Lesezeit circa: 3 Minuten

Die Herrscher über Arkon – nur eine Marionette des gigantischen Positronengehirns.

Perry Rhodan 39 - Die Welt der drei Planeten
Cover © Pabel Moewig

Titel: Die Welt der drei Planeten
Autor: K.H. Scheer
Zeichner: Johnny Bruck
Erschienen: Freitag, 01. Juni 1962

Typisch Scheer

Perry Rhodan stößt nach Arkon vor und entdeckt das große Geheimnis des Systems: Arkon 1-3 laufen alle synchron auf einer Umlaufbahn. Diese einzigartige kosmische Konstellation ist selbstverständlich künstlich und zeigt, wie sehr die Arkoniden den Terranern einst überlegen waren und noch wären, wären sie nicht allesamt völlig dekadent.

Nach vielen Wirrungen und ersten unschönen Kontakten zum regierenden Robotgehirn entdecken Perry und seine Mitstreiter, die sich als Kolonialarkoniden ausgeben, einen Schiffsneubau mit sagenhaften 1500 Metern Durchmesser. Und ja, selbstverständlich kapern sie dieses Schiff und klauen es dem Robotregenten unter der elektronischen Nase weg. Stilecht, wie es ein moralisch hochstehender, edler Held eben so macht. Ein typischer Scheer-Roman. Positiv wie Negativ.

Ein nicht mehr ganz so guter Hauruck-Humor

Auf der positiven Seite steht eine stringente, schnelle Actionhandlung mit ein wenig Raum für Humor und die agierenden Figuren. Hinzu kommt einiges an Technobabbel zum neuen Riesenschiff, welches ab diesem Heft als TITAN unter Kommando unserer Terraner steht.

Auf der negativen Seite? Neutral betrachtet kann man Scheer höchstens vorwerfen, in kürzester Zeit immer noch größer, noch bedrohlicher mit seinen Konstrukten zu werden. Gigantismus sei als Stichwort genannt.

Subjektiv, also rein meine persönliche Meinung: Scheers Hauruck–„Humor“ war ein Ausdruck der Entstehungszeit der Romane und hat bei mir als Kind durchaus gezündet, heute finde ich eben diesen einfach nur noch höchst peinlich. Das aber werfe ich ihm nicht vor und lass ich auch nicht in die Gesamtbewertung einfließen.

Der Imperator ist zurück

Ein kleiner, aber schon in anderen Besprechungen erwähnter Kritikpunkt ist Perry Rhodans Handlungsweise. Diese wirkt zwar auf den ersten Blick nahezu heroisch, ist unter dem Strich aber nichts weiter als hemmungsloser Diebstahl. Als Rechtfertigung dient hier die mögliche Bedrohung Terras durch den Robotregenten. Allerdings wird diese Gefahr bereits als gegeben postuliert, bevor es in der Handlung überhaupt Anhaltspunkte hierfür gibt. Man kann es auch eine arg konstruierte Situation nennen. Das hat etwas von, um es mit Star Wars zu sagen, „Irgendwie ist der Imperator zurückgekehrt.“

Das mag manchem Leser genügen und ist sicher auch Ausdruck seiner Zeit, aber seit etwa 40 Jahren kann und darf man da mehr erwarten und auch in den 1960ern wurde bereits weniger durchkonstruiert geschrieben.

Unterm Strich bleibt ein unterhaltsames Heft, welches exakt abliefert und unterhält, aber auch nicht übermäßig begeistert. Daher 6 von 10 Sternchen von mir.

 

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Mario Staas

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