter auch die Familien ihrer Leute. Einerseits ist es mal was Neues, eine Frau in einer Führungsposition zu sehen, noch dazu in den 1990ern, auf der anderen Seite verhält sie sich aber nicht gerade wie eine Heldin.

Etwas besser kommt da schon Dr. Jessica Morgan weg, welche die eigentliche Leiterin der Mission ist. Adams ist nämlich nur ihr Verbindungsmann zum Militär. Sie steuert seinen Einsatz von der Brücke des U-Bootes aus, muss später aber auch persönlich gegen einen Alien antreten, den sie eigentlich sezieren wollte. An Action und Spannung mangelt es dem Comic also nicht.

Was dem Comic hingegen fehlt, ist ein einheitlicher Stil. Fünf Zeichner sind eindeutig zu viel, denn alle paar Seiten ändert sich einfach alles. Charaktere sind zuweilen nicht wiederzuerkennen und sogar das Aussehen des U-Bootes wandelt sich drastisch. Das Innere des Alienraumschiffs sieht mal mehr, mal weniger wie die Filmvorlage aus. Zum Ende hin wirkt es eher altägyptisch als außerirdisch. Immerhin das Aussehen der Insassen hält sich durchgehend an das, was man aus dem Film kennt.

Der mit Abstand detailreichste Zeichenstil findet sich in der Mitte der Handlung. Zugleich ist dort auch die Koloration am realistischsten. Derart aufwendige Farbverläufe, die für ein gutes Verhältnis von Licht und Schatten sowie Glanzeffekte sorgen, gibt es erst im letzten Abschnitt wieder. So hätte man sich den gesamten Comic gewünscht, doch leider schwankt die Qualität stark. Im zweiten Abschnitt gibt es gar vollflächige Farben, die teils unpassend wirken.

Fazit

Joshua Adams bekommt in diesem Comic mehr Profil als im gesamten zweiten Kinofilm. Von daher ist der Comic sicherlich eine interessante Charakterstudie. Die Handlung selbst bietet derweil wenig Neues. Die Aliens wollen die Menschheit immer noch vernichten und diese wehrt sich mit Erfolg. Der größte Minuspunkt sind die ständigen Stilbrüche, wobei einige Abschnitte mehr überzeugen können als andere. An der Qualität des Softcoverbandes gibt es unterdessen nichts zu bemängeln. Im hinteren Teil gibt es eine umfangreiche Covergalerie, eine Timeline, Infos zu Dr. Okun und General Adams sowie zum Autor und den Zeichnern.

Info

Autor: Viktor Gischler
Zeichner: Steve Scott, Rodney Ramos, Alex Shibao, Tazio Bettin & Ivan Rodriguez
Farben: Stefani Rennee, T. Ribeiro, M. Menyz, Max Flan, R. Fernandes, A. Aguiar, M. Clark
Verlag: Cross Cult
Sonstige Informationen: Produktseite

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Warpskala

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8 10 0 1
  • Story
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  • Zeichenstil
    7/10
  • Koloration
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8/10
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